Königin Maxima und König Willem-Alexander der Niederlande
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Sie war bis zum Schluss bei ihm Königin Máxima trauert um ihren Vater

BRISANT | 09.08.2017 | 17:15 Uhr

Eigentlich kennt man Königin Máxima gutgelaunt und strahlend, doch jetzt ist sie in grenzenloser Trauer: Ihr Vater, Jorge Zorreguieta, ist mit 89 Jahren nach einem Krebsleiden in Buenos Aires gestorben. Doch so groß der Schmerz bei Máxima auch ist, in Argentinien war ihr Vater wegen seiner Rolle in der Militärdiktatur umstritten.

Königin Maxima und König Willem-Alexander der Niederlande
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Schon seit Tagen besuchte Königin Máxima ihren Vater am Krankenbett in einer Klinik in Buenos Aires. Auch am Nachmittag des 8. August saß sie am Bett, als ihr Vater mit 89 Jahren in Argentiniens Hauptstadt starb. Vor einer Woche war Jorge Zorreguieta mit einer Lungenentzündung eingeliefert worden. Nun teilte der niederländische Königspalast mit, dass der Vater von Königin Máxima an Lymphdrüsenkrebs gestorben sei.

Bei offiziellen Terminen nicht erwünscht

Máximas Vater war wegen seiner Rolle während der Militärdiktatur unter Führung von Jorge Rafael Videla umstritten. Zorreguieta war von 1976 bis 1979 Unterstaatssekretär und von 1979 bis 1981 Staatssekretär für Landwirtschaft in der Regierung. Vorher war er hoher Funktionär in der Großgrundbesitzer-Vereinigung SRA, die intensiv an der Planung des Staatsstreichs mitgewirkt hatte. Das war auch der Grund dafür, dass Zorreguieta 2002 nicht zu Máximas Hochzeit mit Willem-Alexander, dem damaligen Kronprinzen und heutigen König der Niederlande, eingeladen war. Auch bei den Krönungsfeierlichkeiten 2013 war Jorge Zorreguieta nicht dabei.

Königin Maxima der Niederlande begrüsst ihren Vater Jorge Zorreguieta beim Besuch der Universität in Buenos Aires (Argentinien) am 11.10.2016.
Ein Foto vom 11. Oktober 2016: Königin Máxima der Niederlande begrüßt ihren Vater, Jorge Zorreguieta, beim Besuch der Universität in Buenos Aires. Bildrechte: dpa

Historiker: Zorreguieta muss von den Greultaten gewusst haben

Das Königshaus hatte eigens den Historiker Michiel Baud mit Nachforschungen beauftragt und war zu dem Ergebnis gekommen, dass Zorreguieta von den Tausenden Menschen, die während der Militärdiktatur verschwanden, Kenntnis gehabt haben musste. Viele von ihnen wurden über dem Río de la Plata aus Flugzeugen geworfen. "Herr Zorreguieta hatte eine hohe Position. Er konnte nicht ignorieren, was im Land geschah", sagte Baud im Jahr 2011 der Zeitung "La Nación". Der Vater von Königin Máxima bestritt zeitlebens, etwas davon gewusst zu haben. Folter und Ermordungen waren während der Diktatur von 1976 bis 1983 an der Tagesordnung. Die Zahl der Opfer wird auf bis zu 30.000 geschätzt.

Máximas Vater durfte aber zu privaten Feiern der Königsfamilie in die Niederlande reisen. Zuletzt nahm er 2011 an den Feiern zum 40. Geburtstag seiner Tochter teil. Die niederländische Königsfamilie reiste auch öfter im Urlaub nach Argentinien.

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2017, 18:23 Uhr

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