Poizeifahrzeuge in Rottenburg bei Festnahmeaktion nach BVB-Anschlag
Polizeifahrzeuge bei der Festnahme in Baden-Württemberg Bildrechte: dpa

Anschlag auf Borussia Dortmund Polizei nimmt mutmaßlichen BVB-Bomber fest

BRISANT | 21.04.2017 | 17:15 Uhr im Ersten

Nach dem Bombenanschlag auf den BVB-Bus hat die Polizei einen Tatverdächtigen in Baden-Württemberg festgenommen. Der 28-Jährige handelte nach Angaben der Bundesanwaltschaft aus Habgier und wollte durch Kursverluste der BVB-Aktie einen Millionengewinn einstreichen.

Poizeifahrzeuge in Rottenburg bei Festnahmeaktion nach BVB-Anschlag
Polizeifahrzeuge bei der Festnahme in Baden-Württemberg Bildrechte: dpa

Mann agierte offenbar als Einzeltäter

Laut Generalbundesanwaltschaft handelt es sich bei dem Festgenommenen um einen 28-jährigen Deutsch-Russen aus dem Raum Tübingen. Ihm wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann allein handelte. "Nach unseren bisherigen Erkenntnissen haben wir keine Anhaltspunkte für mögliche Gehilfen oder Mittäter", sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Diese Frage werde aber dennoch bei den weiteren Ermittlungen im Blick behalten.

Islamistischer Hintergrund zweifelhaft

Der Bundesanwaltschaft zufolge scheint der mutmaßliche Täter aus Habgier gehandelt zu haben. Offenbar habe er durch den Anschlag auf einen Kursverlust der BVB-Aktie gesetzt, um dadurch einen Millionengewinn einstreichen zu können. An islamistischen oder anderen extremistischen Hintergründen bestünden erhebliche Zweifel.

Habgier als Motiv?

Wie die Karlsruher Behörde weiter mitteilte, hatte der Verdächtige am 11. April, dem Tag des Anschlags, 15.000 Optionsscheine für BVB-Aktien im Wert von 78.000 Euro gekauft. Der Tatverdächtige spekulierte laut Bundesanwaltschaft auf fallende Kurse der BVB-Aktie. Je höher die Kursverluste gewesen wären, desto höher wäre auch sein Gewinn gewesen. Mit einem erheblichen Kursverfall wäre laut Anklagebehörde zu rechnen gewesen, wenn bei dem Anschlag Spieler schwer verletzt oder sogar getötet worden wären.

Ein Exemplar der Aktie des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund
Eine BVB-Aktie. Bildrechte: dpa

Tatverdächtiger im BVB-Hotel eingecheckt

Der Bundesanwaltschaft zufolge wurde der Aktien-Kauf über einen Online-Anschluss des BVB-Mannschaftshotels abgewickelt, in dem der Verdächtige seit dem 9. April eingecheckt war. Er habe dort ein Zimmer im Dachgeschoss bezogen, mit Blick auf den späteren Anschlagsort. Finanziert wurden die Aktien über einen Kredit, der Anfang April 2017 aufgenommen wurde.

Anschlag mit zwei Verletzten

Bei dem Anschlag am Dienstag vergangener Woche waren drei Sprengsätze in der Nähe des BVB-Mannschaftsbusses explodiert, als sich die Spieler auf dem Weg zu der Champions-League-Partie gegen die AS Monaco befanden. Bei dem Anschlag wurde der BVB-Profi Marc Bartra von Splittern getroffen und am Handgelenk und am Arm verletzt. Der Spanier musste operiert werden. Ein Polizist, der den Bus auf dem Motorrad begleitete, erlitt ein Knalltrauma und einen Schock. Das Spiel war wegen des Anschlags um einen Tag verschoben worden.

Zuletzt aktualisiert: 21. April 2017, 14:20 Uhr