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Spanisches Königshaus distanziert sich von Inaki Urdangarín : Droht den Bourbonen eine Pfändung?

Brisant | 12.02.2013 | 17:15 Uhr

Von der königlichen Homepage wurde er entfernt: Inaki Urdangarín, ehemaliger Handball-Nationalspieler und Ehemann von Infantin Cristina. Das Königshaus geht auf Distanz zum Schwiegersohn, dessen Verwicklung in einen Finanzskandal erneut schlechtes Licht auf die Bourbonen wirft.

Das Jahr 2013 beginnt nicht gut für den spanischen König Juan Carlos I. nach den Skandalen um ihn selbst, wie etwa der umstrittenen Elefantenjagd und seinen gesundheitlichen Problemen, ist es momentan vor allem den Ehemann seiner Tochter Cristina, der das Königshaus der Bourbonen in Bedrängnis bringt.

Inaki Urdangarin
Inaki Urdangarín als Zuschauer bei der Handball-WM

Von 2004 bis 2007 sollen Urdangarín und sein ehemaliger Geschäftspartner Diego Torres mit ihrer vemeintlich gemeinnützigen Stiftung öffentliche Gelder eingestrichen haben. Mindestens sechs Millionen Euro für die Organisation von Kongressen. Urdangarín nutzte soll dabei seinen Status ausgenutzt haben, um Aufträge ohne Ausschreibung zu ergattern. Und auch die Rechnungen sollen überhöht oder sogar fingiert gewesen sein. Mittels Scheinfirmen soll das Geld auf Privatkonten in Steueroasen in Belize, Panama, Luxemburg und in die Schweiz gelangt sein. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Geschäftsmännern deshalb Veruntreuung, Urkundenfälschung und Steuerbetrug vor.

Zunehmend unter Druck

Damit wird es eng für den einstigen Strahlemann und ehemaligen Handball-Nationalspieler: Zwar sah man ihn und Infantin Cristina während der Handball-WM in Spanien - doch er scheut das Rampenlicht, gerät im Korruptionsverfahren um seine dubiose Stiftung zunehmend unter Druck. Ein Gerichtsultimatum zur Zahlung von 8,2 Millionen Euro Kaution ignorierten er und sein ehemaliger Geschäftspartner. Jetzt droht dem Schwiegersohn des Königs die Pfändung seines Besitzes. Für den Journalisten José García Abad, ein Kenner des Falles, keine Überraschung: "Urdangarín zahlt die Kaution nicht, weil er sich selbst damit schwer belasten würde. Es wäre doch verdächtig, wenn er plötzlich acht Millionen problemlos locker machen würde."

Gepfändet werden könnte auch die Villa in Barcelona, wo Urdangarín mit seiner Familie lebt. Geschätzter Wert: acht Millionen Euro. Sein Anwalt legte Widerspruch gegen den Zahlungsbefehl ein: Begründung: Urdangarín drohe die "ungerechte Verarmung". Der überlegt jetzt, das Verfassungsgericht anzurufen. Nutzen könnte wohl wenig: Die Beweislast ist erdrückend. José García Abad, Chefredakteur der Wochenzeitung "El Siglo": "Urdangaríns Situation wird immer auswegloser. Am schwerwiegendsten sind die Informationen, die durch seinen Ex-Geschäftspartner Torres ans Licht kommen: Die ziehen das Königshaus immer tiefer in die Affäre hinein."

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Wie weit ist der König selbst in die Affäre verwickelt?

Diego Torres willl seinen Kopf retten und  behauptet, allein Urdangarin habe über das Geld entschieden. Zum Beweis hat Torres dem Gericht belastende E-Mails zugespielt. Laut diesen war angeblich sogar König  Juan Carlos in die Machenschaften verwickelt, ebenso seine damalige Geliebte Corinna zu Sayn-Wittgenstein.

Juan Carlos
Gesundheitlich angeschlagen: Der spanische König Juan Carlos I. am 11.02.2013 bei einer Audienz.

Ebenfalls unter Verdacht: der persönliche Sekretär der Infantinnen Elena und Cristina: Carlos Garcia Revenga war Schatzmeister der Stiftung. Unklar ist die Rolle von Infantin Cristina. Die Presse ist voller Spekulationen. Wie tief steckt die Infantin im Korruptionssumpf? Auch sie saß im Vorstand der betrügerischen Stiftung. Offiziell hält das Königshaus zu der 47-Jährigen. Doch das Damoklesschwert der Anklage schwebt auch über ihr. Spätestens dann müsste der König handeln. Laut José García Abad von der Wochenzeitung "El Siglo" könnte das heißen, dass Juan Carlos ihr rät auf ihre Rechte als Siebte in der Thronfolge zu verzichten.

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Zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2013, 14:51 Uhr