Emotionale Einblicke Prinz Harry spricht über den Tod seiner Mutter

BRISANT | 18.04.2017 | 17:15 Uhr im Ersten

Erstmals hat Prinz Harry öffentlich ausführlich über seine psychischen Probleme nach dem Tod seiner Mutter Diana vor knapp 20 Jahren gesprochen. Er habe jegliche Gefühle unterdrückt, bis er als junger Mann zwei Jahre lang in ein "totales Chaos" gestürzt sei, sagte Harry in einem Interview.

Bildkombo: Prinz Harry von Großbritannien am 16.03.2017 bei der «Veterans' Mental Health Conference» in London (l) und vor zwanzig Jahren am 06.09.1997 bei der Trauerfeier für seine Mutter, Prinzessin Diana in London.
Fast 20 Jahre liegen zwischen diesen Aufnahmen. Harry heute und 1997. Bildrechte: dpa

William als große Hilfe für Harry

"Ich steckte den Kopf in den Sand und habe mich geweigert, an meine Mutter zu denken", sagte Harry der Zeitung "The Telegraph". "Das hatte sehr ernsthafte Auswirkungen nicht nur auf mein persönliches Leben, sondern auch auf meine Arbeit." Er habe Angstzustände erlebt und wahrscheinlich mehrmals kurz vor einem Zusammenbruch gestanden. Erst mit 28 Jahren habe er schließlich professionelle Hilfe in Anspruch genommen. Sein Bruder William habe ihn dazu ermuntert. "Er war eine riesige Unterstützung für mich", so Harry.

Lady Gaga und Prinz William werben für Offenheit

Sein Bruder wirbt aktuell gemeinsam mit Pop-Star Lady Gaga für einen offenen Umgang mit psychischen Krankheiten. Man müsse alles unternehmen, um das Thema zu enttabuisieren, sagte Lady Gaga in einem Video-Telefonat mit Prinz William, das der Kensington-Palast am unter anderem auf Facebook veröffentlichte. "Auch wenn es hart war: Das beste, was mir während meiner psychischen Krankheit passieren konnte war, mit anderen darüber zu reden", sagte die Pop-Diva. Sie hatte im vergangenen Jahr erklärt, an einer posttraumatischen Belastungsstörung zu leiden.

Prinz Charles und Prinzessin Diana mit ihren Kindern Harry (l) und William am 01.06.1989 auf den Scilly-Inseln (Großbritannien)
Prinz Charles und Prinzessin Diana mit ihren Kindern Harry (l) und William am 01.06.1989 Bildrechte: dpa

Harry wieder oben auf

Offenheit hat auch bei Prinz Harry geholfen, denn heute sei er wieder in guter Verfassung. Neben der psychischen Betreuung hat ihm aber auch der Boxsport geholfen, wie Harry in dem halbstündigen Interview erzählte. Prinz Harry war zwölf Jahre alt, als seine Mutter 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben kam. Ein Jahr zuvor hatte sich Diana nach einem Rosenkrieg von Prinz Charles scheiden lassen.

Theresa May hebt Harrys Rolle heraus

Nach der Veröffentlichung des Interviews bekam Harry ein Lob von der britischen Premierministerin Theresa May. "Der Mut von Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen und über ihre Erfahrungen sprechen, hilft das Stigma um mentale Gesundheit zu bekämpfen", sagte May.

Zuletzt aktualisiert: 18. April 2017, 14:09 Uhr

Mehr royale Themen