Letizia von Spanien
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Alles Gute zum Geburtstag, Königin Letizia! Journalistin, Stil-Ikone, Königin

BRISANT | 15.09.2017 | 17:15 Uhr

Mit elf Jahren moderierte Letizia ihre erste Radiosendung. Sie wurde Journalistin, lernte über den Beruf Kronprinz Felipe kennen. Nun ist sie Königin von Spanien, feiert ihren 45. Geburtstag – und ist beliebter denn je.

Letizia von Spanien
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Letizia ist eine Frau, die weiß, was sie will. Und die weiß, was sie tun muss, um zu bekommen, was sie will. So hat die Journalistin ihren Traumjob aufgekündigt und sich den neuen Aufgaben an der Seite des Kronprinzen Felipe gestellt. Am 22. Mai 2004 gab sich das Paar in der Almudena-Kathedrale von Madrid das Ja-Wort. Aus der bürgerlichen Moderatorin wurde die Prinzessin von Asturien. Am 31. Oktober 2005 erfüllte sie eine ihrer wichtigsten Pflichten als Kronprinzessin: Letizia brachte Töchterchen Leonor zur Welt. Am 29. April 2007 wurde, unter großer Anteilnahme der spanischen Öffentlichkeit, Infantin Sofia geboren. Am 19. Juni 2014 wurde Letizia schließlich an der Seite von Felipe VI. zu einer der jüngsten Königinnen Europas. Ihr Mann übernahm an diesem Tag den Thron von seinem Vater.

Positive Bilanz Letizia und Felipe krempeln Spaniens Monarchie um

Felipe ist neuer König von Spanien
Nach der Abdankung von Juan-Carlos war die spanische Königsfamilie unbeliebt wie nie. Doch der neue König Felipe und seine Frau Letizia haben der spanischen Monarchie einen modernen Anstrich verpasst. Bildrechte: Getty Images
Felipe ist neuer König von Spanien
Nach der Abdankung von Juan-Carlos war die spanische Königsfamilie unbeliebt wie nie. Doch der neue König Felipe und seine Frau Letizia haben der spanischen Monarchie einen modernen Anstrich verpasst. Bildrechte: Getty Images
König Felipe und Letitzia auf Mallorca
Am ersten Jahrestag seiner Thronbesteigung machte Spaniens König Felipe VI. seinem Ruf als bescheidener Saubermann alle Ehre. Es gab keine Feier. Der König verteilte Orden und würdigte die Verdienste anderer. Bildrechte: dpa
Die spanische Königsfamilie auf Mallorca
Der neue König gibt sich volksnah und leger, ganz im Gegensatz zu seinem Vater Juan Carlos. Mit seiner bedächtigen und diskreten Art hat Felipe den Ruf der spanischen Monarchie schnell aufpoliert. Bildrechte: dpa
König Felipe, Königin Letizia und die Prinzessinnen  Leonor und Sofia
Von Elefantenjagden und Ehekrisen ist keine Rede mehr. In Spanien wird nicht mehr debattiert, ob die Monarchie abgeschafft werden soll. Bildrechte: dpa
Spaniens König Felipe und Königin Letizia bei der Ankunft in Rabat, Morocco.
Felipe - hier mit seiner Frau zu Gast in Marokko - kürzte sein eigenes Gehalt. Er untersagte den Mitgliedern des Königshauses, für private Firmen zu arbeiten. Und er erließ einen Verhaltenskodex für die Annahme von Geschenken. Seiner - wegen des Verdachts des Steuerbetrugs angeklagten - Schwester Cristina erkannte er den Titel Herzogin von Palma de Mallorca ab. "Nicht einmal die größten Optimisten hatten erwartet, dass Felipes erstes Jahr so gut verlaufen würde", sagte ein früherer hoher Beamter des Königshauses dem Blatt "El Periódico". Bildrechte: dpa
Königin Letizia, König Felipe und Matteo Renzi
Königin Letizia - die erste Königin Spaniens aus bürgerlichem Haus - hat sich nach Einschätzung der Kommentatoren der Zeitung "El Mundo" in ihrem Amt zum Positiven verändert. Sie wirke gelöster, freundlicher und umgänglicher als früher. "Aus der traurigen Prinzessin ist eine glückliche Königin geworden", konstatierte "El Mundo". Bildrechte: dpa
Felipe und Letizia beim Papst
Letizia ist dabei, in der Rolle der Königin, die in der Verfassung nicht festgelegt ist, einen eigenen Stil zu entwickeln. Dabei möchte sie nicht als eine protokollarische Figur verstanden werden. Allerdings wird sie in der Öffentlichkeit in erster Linie nach ihrem Aussehen, ihrer Kleidung und ihren Frisuren beurteilt. Bildrechte: dpa
Die spanische Königsfamilie, 2014
Kronprinzessin Leonor ist die jüngste Thronfolgerin in Europa. Felipe und Letizia schirmen sie und ihre ein Jahr jüngere Schwester Sofía von der Öffentlichkeit weitgehend ab. Es kommt zuweilen vor, dass die Spanier die blonden Königstöchter monatelang nicht zu sehen bekommen. Die Mädchen sollen, so wollen es die Eltern, eine möglichst normale Kindheit haben. Sie haben keine eigenen Lehrer, sondern besuchen mit anderen Kindern eine private Schule. Bildrechte: dpa
Spaniens König Juan Carlos
Ex-König Juan Carlos tritt seit seiner Abdankung nur noch wenig öffentlich in Erscheinung. Er trägt ehrenhalber weiter den Titel eines Königs. Ab und zu nimmt er als Repräsentant des Königshauses, der mit einer umstrittenen Elefantenjagd in Afrika 2012 seinen Niedergang eingeleitet hatte, offizielle Termine wahr. Bildrechte: AP Photo/Balleseros
Das Spanisches Königspaar Juan Carlos und Sofia, 2011
Ex-Königin Sofia ist in den Hintergrund, aber nicht in den Ruhestand getreten. König Felipe VI. legt viel Wert darauf, dass seine - bei den Spaniern populäre - Mutter weiter Aufgaben für das Königshaus wahrnimmt. Bei einem Thema gibt es aber offensichtlich eine Differenz zwischen Mutter und Sohn: Während Felipe den Kontakt zu seiner Schwester Cristina weitgehend abgebrochen hat, besucht Sofía bisweilen ihre Tochter und deren Familie in Genf. Bildrechte: IMAGO
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Zufrieden, entspannt, angekommen

