Las Vegas: Neue Erkenntnisse Todesschütze feuerte schon vor dem Massaker auf Wachmann

BRISANT | 10.10.2017 | 17:15 Uhr

Der Schütze von Las Vegas hat den Ermittlungen zufolge bereits sechs Minuten vor Beginn des Massakers auf einen Wachmann geschossen. Das sagte Sheriff Joseph Lombardo bei einer Pressekonferenz und korrigierte damit die bisherigen Angaben zum zeitlichen Ablauf der Tat.

Das Mandalay Bay in Las Vegas
Bildrechte: IMAGO

Wachmann traf vor Massaker auf Täter

Bislang war der Wachmann als Held gefeiert worden, weil die Ermittler davon ausgegangen waren, dass Stephen Paddock durch sein Auftauchen davon abgehalten wurde, weiter aus dem Fenster auf Konzertbesucher zu schießen. Dass beide schon vor der Tat aufeinandertrafen, war bislang nicht bekannt. Nach Angaben des Sheriffs habe der Sicherheitsmitarbeiter des Hotels Bohrgeräusche aus Paddocks Zimmer gehört. Als er sich der Suite näherte, habe Paddock durch die Tür geschossen und den Mann am Bein verletzt. Nach offiziellen Angaben hatte der Tatverdächtige Kameras installiert, um die Bewegungen im Flur vor seinem Zimmer verfolgen zu können.

Blutbad mit 58 Todesopfern

Der verletzte Wachmann habe der Polizei schließlich den genauen Weg zu Paddocks Zimmer beschrieben, sagte Lombardo. Warum die Polizei Paddock angesichts der Informationen nicht eher orten konnte, erläuterte der Sheriff nicht. Er sagte lediglich, dass der Verdächtige tot gewesen sei, als die Beamten in sein Zimmer eindrangen. Hinweise auf einen zweiten Schützen gebe es nicht. Paddock hatte demnach am Abend des 1. Oktober allein auf die Besucher eines Country-Konzerts gefeuert und dabei 58 Menschen getötet. Sein Motiv sei noch immer unklar, sagte der Sheriff. "Unser wichtigstes Ziel ist es, die Frage nach dem Warum zu klären." Hilfe versprechen sich die Ermittler von Paddocks Bruder, der in der Stadt sei.

War Täter medikamentenabhängig?

Darüber hinaus gebe es Hinweise auf die Einnahme von Medikamenten, sagte Lombardo. Genauere Angaben dazu könne er aber nicht machen. Der Nachrichtensender CNN hatte zuvor berichtet, dass Paddock früher nächtelang in Spielcasinos gezockt und das Beruhigungsmittel Valium gegen Angstzustände genommen hatte.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 10. Oktober 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2017, 14:00 Uhr