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Oktoberfest in München : O'zapft is

Brisant | 22.09.2012 | 17:30 Uhr

In München ist wieder Zeit der Maßkrüge, Lederhosen, Gamsbarthüte und Dirndl: Mit dem traditionellen Fassanstich hat Oberbürgermeister Christian Ude hat am Samstag Deutschlands größtes Volksfest, das Oktoberfest, eröffnet.

Eine Kellnerin trägt am 22.09.2012 im Hofbräuzelt auf dem 179. Oktoberfest in München (Bayern) Maßkrüge.

Das Bier fließt literweise, dicht an dicht sitzen die Tausenden Festbesucher auf ihren Bänken: Das 179. Oktoberfest in München hat begonnen. Punkt zwölf stach Oberbürgermeister Christian Ude das erste Fass an. Bereits zum fünften Mal hintereinander brauchte er dazu lediglich zwei Schläge! Danach folgte der traditonelle Ruf "O'zapft is". Zudem wünschte Ude sich und den Gästen "eine friedliche Wiesn".

Die erste Maß bekam nach altem Brauch der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer überreicht, der vom SPD-Politiker Ude bei der Landtagswahl 2013 herausgefordert wird. Doch das Oktoberfest wird nicht zur Wahlkampfbühne verkommen: Nach Paragraph 58 der Festverordnung sind politische Veranstaltungen nicht erlaubt. Und so trennten sich die Wege der beiden Kontrahenten nach dem offiziellen Auftritt auch wieder ganz schnell ...

Oktoberfest in München: Promis im Wiesn-Fieber

Ottfried Fischer und Radhia Frey Simone Thomalla Designerin Sonja Kiefer (l.) und Model Gitta Saxx

Oktoberfest, das heißt Partymarathon. Nach der Eröffnung ging es prominent weiter. Stars wie die Schaupielerinnen Simone Thomalla und Jutta Speidel oder Playmate Gitta Saxx ließen sich das Wiesn-Spektakel nicht entgehen. [Bilder]


O'zapft is - das Ritual zum Feststart

Das Anzapfritual entstand 1950. Der damalige Oberbürgermeister Thomas Wimmer griff im Schottenhamel-Zelt zum Schlegel, um das erste Fass anzuzapfen. Er brauchte 19 Schläge. Auch Ude musste am Anfang Lehrgeld zahlen: In seinem ersten Amtsjahr 1993 ertönten nach dem sechsten Schlag "Aufhören-Aufhören"-Rufe - trotzdem musste der Linkshänder noch einmal nachsetzen, bis er endlich den erlösenden Ruf "O'zapft is" ausstoßen konnte.

Wiesnspektakel über 16 Tage

Der Liter kostet zwischen 9,10 und 9,50 Euro. Vergangenes Jahr wurde die Neun-Euro-Grenze erstmals überschritten. Das Oktoberfest dauert 16 Tage und geht bis zum 7. Oktober. Auf der Wiesn hatten im vergangenen Jahr rund 6,9 Millionen Besucher 7,9 Millionen Maß Bier getrunken sowie mehr als 522.000 Brathendl, 125.000 Schweinswürstl, 69.900 Schweinshaxn sowie 118 ganze Ochsen verzehrt.

Lange Tradition

Die Geschichte des Oktoberfestes geht auf das Jahr 1810 zurück. Damals heiratete Kronprinz Ludwig in einer prunkvollen Zeremonie Therese von Sachsen-Hildburghausen. Ein fünftägiges Volksfest in der Münchner Innenstadt anlässlich der Hochzeit endete mit einem Pferderennen auf einer Wiese, die seitdem den Namen der Braut trägt. Neben den Bierzelten gehören auch in diesem Jahr wieder Hunderte Schausteller, Marktkaufleute und Gastronomiebetriebe zum Festgeschehen.

Deutschland feiert bayerisch - Oktoberfeste in allen Ecken

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trinkt bei der Eröffnung des Bayerischen Oktoberfests am Mittwoch (12.09.2012) in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin Bier aus einem Maßkrug.
Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung des Bayerischen Oktoberfestes in Berlin.

Dirndl in Mainz, Schweinshaxn in Dresden, Maßkrüge in Dortmund: Pünktlich zum Start des klassischen Oktoberfestes feiert in den nächsten Wochen ganz Deutschland nach bayerischer Tradition. Veranstalter schmücken ihre Festzelte mit weiß-blauen Fahnen, schenken Bier in Literkrügen aus und verkaufen Brezn, Leberkäs und Brathendl. Sie erwarten zwar keine Millionen, zumindest aber Zehntausende Oktoberfest-Fans. Auch auf der Frankfurter "Wiesn", wo von diesem Samstag an bis Mitte Oktober rund 30.000 Menschen erwartet werden, trägt man Tracht. Im Karneval-verrückten Mainz rechnen die Oktoberfest-Veranstalter in den nächsten Wochen sogar mit 50.000 trinkfesten Besuchern.

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2012, 08:46 Uhr