09.02.2010

Das Erste ist das Fernsehen

Inhalt:

Zehn Jahre nach Unfalltod

Brasilien verehrt Senna als "Halbgott"

Sendung vom 30. April

Der 1. Mai 1994 war für die Formel 1 einer der schwärzesten Tage, damals stürzte der PS-Zirkus in die schwerste Krise seiner Geschichte. Einen Tag nach dem Tod des Österreichers Roland Ratzenberger im Training, ließ in Ayrton Senna - der vielleicht beste Rennfahrer aller Zeiten - sein Leben.

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Ayrton Senna kurz vor seinem Tod

Mit Tempo 217 in die Betonmauer

Blumen, Transparente und Kerzen erinnern an der Ayrton-Senna-Skulptur an den vor zehn Jahren in Imola tödlich verunglückten außergewöhnlichen brasilianischen Formel-1-Piloten. Hunderte von Verehrern zogen vor dem Großen Preis von San Marino zu dieser Pilgerstätte schräg gegenüber der Tamburello-Kurve. Dort war der Williams-Renault-Pilot am 1. Mai 1994 trotz Vollbremsung mit 217 Stundenkilometern in eine Betonmauer geprallt. Wenige Stunden später erlag Senna in einer Klinik seinen schweren Kopfverletzungen.

"Er ist für uns ein Halbgott"

Tränen kullern über die Wangen von Viviane, als sie dem wildfremden Journalisten von Ayrton Senna erzählt. Zehn Jahre nach seinem Unfalltod weckt der legendäre Formel-1-Pilot in seinem Heimatland Brasilien nicht nur bei der Schwester tiefe Emotionen. "Er ist für uns ein Halbgott", schrieb das Magazin "Istoe". Fernseh-Sportjournalist Galvao Bueno meint, dass weder "Fußball-König" Pele noch dessen Nachfolger Ronaldo vom Volk derart idolisiert werden, wie der schmächtige und schüchterne, aber wagemutige Senna.

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Senna schoss mit Tempo 330 aus der Tamburello-Kurve. Der Brasilianer zerschellte mit dem Williams an einer Betonmauer.

Das Senna-Grab - ein Wallfahrtsort

Wer einen Beweis sucht, der findet ihn auf dem Friedhof Morumbi in Sao Paulo. Das Senna-Grab ist ein Wallfahrtsort. "Oft kommen ganze Schulklassen oder Touristengruppen, auch aus dem Ausland", sagt Friedhofschef Francisco Mattos. Besucher weinen, hinterlegen viele Blumen, brasilianische Fahnen. Fotos, Schlüsselanhänger, Bilderrahmen, Rennfahrer-Helme und -Anzüge für Kinder, Broschen und T-Shirts mit Senna-Bildern - in unmittelbarer Nähe des Friedhofs machen Ladenbesitzer mit Senna-Produkten tolle Geschäfte. "Mein Bruder ist wegen seiner Entschlossenheit, seiner Hingabe und seines Kampfgeistes zehn Jahre nach seinem Tod auch ein Vorbild der neuen Generationen, die ihn nur per DVD sahen", erklärt Viviane.

Senna-Biografie kann Ruf nichts anhaben

Am Image des Idols konnte selbst eine Biografie nicht kratzen, die Senna in einem anderen Licht darstellt. Das Buch des Journalisten Ernesto Rodrigues erinnert an Homosexualitätsvorwürfe durch
Landsmann und Pistenrivale Nelson Piquet, sowie an die unsportliche Aktion, mit der Senna 1990 in Japan Alain Prost von der Piste und aus dem Kampf um den WM-Titel schoss. Auch den Gerüchten, Senna könnte am tragischen 1. Mai 1994 in Imola Selbstmord oder zumindest einen schweren Fahrfehler begangen haben, gibt das Buch neue Nahrung. Kurz vor dem Rennen habe der Williams-Fahrer von Bruder Leonardo erfahren, dass seine Freundin Adriane Galisteu (heute ein gefragter TV-Star) ihn betrogen habe. Zudem erzählt Ayrtons Ex-Ehefrau Lilian: "Vor Rennen schliefen wir in verschiedenen Räumen." Die Ehe hielt 1981 acht Monate.

Senna gewann die WM-Titel 1988, 1990 und 1991 und siegte bei 41 seiner 161 Grand-Prix-Rennen. Bis auf die 65 Pole Positions wurden alle Rekorde des Brasilianers von Michael Schumacher übertroffen.



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Zuletzt aktualisiert: 30. April 2004, 16:22 Uhr

 

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Buchtipps

Adriane Galisteu, Nirlando Beirao
"Mein Leben mit Ayrton"
Norderstedt Verlag, 2000
ISBN: 3831101841

Helga Topel
"Die Zeit der Idole. Das Phänomen Ayrton Senna."
Rita Fischer Verlag, 1998
ISBN: 3895016365

Christopher Hilton
"Ayrton Senna"
Serag Verlag, 1999
ISBN: 3908007852

Karin Sturm
"Ayrton Senna"
Sportverlag, 1994
ISBN: 3328006427

 
 
 
 
 
 

 

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