Polizisten und Mitarbeiter von Strafverfolgungsbehörden stehen vor einer in einer Baptistenkirche in Sutherland Springs (Texas).
Polizisten vor der Baptistenkirche in Sutherland Springs. Bildrechte: Nick Wagner/Austin American-Statesman/AP/dpa

Mehr als 20 Tote, viele Verletzte Kirchen-Massaker im US-Bundesstaat Texas

BRISANT | 06.11.2017 | 17:15 Uhr

Es ist eine der schlimmsten Attacken auf Kirchgänger in den USA: Mindestens 26 Menschen wurden bei dem Massaker im texanischen Sutherland Springs erschossen. Der mutmaßliche Täter ist ein früheres Mitglied der Air Force.

Polizisten und Mitarbeiter von Strafverfolgungsbehörden stehen vor einer in einer Baptistenkirche in Sutherland Springs (Texas).
Polizisten vor der Baptistenkirche in Sutherland Springs. Bildrechte: Nick Wagner/Austin American-Statesman/AP/dpa

In einer Kirche im US-Bundesstaat Texas hat ein Mann das Feuer eröffnet und 26 Menschen erschossen. Wie der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, sagte, sind die Opfer zwischen fünf und 72 Jahre alt. Etwa 20 Menschen seien verletzt in Krankenhäuser gebracht worden. Die Tat ereignete sich in der First Baptist Church in Sutherland Springs in der Nähe von San Antonio.

Mutmaßlicher Täter diente in US-Luftwaffe

Der mutmaßliche Schütze ist mittlerweile tot. Noch ist unklar, ob er sich während einer Verfolgungsjagd mit der Polizei selbst das Leben nahm. In seinem Auto wurden weitere Waffen entdeckt. Der Fernsehsender CNN hatte zuvor von einer Verfolgungsjagd berichtet.

Das Pentagon veröffentlichte eine Stellungnahme zur Identität des mutmaßlichen Täters: Es handele sich demnach um ein früheres Mitglied der Air Force. Er sei 2014 entlassen worden, teilte eine Sprecherin der US-Luftwaffe mit. Zwei Jahre zuvor habe ihn ein Militärgericht wegen tätlichen Angriffs jeweils auf seine Partnerin und auf das gemeinsame Kind verurteilt. Als Strafe musste er zwölf Monate in Haft, verlor seinen Dienstgrad und wurde aufgrund seines schlechten Verhaltens entlassen.

Feuer bei Andacht eröffnet

Die Hintergründe der Tat liegen noch im Dunkeln. Wie US-Medien unter Berufung auf Augenzeugen berichteten, betrat der Mann am Vormittag (Ortszeit) während einer Andacht die Baptistenkirche des Dorfes Sutherland Springs und schoss um sich. Es seien mindestens 20 Schüsse in rascher Reihenfolge gefallen. Andere Augenzeugen schilderten, der Schütze habe mehrere Male nachgeladen.

Wie es hieß, kommen im Durchschnitt 50 Menschen zu der sonntäglichen Andacht. Die First Baptist Church sei das Zentrum der kleinen Gemeinde, die gut 50 Kilometer südöstlich von San Antonio liegt.

Trump: Kein Problem mit Waffen

US-Präsident Donald Trump wurde während seines Aufenthalts in der japanischen Hauptstadt Tokio über die Bluttat informiert. Er sprach von einem entsetzlichen Verbrechen und einer Tat des Bösen. Als ob er es ahnen würde, dass eine Debatte über die immer wieder kritisierten Waffengesetze in den USA folgen könnte, äußerte sich Trump auch dazu - und diagnostizierte bei dem mutmaßlichen Täter eine psychische Störung: "Wir haben viele Probleme mit geistiger Gesundheit in unserem Land", aber im vorliegenden Fall gebe es kein Problem mit Schusswaffen, sagte Trump. Zum Glück habe in Texas noch jemand anderes ein Waffe gehabt und zurückgeschossen. Sonst hätte es viel schlimmer kommen können.

Zweites Blutbad innerhalb weniger Wochen

Der Angriff in Sutherland Springs ist das zweite große Blutbad durch eine Schusswaffenattacke innerhalb weniger Wochen in den USA. Erst vor fünf Wochen hatte ein Heckenschütze in Las Vegas 58 Besucher eines Countrymusik-Festivals getötet.

Das Blutbad in Sutherland Springs erinnert auch an den Angriff auf eine Kirche in Charleston im Bundesstaat South Carolina im Juni 2015. Damals hatte ein bekennender Anhänger des rassistischen Ku Klux Klans während einer Bibelstunde acht Mitglieder der afroamerikanischen Gemeinde sowie den Pastor erschossen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. November 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2017, 20:02 Uhr