Ein Mann betrachtet am 11.09.2017 in Immokalee (USA) die Reste seines durch Hurrikan Irma zerstörten Wohnwagens.
Ein Mann vor einem zerstörten Wohnwagen in Immokalee. Bildrechte: dpa

"Irma" wütet weiter Mindestens zehn Tote in den USA

BRISANT | 12.09.2017 | 17:15 Uhr

Zwar gilt "Irma" nur noch als tropisches Tief, gefährlich ist der Sturm aber weiter. Auf seinem Weg in den Norden riss der Sturm weitere Menschen in den Tod. Seine Spur der Verwüstung ist gewaltig. Einige Regionen in der Karibik sind unbewohnbar geworden.

Ein Mann betrachtet am 11.09.2017 in Immokalee (USA) die Reste seines durch Hurrikan Irma zerstörten Wohnwagens.
Ein Mann vor einem zerstörten Wohnwagen in Immokalee. Bildrechte: dpa

Der Tropensturm "Irma" hat in den USA weitere Todesopfer gefordert. Medienberichten zufolge starben in den USA mindestens zehn Menschen: sechs in Florida, drei in Georgia, ein Opfer gab es in South Carolina. Es ist wahrscheinlich, dass die Zahlen noch weiter ansteigen werden. Auch in der Karibik sind bisher 37 Menschen durch den Sturm "Irma" ums Leben gekommen, darunter zehn in Kuba.

Schwere Überschwemmungen in Savannah

Obwohl "Irma" an Stärke verloren hat, galt der Sturm bei seinem Zug über Georgia in Richtung Alabama noch immer als sehr gefährlich. Am Flughafen von Atlanta wurden viele Flüge gestrichen. Mittwochabend dürfte sich "Irma" aber nach Angaben des US-Hurrikanzentrums (NHC) gänzlich aufgelöst haben.

In der Küstenstadt Savannah drückte der Wind Wasser vom Meer in den Fluss, die Folge waren Überschwemmungen. Aus Charleston wurden ebenfalls Überschwemmungen gemeldet.

Florida Keys wochenlang unbewohnbar

Nach wie vor sind im US-Küstenstaat Florida Millionen Haushalte und Geschäfte ohne Strom. Die Schäden durch Sturm und Überschwemmungen schätzen Experten auf bis zu 60 Milliarden Dollar.

Die Bewohner der Inselgruppe der Florida Keys können möglicherweise für Wochen nicht in ihre Häuser zurückkehren. Der Sturm, der am Sonntag über die Region gezogen war, löste dort einige der Häuser aus ihren Fundamenten. Laut Heimatschutzbehörde könnten auch zahlreiche Zugbrücken vom Sturm verbogen sein.

Eine Frau sitzt in West Palm Beach (USA) an einer durch einen in Folge des Hurrikans Irma umgekippten Baum zerstörten Bushaltestelle.
Eine Frau sitzt an einer zerstörten Bushaltestelle in West Palm Beach. Bildrechte: dpa

Sturzfluten in Jacksonville

Auch andernorts in Florida wird noch mit Sturmschäden und Überschwemmungen gekämpft. Besonders angespannt ist die Lage um Jacksonville - der bevölkerungsreichsten Stadt Floridas. In der 880.000-Einwohner-Stadt war es aufgrund der geografischen Lage zu Sturzfluten gekommen. Die Pegelstände erreichten den Behörden zufolge Rekordhöhen.

Schwere Schäden auf Kuba

Auch Kuba wurde schwer von "Irma" getroffen. Neben der Provinz Havanna werden aus der Region Villa Clara im Norden schwere Verwüstungen gemeldet. "Irma" war mit Windgeschwindigkeiten von rund 200 Kilometern pro Stunde auf die Insel getroffen - der Hurrikan hatte dort die höchste Gefahrenkategorie.

König Willem-Alexander: "Das übersteigt alle Vorstellungskraft"

Auch die Insel Saint-Martin ist völlig verwüstet. "Das übersteigt alle Vorstellungskraft", sagte der niederländische König Willem-Alexander bei einem Besuch der Insel, die zum Teil zu den Niederlanden und zum Teil zu Frankreich gehört.

So etwas habe ich noch nie gesehen.

König Willem-Alexander

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron war nach Saint-Martin gereist, um sich ein Bild von den Schäden zu machen. Zunächst aber besuchte er zusammen mit dem französischen Gesundheitsminister Pointe-à-Pitre auf der Karibikinsel Guadeloupe. Macron ist wegen seines Krisenmanagements im Zusammenhang mit dem Sturm in der Kritik.

Einwohner von Havanna (Kuba) beseitigen am 11.09.2017 die Zerstörungen, die Hurrikan Irma an ihren Wohnhäusern hinterlassen hat.
Aufräumen in Havanna: Dort richtete "Irma" schwere Schäden an, bislang sind zehn Todesopfer bekannt. Bildrechte: dpa

Berichte: Rettungsmission für Deutsche

Unterdessen startete die Bundesregierung Rettungsmissionen für Deutsche, die von den Folgen des Sturms "Irma" betroffen sind. Laut Bundesverteidigungsministerium startete bereits am Montag ein A400M-Transportflugzeug der Bundeswehr mit Hilfsgütern in die Krisenregion. Auf dem Rückweg soll es auf Saint-Martin gestrandete Deutsche mitnehmen. Auch wurden Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes (THW), der Bundeswehr und eines Kriseninterventionsteams einer Berufsfeuerwehr in die USA entsandt. In Florida und weiteren karibischen Inseln halten sich den Angaben zufolge derzeit rund 200.000 deutsche Staatsangehörige auf.

Notrufnummern für Deutsche Das Auswärtige Amt hat wegen des Hurrikans "Irma" Notfallnummern geschaltet. Für Anrufer aus Deutschland gilt die Telefonnummer 030 5000 3000 und für Anrufer aus den USA die 001 202 2984 für die deutsche Botschaft in Washington.

"Irma" war am vergangenen Mittwoch erstmals auf der kleinen Karibikinsel Barbuda an Land getroffen. Es soll der stärkste jemals über den Atlantik entstandene Hurrikan gewesen sein.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 12. September 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2017, 20:50 Uhr