Charles und Camilla
Bildrechte: IMAGO

Prinz Charles Der ewige Thronfolger wird 68

BRISANT | 14.11.2016 | 17:15 Uhr

Charles und Camilla
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Großbritanniens Thronfolger Prinz Charles ist 68 Jahre alt. Andere in seinem Alter sind schon in Rente. Er allerdings kann den Job, auf den er sein Leben lang gewartet hat, bis heute noch nicht antreten. So lange wie Königin Elizabeths ältester Sohn hat noch kein britischer Prinz auf den Thron gewartet. Doch gerade deswegen ist er für den Spitzenjob gut gerüstet: "Charles hatte mehr als 40 Jahre Zeit, die Welt zu bereisen und Staatschefs zu treffen", sagt seine Biographin Penny Junor. "Er ist unglaublich gut vorbereitet." Gerade bereiste er zusammen mit seiner Frau Camilla die Vereinigten Arabischen Emirate. Im März dieses Jahres war er im Balkan unterwegs. In Kroatien, Serbien, Montenegro und dem Kosovo galt es, Kontakte zu pflegen.

Kein Zuckerschlecken

Die Jahre des Wartens waren für Charles kein Zuckerschlecken. Vor reichlich 20 Jahren, als seine Affäre mit Camilla Parker Bowles und die Trennung von seiner weltweit verehrten Frau Diana die Schlagzeilen beherrschten, kämpfte Charles gegen Forderungen, sein Recht auf den Thron aufzugeben. 1997 erschütterte Dianas Unfalltod das Land und die britische Monarchie. Doch dann gewann der Prinz ganz allmählich die öffentliche Akzeptanz zurück. Umfragen zufolge will ihn heute eine Mehrheit als König sehen.

Biografin: "Es war ein langer Weg"

Mit der Erziehung seiner Söhne William und Harry zu beliebten jungen Männern, baute Charles ein bodenständigeres Image auf. Gleichzeitig engagiert er sich für wohltätige Zwecke. Dass die Briten schließlich Camilla vergaben, war für Charles von entscheidender Bedeutung. Das Paar heiratete 2005. Heute ist die Frau, die er seit mehr als vier Jahrzehnten liebt und die früher mit Hass-Mails bombardiert wurde, immer an seiner Seite. "Es war ein langer, langer Weg, bis er das Vertrauen der Öffentlichkeit wieder hatte", sagt seine Biographin Junor. "Aber seit er Camilla zur Frau hat, ist er einfach viel glücklicher - und ein glücklicherer Mann arbeitet besser."

Lieblingsthema: Umwelt

Seine Rente spendet Charles einer Wohlfahrtsorganisation für Senioren - und wird damit seinem Ruf als vielbeschäftigter Philanthrop gerecht. "Heute habe ich mehr denn je das Gefühl, dass es meine Pflicht ist, mich um die Leute und ihr Leben in diesem Land zu kümmern und nach Verbesserungen zu streben", sagte er zu seinem Renteneintritt dem US-Nachrichtenmagazin "Time". In erster Linie engagiert sich der Kronprinz in Umweltfragen. Er hält aber auch bei anderen Themen mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. So macht er aus seiner Abneigung gegen modernistische Architektur keinen Hehl, während er zum Leidwesen vieler Schulmediziner die alternative Medizin unterstützt.

Doch Charles schlägt auch Ablehnung entgegen. Bei Protesteten 2010 attackierten Studenten seine Limousine und riefen: "Kopf ab".  Als abgehoben sehen Charles manche. Anderen passt nicht, wie er die Regierung beeinflusst, obwohl sich die Monarchie aus der Politik raushalten soll. "Er spricht mit Ministern nur über seine Lieblingsthemen wie Umwelt und Bildung. Aber das Thema Finanzen zum Beispiel ignorierte er selbst in der Finanzkrise", sagt Graham Smith von der Anti-Monarchie-Bewegung "Republic". Die royale Lehrzeit dauert wahrlich schon lange. Sein Meisterstück muss er als König abliefern. Kann sein, dass ihm am Ende ein Publikumserfolg gelingt.

Er wird ein König sein, der wirklich weiß, wie die Menschen leben. Und jetzt, da er etwas lockerer wird, wird er beliebter. Das macht ihn selbstbewusster. Er wird ein guter König.

Charles' Biografin Penny Junor

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2013, 15:47 Uhr

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