Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt : Elf Rinder sterben an Milzbrand
Brisant | 13.07.2012 | 17:15 Uhr
Im Landkreis Stendal ist die Anzahl der an Milzbrand verendeten Tiere gestiegen. Wie der Stendaler Amtstierarzt Schaffer am Freitag mittelte, sind mittlerweile elf Tiere an der Infektionskrankheit gestorben. Zudem würden etwa 50 Menschen, die mit den Tieren Kontakt hatten, vorsorglich mit Antibiotika behandelt.
Vermisste Kuh gehört zur infizierten Herde
Eine Sprecherin des Landkreises Lüchow-Dannenberg teilte weiterhin mit, dass es sich bei der an Milzbrand verendeten Kuh, die am Donnerstag zwischen den Elbufern von Niedersachsen und Brandenburg trieb, um ein vermisstes Tier aus Sachsen-Anhalt handele. Ein Abgleich der Ohrmarken habe Gewissheit gebracht. Das Tier war zuvor in den Fluss gefallen.
Bereits am Donnerstag war die Erkrankung einer Rinderherde mit Milzbrand in der Altmark bekannt geworden. Nach Behördenangaben wurde die Diagnose bereits vom Friedrich-Löffler-Institut in Jena bestätigt. Daraufhin habe der zuständige Landkreis Stendal alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet. Dazu gehörten die Sperre des Bestandes und das Handelsverbot.
Agrarminister Aeikens warnt vor Panikmache
Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens warnte indes vor Panikmache. Aeikens sagte MDR INFO am Freitag, es gebe "keinen Anlass zu flächendeckender Sorge". Bei dem Milzbrandausbruch handle es sich um ein lokales Problem. Milzbrand sei eine "ortsgebundene Krankheit". Eine Übertragung von Tier zu Tier sei nicht zu befürchten.
Aeikens fügte hinzu, die Ursache der Erkrankung sei noch nicht endgültig geklärt. Es werde vermutet, dass die Bakterien im Boden gewesen seien. Die Behörden haben eine Weidefläche im Visier, auf der in der Vergangenheit möglicherweise verendete Tiere begraben wurden. Die etwa 50 Tiere zählende Herde sei deshalb auf eine andere Weide gebracht worden. Den letzten Milzbrand-Fall gab es in der Altmark 1860.
Milzbrand
Milzbrand (Anthrax) wurde das letzte Mal 2009 in Bayern nachgewiesen. Die Krankheit wird durch Bakterien ausgelöst. Sie befällt meist Paarhufer wie Ziegen, Schafe und Rinder. Der Erreger ist ein sporenbildendes Stäbchenbakterium. Die Sporen können unter Umständen Jahrzehnte überleben. Auch Menschen, die hohen Dosen der Milzbrandsporen ausgesetzt sind, können befallen werden. Risikogruppen sind Bauern, Tiermediziner und Schlachthofmitarbeiter. Symptome sind je nach Art der Erkrankung Ausschlag, Husten, Fieber oder Durchfall. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch kam bisher nicht vor. Falls der Milzbrand rechtzeitig erkannt wird, kann er mit Antibiotika bekämpft werden. Im schlimmsten Fall führt er zum Tod.

