Skiunfall von Prinz Johan Friso : Keine Erlösung für Königin Beatrix
Brisant | 22.02.2012 | 17:15 Uhr
Noch immer keine erleichternden Nachrichten für das niederländische Königshaus. Prinz Johan Friso ringt weiter auf der Intensivstation um sein Leben. Inzwischen wurde auch der Mann, mit dem Johan Friso bei seinem Skiunfall unterwegs war, vernommen. Die Königsfamilie steht in dieser schweren Zeit zusammen. Johan Frisos Ehefrau Mabel, seine Mutter Königin Beatrix als auch seine Brüder, Kronprinz Willem Alexander und Prinz Constantijn sind ständig am Krankenbett.
Das niederländische Königshaus hat derzeit sein Zentrum in Österreich. Grund ist der tragische Skiunfall des zweiten Sohnes von Königin Beatrix. Täglich eilt die Monarchin an das Krankenbett des 43-jährigen Johan Friso im Innsbrucker Universitätskrankenhaus. Der Gesundheitszustand des Prinzen sei, so die Ärzte, stabil, aber sehr ernst. Noch immer hüllen sich die Ärzte in Schweigen, was die Genesungsaussichten des 43-Jährigen betrifft. Die medizinische Prognose sieht allerdings nicht gut aus. Ab drei Minuten Kreislaufstillstand beginne das Gehirn Schaden zu nehmen, erklärte der Berliner Intensivmediziner Lorenz Reill der Nachrichtenagentur dpa. "Wenn jemand jedoch 20 Minuten lang nicht geatmet hat, ist von einem Hirnschaden auszugehen."
Königin Beatrix und ihre Schwiegertochter Mabel besuchen Johan Friso täglich in der Uniklinik Innsbruck. Auch Kronprinz Willem Alexander und andere Mitglieder der Familie sind ständig zu Gast im Krankenhaus. Willem Alexander und seine Frau Maxima kümmern sich vor allem um die Töchter des verunglückten Prinzen, die fünfjährige Zaria und die sechsjährige Luana. Willem Alexander wies dabei auch aufdringliche Reporter zurecht. "Haben Sie überhaupt keinen Respekt?", fragte er niederländischen Medien zufolge Fotografen, die die Mädchen beim Skifahren fotografieren wollten. Die gesamte Königsfamilie hält sich derzeit in Lech auf, wo die Oranien-Nassauer seit mehr als 40 Jahren ihren Winterurlaub verbringen.
Begleiter verhört
Inzwischen rückt ein anderer Mann immer stärker ins mediale Interesse: Der Lecher Hotelier Florian Moosbrugger. Er ist seit Kindertagen ein Freund des Prinzen. Bei ihm hat die Familie im Urlaub gewohnt. Und mit Moosbrugger war der Prinz unterwegs, als er von der Lawine überrollt wurde. Moosbrugger selbst konnte sich durch das Auslösen eines Lawinenrucksackes retten. Schnell holte Moosbrugger Hilfe für den Verschütteten, doch der lag trotzdem mehr als 20 Minuten unter einem knappen Meter Schnee. Nach dem Unglück am vergangenen Freitag stand der 42-Jährige zunächst unter Schock. Nun berichtet die österreichische Kronenzeitung, dass Moosbrugger von der Polizei verhört wurde. Die Justiz ermittle gegen ihn wegen fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen, sagte Heinz Rusch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Feldkirch. Die Ermittlungen sollen noch mehrere Wochen andauern. Dabei soll unter anderem geklärt werden, wer die Lawine ausgelöst hat. Weitere Skilehrer, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks in der Nähe befanden, sollen als Zeugen vernommen werden.
Trost von der Königin
Beistand erfährt Hotelier Moosbrugger indes von der niederländischen Königin. Moosbruggers Mutter erzählte im ORF, die 74-Jährige habe ihren Sohn umarmt und ihn behandelt wie ihren eigenen. Ihr Sohn bange nun gemeinsam mit der königlichen Familie um Johan Friso. Die Mutter des Hoteliers verteidigte die beiden Männer, die trotz hoher Lawinengefahr abseits der Piste Ski gefahren waren. Johan Friso und ihr Sohn Florian seien besonnene Skifahrer, so Frau Moosbrugger im ORF. An dem Hang waren am Freitagmorgen Sprengungen durchgeführt worden, doch dabei habe sich keine Lawine gelöst. Auch habe es mehrere Abfahrtsspuren gegeben. Daher hätten sich die beiden Skifahrer sicher gefühlt.

