Luxemburg im Hochzeitsfieber : Luxemburgs Thronfolger hat "Jo" gesagt
Brisant | 22.10.2012 | 17:15 Uhr
Luxemburgs Thronfolger Guillaume und Gräfin Stéphanie de Lannoy haben sich getraut. Nach der standesamtlichen Eheschließung am Freitag folgte am Samstag die kirchliche. 1.400 Gäste waren dabei, als sie "Jo" sagten.
In der Kathedrale Notre-Dame haben am Samstag Luxemburgs Thronfolger Guillaume und die belgische Gräfin Stéphanie de Lannoy ihre Liebe vor dem Kirchen-Altar von Erzbischofs Jean-Claude Hollerich besiegeln lassen. Die Kirche in der Hauptstadt des Landes zierte ein Blumenmeer, darunter 3.000 weiße Rosen. Die Braut trug dabei ein Traum von einem Kleid: In dem elfenbeinfarbenen Gewand waren zehn Kilometer Silberfäden verwoben, zudem war es mit 50.000 Perlen besetzt. Ein 15 Meter langer Schleier hüllte sie in Anmut und Grazie.
Die 28-Jährige war zudem mit einem Diadem geschmückt und hatte den Verlobungsring ihrer im August verstorbenen Mutter an der Hand. Der zwei Jahre ältere Bräutigam, der als ältester Sohn Großherzog Henris diesem auf den Thron folgen soll, war mit einer Uniform mit breiter gelber Schärpe bekleidet. Am Ende der Zeremenie verlas der Erzbischof eine Botschaft des Papstes, in der dieser dem Paar seinen apostolischen Segen gab. Nach der Vermählung zeigt sich das Paar überglücklich auf dem Balkon des großherzoglichen Palastes der dort wartenden jubelnden Menge. Stéphanie ist nun Prinzessin und Erbgroßherzogin von Luxemburg.
Das kleine Luxemburg empfängt die große Welt
Zur Hochzeit waren gekrönte Häupter und Nachfahren des europäischen Adelsgeschlecht angereist. Darunter waren Kronprinz Felipe und seine Frau Letizia von Spanien, Kronprinz Willem-Alexander und seine Frau Máxima der Niederlande sowie die niederländische Königin Beatrix. Seine Hochzeit sei ein Ereignis von internationaler Dimension und deshalb eine gute Gelegenheit für Luxemburg, sich festlich zu zeigen, hatte der 30-jährige Erbgroßherzog Guillaume im Vorfeld des Festes erklärt. Seine 28-jährige Braut hatte etwas bescheidener hinzugefügt, es handele sich aber auch um "eine ganz normale Hochzeit zwischen Guillaume und mir". Wie die Nachrichtenagentur dapd berichtet, lernt sie bereits Luxemburgisch. Ihre belgische Staatsbürgerschaft wolle sie ablegen, um "irgendwann Großherzogin des Landes zu werden".
Eheschließung im Rathaus
Am Freitag hatte das Paar bereits standesamtlich - sie in weißem Kostüm mit silbernen Schuhen, er im blauen Anzug - im Rathaus in Luxemburg die Ehe geschlossen. Die Trauung dort hatte im kleinen Kreis stattgefunden. Es war das erste Mal, das ein Mitglied der großherzoglichen Familie nicht im Palast geheiratet hatte. Im Palast hatte dann am Abend ein glanzvolles Gala-Dinner mit rund 350 Gästen stattgefunden, bei dem zahlreiche Adelsvertreter anwesend waren. Die Hochzeitsgesellschaft wurde mit wahren Gaumenfreuden verwöhnt. Es gab Cannelloni von Wildbarsch mit Langustinentartar, Austern und Kaviar, Täubchenbrust gefüllt mit Gänseleberpastete in Kohl, eingelegte Entenkeule und als Dessert Schokolade und Birne Hélène.
Freude beim Volk
Rund 200 Gäste waren vor der standesamtlichen Trauung zu einem Regierungs-Empfang im Großen Theater geladen. Darunter waren auch Menschen, die am selben Tag wie der Prinz oder die Gräfin geboren wurden sowie frühere Klassenkameraden. Für die gut 500.000 Einwohner des Mini-Staates zwischen Belgien, Deutschland und Frankreich ist die Hochzeit des Thronfolgers selbstverständlich ein großes Ereignis. Viele denken so wie Maribelle Ramoneta: "Ich denke Luxemburg wird von der Hochzeit profitieren. Es ist so ein kleiner Staat, über den wenig und auch nicht immer positiv gesprochen wird, was eine Schande ist für dieses wundervolle Land."
Und die Luxemburger stehen hinter ihrer Staatsform, einer Erbmonarchie mit Großherzog Henri von Nassau-Weilburg an der Spitze. Wenn die Luxemburger zu wählen hätten zwischen einer rein demokratischen Regierung und der Monarchie, so würde die Monarchie gewinnen.







