BRISANT

Für ein sicheres Silvester : Gefährliche Böller aus dem Ausland

Brisant | 27.12.2012 | 17:15 Uhr

Pünktlich vor dem Jahreswechsel haben Behörden vor den Gefahren illegaler Knaller aus Polen und Tschechien gewarnt. Ihre Sprengkraft ist unberechenbar. Umweltminister Kupfer rät zu genereller Mäßigung beim Feuerwerk.

Silvesterknaller und Raketen in einem Geschäft

Zoll, Bundespolizei und Bundesanstalt für Materialforschung haben auch in diesem Jahr wieder vor den Gefahren von illegaler Pyrotechnik aus dem Ausland gewarnt. Dazu werden an den Grenzen zu Polen und Tschechien Handzettel verteilt. Sie sollen helfen, legale Böller und Raketen von illegalen zu unterscheiden. Die Bundespolzei betonte, Pyrotechnik ohne die deutschen Prüfzeichen CE oder BAM seien gesundheitsgefährdend.

Zu laut und mit unkalkulierbarer Sprengkraft

Silvesterknaller und Raketen in einem Geschäft
In Deutschland darf Feuerwerk nur an den letzten drei Werktagen vor Silvester verkauft werden.

Die illegalen Knallkörper explodieren nicht nur mit einem ohrenbetäubenden Lärm, sondern besitzen häufig eine Sprengkraft, die zu schweren Verletzungen führen kann. Christian Lohrer von der Bundesanstalt für Materialprüfung sagte: "Bei deutschen Böllern, die mit Schwarzpulver gefüllt sind, droht höchstens eine Verbrennung der Finger. Bei einem illegalen Knaller ist unter Umständen die ganze Hand ab." Die Warnungen vor den Gefahren schrecken aber seit Jahren offenbar genauso wenig ab wie juristische Folgen. Wer bei der Einreise mit verbotener Pyrotechnik erwischt wird, riskiert ein Strafverfahren. Hinzu kommen hohe Kosten, weil die Böller aus Polen und Tschechien von Experten kontrolliert gesprengt werden müssen. Trotz Kontrollen bei der Einreise läuft der Verkauf dieser Feuerwerke zumeist ganzjährig auf den grenznahen Märkten - unterschiedliche Gesetze innerhalb der Europäischen Union machen es möglich.

Statistiken über die illegale Einfuhr oder über Verletzungen durch ausländische Böller haben die bundesdeutschen Behörden nach eigenen Angaben nicht.

Umweltminister ruft zum Verzicht auf

Sachsens Umweltminister Frank Kupfer hat unterdessen die Bürger des Freistaates zu einem maßvollen Umgang mit Feuerwerk zum Jahreswechsel aufgerufen. "Ich würde mir wünschen, dass die Sachsen dieses Jahr mit einem kleineren Feuerwerk ausklingen lassen", sagte der CDU-Politiker. Wer auf Raketen und Knallkörper verzichte, helfe die Belastung der Luft mit den gefährlichen Verbrennungspartikeln zu verringern und ganz nebenbei Abfall zu sparen.

In den ersten Stunden des neuen Jahres wird nach Angaben des Ministers vor allem in Großstädten oft das Hundertfache des sonst in einem Kubikmeter Luft enthaltenen Feinstaubs gemessen. Laut Ministerium wurden zu Jahresbeginn 2012 in Leipzig Spitzenwerte von 1.800 Mikrogramm pro Kubikmeter registriert. Üblicherweise liegt der Wert an normalen Tagen bei 30 bis 40 Mikrogramm in Großstädten.

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Zuletzt aktualisiert: 27. Dezember 2012, 18:59 Uhr