Autos fahren über Markierungen der Spurensicherung.
Bildrechte: dpa

Radfahrerin bei illegalem Autorennen totgefahren Kölner Raserprozess wird neu aufgerollt

BRISANT | 06.12.2017 | 17:15 Uhr

Zwei Männer fahren in Köln ein Autorennen, eine Radfahrerin stirbt. Im ersten Prozess werden die Raser zu Bewährungsstrafen verurteilt. Jetzt wird der Prozess neu verhandelt.

Autos fahren über Markierungen der Spurensicherung.
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Vor zwei Jahren lieferten sich zwei Autofahrer ein illegales Rennen. In einer Kurve kam der vorausfahrende Angeklagte ins Schleudern. Sein Wagen erfasste eine 19-jährige Studentin, die auf dem angrenzenden Radweg fuhr. Drei Tage später erlag die junge Frau ihren schweren Kopfverletzungen. Sie starb. Das Kölner Landgericht verurteilte den Fahrer des Unfallwagens zu zwei Jahren und seinen Mitstreiter zu einem Jahr und neun Monaten, beide auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft legte jedoch Revision dagegen beim Bundesgerichtshof (BGH) ein. Der hob das Urteil teilweise auf.

"Bewusst eine Gefahrensituation geschaffen"

Die Begründung: Die BGH-Richter hielten die Höhe der verhängten Strafen zwar für angemessen, nicht aber die Aussetzung zur Bewährung. Das Landgericht habe nicht berücksichtigt, dass die beiden Männer durch ihren aggressiven Fahrstil bewusst eine Gefahrensituation geschaffen hätten. Die zwei jungen Männer müssen sich deshalb nun erneut vor dem Kölner Landgericht verantworten.

Verkehrsrechtler: "An der Strafhöhe wird sich nichts ändern"

Zwischenzeitlich wurden in Berlin zwei junge Männer nach einem tödlichen Raserunfall wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Dass sich die Kölner Richter an diesem Fall orientieren werden, sei aber unwahrscheinlich, sagt Jochen Wiegand, Anwalt und Experte für Verkehrsstrafrecht in Dortmund. Denn der BGH habe sich in seiner Entscheidung nicht zur Höhe der Strafe geäußert, sondern lediglich zu der Frage, ob eine Aussetzung auf Bewährung richtig war. "An der Strafhöhe", vermutet Wiegand, "wird sich nichts ändern". Für den neuen Prozess sind zunächst zwei weitere Verhandlungstage bis zum 19. Dezember angesetzt.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. Dezember 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2017, 19:43 Uhr

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