Prinzessin Diana vor der britischen Fahne
Prinzessin Diana vor der britischen Fahne (Aufnahme von 1996) Bildrechte: dpa

Lady Diana Vor 20 Jahren starb die "Königin der Herzen"

BRISANT | 30.08.2017 | 17:15 Uhr

Prinzessin Diana vor der britischen Fahne
Prinzessin Diana vor der britischen Fahne (Aufnahme von 1996) Bildrechte: dpa

In der Nacht vom 30. zum 31. August 1997 wurde Lady Di in Paris einen schweren Verkehrsunfall verwickelt. Wenige Stunde später war sie tot. Der Fahrer ihres Unglücksfahrzeugs hatte fast zwei Promille im Blut.

Das am 03.10.2007 durch das Britain's H.M. Coroner's office veröffentlichte Videostandbild der ܜberwachungskamera des Ritz Hotels, zeigt Prinzessin Diana und ihren Freund Dodi al Fayed am späten Nachmittag des 30.08.1997 im Fahrstuhl des Ritz Hotels in Paris (Frankreich).
Die Überwachungskamera im Fahrstuhl des Ritz Hotels in Paris machte eines der letzten Bilder der Prinzessin. Veröffentlicht wurde das Bild 2007. Bildrechte: dpa

Als sie ins Krankenhaus gebracht wurde, stellten wir eine schwere innere Blutung und als Folge einen Herzinfarkt fest. Eine Ader in ihrem linken Lungenflügel war geplatzt. Obwohl es uns gelang, die Ader zu schließen und trotz zweistündiger Herzmassage haben wir sie nicht wiederbeleben können. Um vier Uhr morgens war sie tot.

Chefarzt Pitié-Salpêtrière

Die Worte des Chefarztes des Pariser Krankenhauses Pitié-Salpêtrière lösen weltweit einen Schock aus. Prinzessin Diana, Lady Di, lebt nicht mehr.

Das Auto, ein schwarzer 600er-Mercedes, wurde gegen vier Uhr aus der Unterführung transportiert. Der Wagen ist von vorne kaum noch wiederzuerkennen, er war offenbar in die 200 Meter lange Unterführung gerast und gegen einen Pfeiler geknallt.

Thomas Jung, Reporter

Wirklich nur ein Opfer im Umgang mit der Boulevardpresse?

Die Schuldigen stehen rasch fest - jedenfalls für die Öffentlichkeit: Es sind die Journalisten. Sie sind permanent auf der Jagd nach Fotos und schließlich diejenigen, die Lady Di nach Ansicht vieler in den Tod getrieben haben. Über diese Jagd hatte sich Diana immer wieder beschwert. Aber ist sie wirklich nur ein Opfer im Umgang mit der Boulevardpresse?

Charmeoffensive mit Wirkung

Am 29. Juli 1981 geben sich Prinz Charles und Diana sich das Ja-Wort. Die Medien weltweit berichten von diesem vermeintlich wunderbaren Ereignis. Aber schon Wochen und Monate zuvor steht das Brautpaar im Blickpunkt des allgemeinen Interesses. Das ist nicht leicht für die Kronprinzessin. Kritische Artikel perlen an ihr nicht ab, sie tun ihr weh. Und so fängt sie bald an, die Journalisten – das sind vor allem Journalisten des Boulevard – zu umwerben. Denn deren positiven Blick auf sich benötigt Diana, wenn sie die "Königin der Herzen" werden will.

Die Charmeoffensive von Lady Di zeigt bei der männerdominierten Journaille Wirkung. Die Prinzessin ist ganz anders als die üblichen Royals: Umgänglich, freundlich, selbst nachts kontaktierbar und charmant. Public Relations – für sie weit mehr als nur lästige Pflicht.

Sie hat von den Medien gelebt, sie hat für die Medien gelebt. Sie hat zum Teil die Presse benutzt, sie hat sie zum Teil manipuliert für ihre eigenen Zwecke. Sie war selbst ja auch besessen von ihrem eigenen Image. Auf der anderen Seite muss man natürlich erkennen und zugeben, dass Diana auch ein Opfer war.

ARD-Korrespondent Jürgen Krönig, 1997

Die Bemühungen Dianas machen sich bezahlt. Als die ehelichen Probleme nicht mehr unter den Tisch zu kehren sind, stellt sich die Öffentlichkeit deutlich auf ihre Seite. Sie ist das Opfer, Prinz Charles der Buhmann. Ihr Tod löst dann auch weit mehr als Betroffenheit aus.

Es gab ja sogar Berichte von Menschen, die Stunden in den Schlangen gestanden hatten vor den Kondolenzbüchern im St. James-Palast, die herauskamen und sagten: Ja, wir haben eine Vision gesehen, Dianas Bildnis ist uns erschienen. Und sie haben darauf beharrt.

Jürgen Krönig, ARD-Korrespondent

Lady Di verstirbt mit 36 Jahren. Ihr Tod liegt mittlerweile zwei Jahrzehnte zurück. Doch aus dem Boulevard ist sie bis heute nicht verschwunden.

Begleitet von der Königlichen Garde wird die Geschützlafette mit Prinzessin Dianas Sarg durch die Londoner Innenstadt zur Westminster Abbey gezogen (Archivfoto vom 06.09.1997). Zwei Millionen säumen den Trauerzug der verunglückten Prinzessin Diana in London. Ihren letzten Weg können weltweit bis zu 2,5 Milliarden Menschen am Bildschirm verfolgen
06.09.1997: Der Trauerzug mit Prinzessin Dianas Sarg zieht durch die Londoner Innenstadt zur Westminster Abbey. Zwei Millionen Menschen säumen die Straßen Londons. Ihren letzten Weg verfolgen weltweit bis zu 2,5 Milliarden Menschen am Bildschirm. Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 30. August 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. August 2017, 20:40 Uhr

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