Veruntreuung von Steuergeldern? : Schwiegersohn von Juan Carlos vor dem Kadi
Brisant | 23.02.2013 | 17:30 Uhr
Iñaki Urdangarín, Ehemann der spanischen Prinzessin Cristina, erschien am Samstag in Palma de Mallorca vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, als Chef einer gemeinnützigen Organisation Steuergelder veruntreut zu haben.
Betrug, Steuerhinterziehung und Unterschlagung - das sind die Anklagepunkte wegen denen Iñaki Urdangarín der Prozess gemacht wird. Im Zuge der Verhandlung wurde der Ehemann der spanischen Prinzessin Cristina am Samstag erneut vor Gericht angehört. Der Vorwurf: Er und sein früherer Geschäftspartner Diego Torres sollen als Chefs der gemeinnützigen Stiftung "Noos" Steuergelder in Millionenhöhe auf Privatkonten verschoben haben. Es war - nach einer weiteren Vernehmung vor rund einem Jahr - bereits das zweite Mal, dass der 45-Jährige dazu unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen befragt wurde. Der ehemalige Handballstar beteuert weiterhin seine Unschuld.
Proteste gegen das Königshaus
Urdangarín war zuvor von Diego Torres schwer belastet worden. Und auch Infantin Cristina und das Königshaus gerieten in die Schusslinie: Der frühere Geschäftspartner von Urdangarín hatte vor einer Woche bei einer Anhörung erklärt, sie wären in die Geldtransaktionen eingeweiht gewesen. Urdangarín wies auch dies entschieden zurück. Nach vier Stunden war die Vernehmung beendet. Die Zweifel aber bleiben. Für das durch diverse Skandale von Juan Carlos gebeutelte spanische Königshaus ist dies ein weiterer Tiefschlag. Zahlreiche Menschen hatten sich bereits vor Beginn des Gerichtstermins getroffen, um gegen die Korruption und die Monarchie zu protestieren. Über die Straße haben die Demonstranten Chorizos gehängt. Der Name der Paprikawurst hat in Spanien eine doppelte Bedeutung. Ein Chorizo - das ist auch ein Gauner.

