Blaue und gelbe Trabis parken in einer Reihe nebeneinander
Bildrechte: IMAGO

60 Jahre Trabant Das Kult-Auto feiert Geburtstag

BRISANT | 07.11.2017 | 17:15 Uhr

In der DDR wollte ihn beinahe jeder haben, musste aber zumeist Jahre warten: Nun wird der Trabi 60 Jahre alt. Das erste Exemplar lief am 7. November 1957 in Zwickau vom Band. Die "Rennpappe", wie das Auto im Voksmund liebevoll genannt wurde, kann heute übrigens eine lohnende Geldanlage sein.

Blaue und gelbe Trabis parken in einer Reihe nebeneinander
Bildrechte: IMAGO

Der Trabi, auf den viele DDR-Bürger jahrelang warten mussten, ist Liebhabern heutzutage mehr als 5.000 Euro wert. Der Weg vom Auslaufmodell zum Kultobjekt, das als Geldanlage gesehen wird, war lang. Viele noch fahrtüchtige Trabis wurden anfang der 1990er-Jahre direkt verschrottet, um in den Ostdeutschen Garagen Platz für ein neues "Westauto" zu machen. Seit dem 30. April 1991 wird kein Trabant mehr produziert. Das mittlerweile knappe Angebot an Trabis treibt die Preise in die Höhe.

60 Jahre Trabi in Bildern

Junger Mann und ein Trabi
Der erste Trabant P50 lief am 7.11.1957 in Zwickau vom Band. Er wurde zunächst in einer Stückzahl von nur 50 Fahrzeugen verkauft. Bildrechte: MDR/Bernd Dannowski
Junger Mann und ein Trabi
Der erste Trabant P50 lief am 7.11.1957 in Zwickau vom Band. Er wurde zunächst in einer Stückzahl von nur 50 Fahrzeugen verkauft. Bildrechte: MDR/Bernd Dannowski
P 50 Limousine von 1958
Im Sommer 1958 ging der P50 in Serie, ab 1959 unter dem neuen Namen Trabant 500. Der Ur-Trabi hatte einen Zweitakt-Motor mit 500 cm³ Hubraum und 18 PS. Bildrechte: Horch Museum Zwickau
Pkw Trabant 500 mit Anhänger steht vor Landschaftstapete
Auf den Trabant 500 folgte 1962 der Trabant 600. Äußerlich fast unverändert hatte das neue Modell einen größeren Hubraum und 5 PS mehr Leistung unter der Haube. Bildrechte: MDR/Thomas Friedirch
Ein hellblauer Trabi auf dem Feld
1964 ging dann das Erfolgsmodell Trabant 601 in Serie. Es wurde bis 1990 kaum verändert und verkaufte sich millionenfach. Den 601 gab es in drei Ausführungen: Limousine, Kombi und Kübelwagen. Bildrechte: IMAGO
Trabant 1.1 Kübel Prototyp 1986
Der Trabant 601 Kübel wurde ab 1966 für die Armee und den Forstbetrieb als leichter Geländewagen hergestellt. Bildrechte: Horch Museum Zwickau
Pkw der Marke Trabant stehen mit aufgebauten Müller-Dachzelten nebeneinander auf einer Wiese.
Für den Trabant 601 gab es die berühmten Dachzelte aus dem Hause Gerhard Müller - damit wurde der kleine Trabi zum Camping-Wunder. Bis heute sind die Zelte Kult. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
DDR auf vier Rädern: Der millionste Trabant
1973 rollte der einmillionste Trabant in Zwickau vom Band. Insgesamt wurden zwischen 1957 und 1991 mehr als drei Millionen Trabis gebaut. Bildrechte: August Horch Museum Zwickau
Trabant 800 RS Rallyefahrzeug von 1988
Im Volk war der Trabi auch als "Rennpappe" bekannt. Eine richtige Rennpappe war allerdings nur das Modell, mit dem in den 70er- und 80er-Jahren auch Rallyes gafahren wurden. Dieser Trabi konnte bis zu 150 km/h fahren, 50 km/h mehr als das Standardmodell. Bildrechte: Horch Museum Zwickau
Der letzte Trabant in Pink.
Ab 1990 wurde der Trabant 1.1 gebaut. Trotz seines 1,1 Liter-Viertaktmotors, der baugleich im VW Polo verwendet wurde, setzte sich der 1.1 auf dem Markt nicht durch - auch nicht in der Sonderlackierung "Miss-Piggy-Pink". Im April 1991 wurde die Fertigung des Trabant eingestellt. Bildrechte: August Horch Museum Zwickau
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Gehandelt werden die mittlerweile historischen Fahrzeuge vor allem auf Oldtimer-Märkten. Aber auch im Internet kann man das ein oder andere Trabi-Schnäppchen finden. Wer einen Trabant kaufen will, sollte sich aber auskennen, denn wie bei anderen Fahrzeugen auch, ist die Gefahr sonst groß, dass Mängel übersehen werden.

Der Trabant ermöglichte die Massenmotorisierung in der DDR. Zu Anfang noch modern, galt der Trabi schnell nicht mehr als zeitgemäß, was auch in der DDR kein Geheimnis blieb. In den 1980er-Jahren wurde der Trabant durch seine unzeitgemäße Karosserie und des Zweitaktmotors selbst in anderen sozialistischen Ländern fast unverkäuflich. In DDR gab es jedoch keine Alternative und bis zur Wende war die Nachfrage nach dem Trabi unvermindert groß.

Ein Datenblatt zum Trabi
Bildrechte: Colourbox.de/Kais Harrabi

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 07. November 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2017, 23:59 Uhr