Inferno in Kalifornien Mindestens 23 Tote durch Brände an US-Westküste

BRISANT | 12.10.2017 | 17:15 Uhr

Bei den verheerenden Wald- und Buschbränden im Norden Kaliforniens sind mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen, fast 300 werden noch vermisst. Im Napa County nördlich von San Francisco starb nach Angaben der örtlichen Feuerwehr ein Ehepaar, das seit 75 Jahren verheiratet war. Der Mann war 100 Jahre alt, seine Frau 98. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt, viele wurden auch am Mittwoch weiterhin vermisst. Insgesamt mussten mehr als 20.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Bei starken Winden hatten sich mehr als ein Dutzend Brände schnell ausgebreitet. Feuerwehrchef Ken Pimlott bezifferte die Zahl der aktiven Feuer in der beliebten Weinanbauregion auf 22. Weit mehr als 3.500 Gebäude sind abgebrannt, 70.000 Hektar Land wurden Opfer der Flammen. "Es ist die reine Zerstörung", sagte der Feuerwehrchef.

Ausgebranntes Auto
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Etwa 8.000 Feuerwehrleute sowie 73 Löschhubschrauber und 30 Löschflugzeuge sind im Einsatz. Aus den benachbarten Staaten seien zur Unterstützung insgesamt 170 Löschmaschinen angefordert worden und aus dem Rest des Landes 154 weitere. Die kalifornische Nationalgarde entsandte 700 Soldaten zur Unterstützung der Einsatzkräfte, bis Donnerstag sollten 1.800 weitere eintreffen.

In der Stadt Santa Rosa wurde eine Ausgangssperre verhängt, um Plünderungen zu verhindern. In der Kleinstadt mit rund 175.000 Menschen brannten mehrere Wohngebiete ab. Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown erklärte für acht Gemeinden den Notstand.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 12. Oktober 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2017, 18:58 Uhr