Doch es war kein leichter Weg. Nach ihrer Verlobung mit dem spanischen Kronprinzen sah Letizia erschreckend mager aus, hatte sich Letizias Körper zunehmend verflüchtig. Nach ihrer Hochzeit wurde über eine Magersucht spekuliert und darüber, dass der palastinterne Druck sie "aufzuzehren" scheine. Doch diese Zeit ist vorbei. Heute wirkt Letizia in ihrer kleinen Familie zufrieden, entspannt - irgendwie angekommen. Vieles ist besser geworden, seit König Felipe vor drei Jahren den Thron bestieg. Letizias Schwiegervater Juan Carlos ist mittlerweile von der Bildfläche verschwunden. Seine zahlreiche Affären, seine Luxus-Safaris mitten in der schlimmsten Wirtschaftskrise – all das stieß in Spanien auf Unverständnis. Genauso abgemeldet: Felipes Schwester Cristina und ihr Mann, die wegen der Veruntreuung von Millionenbeträgen vor Gericht standen und nun ganz offiziell nicht mehr Teil der königlichen Familie sind.

Eine Frau und ein Mann sitzen hinter einem Tisch auf Stühlen und klatschen in die Hände.
Dass Letizia mit ihrer Rolle als Kronprinzessin haderte, belastete zeitweise auch ihre Ehe. Doch davon ist nichts mehr zu sehen. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Der Etat des Königshauses ist deutlich zusammengestrichen. Felipe und Letizia treten jetzt fast nur noch zu zweit auf. Das Paar zeigt sich arbeitsam, bescheiden und feinfühlig. "Sie führen eine Ehe, in der der König sehr viel Wert auf die Meinung von Letizia legt", sagt Journalist der spanieschen Zeitung "El Confidencial", Nacho Gay.

Sie hat großen Einfluss auf seine Entscheidungen. Und sie war einer der Menschen, die ihn am meisten gedrängt haben, das Image der Königsfamilie auf Vordermann zu bringen.

Nacho Gay

Eine perfekte Königin

Sie scheint heute Lichtjahre entfernt von der Letizia, die bei der Verlobung patzte. Damals fuhr sie zuerst ihrem Zukünftigen gegen jedes Hofprotokoll in die Parade. Dann ließ sie die entgeisterten Schwiegereltern warten, um noch ein Schwätzchen mit den Journalisten zu halten. Seitdem hat die ehrgeizige, ehemalige Fernsehjournalistin hart an sich gearbeitet: Englischkurse, Politiklektionen, Nasenkorrektur.  Eine perfekte Königin. Vielleicht fast ein bisschen zu perfekt.

Aus der traurigen Prinzessin ist eine glückliche Königin geworden.

Zeitung "El Mundo"

König Felipe, Königin Letizia und die beiden Prinzessinnen Leonor und Sofia von Spanien
Eine glückliche Familie: König Felipe, Königin Letizia und die beiden Töchter, Prinzessin Leonor und Prinzessin Sofia von Spanien. Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 15. September 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2017, 22:28 Uhr

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