Prinz Charles
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Für mehr Toleranz Prinz Charles überraschend politisch

BRISANT | 22.12.2016 | 17:15 Uhr

Traditionell gibt es aus dem Buckingham Palast keinen Kommentar zu politischen Geschehnissen. Prinz Charles bricht mit dieser Tradition - und spricht mit überraschender Deutlichkeit über die aktuellen Entwicklungen.

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Einige Dinge sind anders als sonst in und um den Buckingham Palast. Die Queen reiste deutlich später als sonst in Richtung Sandringham House. Auf ihrem Landsitz in der englischen Grafschaft Norfolk verbringt Elizabeth II. traditionell die Feiertage. Aufgrund einer Erkältung waren sie und Prinz Philip aber reiseunfähig. Und noch etwas ist anders: Der ewige Kronprinz Charles sorgt mit seinen Äußerungen für Schlagzeilen. In einer vorweihnachtlichen Radioandacht machte er einmal mehr deutlich, dass er - anders als Frau Mama - ein politischer König wäre.

Parallelen zu den "dunklen Tagen der 1930er-Jahre"

Prinz Charles kritisierte den wachsenden Populismus, die erschreckende Intoleranz gegenüber religiösen Minderheiten und die Hartherzigkeit gegen Fremde. "Wir sehen heute weltweit den Aufstieg vieler populistischer Gruppierungen, die zunehmend aggressiv auf Glaubensminderheiten reagieren", sagte der Prinz weiter. All das erinnere auf verstörende Weise an die dunklen Tage der 1930er-Jahre, die im Versuch gegipfelt hätten, die jüdische Bevölkerung in Europa auszulöschen, mahnte er.

Wir schulden es denen, die gelitten haben und auf so schreckliche Weise umgekommen sind, die Schrecken der Vergangenheit nicht zu wiederholen.

Prinz Charles

Schon länger setzt sich Charles für die Rechte religiöser Minderheiten ein, etwa der Christen im Irak. Zu Weihnachten werde der Geburt Jesu Christi gedacht, sagte der britische Thronfolger. Vielleicht sollte man in diesem Jahr besonders an die Flucht der Heiligen Familie vor Verfolgung erinnern. Auch der Prophet Mohammed sei auf der Suche nach religiöser Freiheit für sich und seine Anhänger von Mekka nach Medina gezogen, sagte Charles. Genauso würden auch heute noch viele Menschen wegen ihrer Religion verfolgt.

Welcher Religion wir auch folgen, die Richtung ist die gleiche - nämlich die Anderen Wert zu schätzen, und darüber hinaus zu respektieren, wie sie ihre Liebe zu Gott  zelebrieren.

Prinz Charles  

Zuletzt aktualisiert: 22. Dezember 2016, 16:20 Uhr