Promi-Klatsch

Ex-Fußballmanager : Rudi Assauer an Alzheimer erkrankt

Brisant | 31.01.2012 | 17:15 Uhr

Schöne Frauen und flotte Sprüche im Slang des Ruhrgebiets, Bundesliga-Glamour und immer eine dicke Zigarre: Der langjährige Schalke-Manager Rudi Assauer ist auch Nicht-Fußballfans ein Begriff. Viele halten ihn für einen üblen Macho. Jetzt zeigt der 67-Jährige ein neues Gesicht: Er ist schwer an Alzheimer erkrankt, weiß nicht, wie es weitergehen soll und braucht täglich Hilfe.

Rudi Assauer

Rudi Assauer war immer ein Mann der Medien. Nun macht der 67-Jährige den Schlussakkord seines bewegten Lebens, in dem er so gerne polarisierte, zu einem perfekt inszenierten Coming-Out: Assauer, der frühere Manager von Schalke 04, leidet an Alzheimer. Die Krankheit und ihre Folgen, zusammen mit einem Rückblick auf sein Leben, wird er in einem am 2. Februar erscheinenden biografischen Buch präsentieren, dessen Titel sich wie eine Boulevardschlagzeile liest: "Wie ausgewechselt - Verblassende Erinnerungen an mein Leben". Der Riva-Verlag machte mit der Buchankündigung die Krankheit öffentlich.

"Man will es nicht wahrhaben"

Rudi Assauer und Simone Thomalla
Haben laut "Gala" keinen Kontakt mehr: Simone Thomalla und Rudi Asssauer

Einige Jahre hat Assauer das tückische Leiden versteckt. Doch schon länger wurde im Umfeld von Schalke 04 erzählt, dass es ihm nicht gut gehe. Die Geschichte, dass er das Haus verließ und nicht mehr wusste, wo er sein Auto geparkt hatte, machte die Runde. "Man will es nicht wahrhaben", sagt er. Inzwischen hat er sich zur totalen Offenheit entschieden. Er war erschüttert, als er vor zwei Jahren die Alzheimer-Diagnose erfuhr. "Wenn es eine Sache in der Welt gibt, wenn es eine Sache in meinem Leben gibt, vor der ich immer Angst hatte, so richtig Schiss auf gut Deutsch, dann Alzheimer", schreibt er in seinem Buch.

"Bloß nicht diese Nummer. Bloß nicht dement werden im Alter, das schwirrte mir oft im Kopf herum."

Rudi Assauer

Ein echter Macho-Typ

Der eigentlich fröhliche Typ, der gerne dem Image des harten Kerls mit weichem Kern entsprach, zog sich immer mehr zurück. Die große öffentliche Darstellung der Krankheit begründet er damit, mit Würde aus dem Rampenlicht treten zu wollen. Dabei pflegte er einst ohne große Anstrengung sein Bild als echter Macho-Typ. Die Partnerschaft mit der Schauspielerin Simone Thomalla genoss er sicherlich nicht nur aus Liebe, sondern auch wegen der großen Aufmerksamkeit der Medien. Für einen Werbespot für Veltins griff er mit seiner Lebensgefährtin zusammen ironisch das Macho-Image auf. "Nur gucken, nicht anfassen" hieß der Slogan, entlehnt dem Spott der Schalker Konkurrenz, die den Spruch einmal erfunden hatten, weil der Revierklub zu Assauer-Zeiten nie die Meisterschale in die Hand bekam. 2006 erhielten Assauer und Thomalla den Fernsehpreis "Goldene Kamera" - fast so schön wie der Meistertitel.

"Interviews kann er schon länger nicht mehr alleine geben"

2009 zerbrach die Verbindung mit der deutlich jüngeren Tatort-Kommissarin Thomalla. Nun wohnt "Assi", wie sie ihn im Ruhrpott nennen, bei seiner Tochter Bettina - einem Kind aus erster Ehe. Seine 2011 geschlossene Ehe mit einer 22 Jahre jüngeren Frau befindet sich in Auflösung - auch wegen seiner Krankheit. Alleine leben wäre für den einst harten Macher wohl inzwischen ein Ding der Unmöglichkeit. Die in Essen erscheinende "Westdeutsche Allgemeine Zeitung", die Assauer seit Jahrzehnten begleitet, schrieb: "Er vergisst kurzfristige Dinge. Interviews kann er schon länger nicht mehr alleine geben. Aber er kämpft gemeinsam mit seinen Ärzten gegen die Krankheit. Mit Medikamenten, mit Therapien und mit Gedächtnisspielen." Behandelt wird Assauer in der Essener Memory-Klinik. Ihm droht das Schicksal vieler Alzheimer Patienten: Große Teile oder alles aus seinem wunderbaren Leben wird er vergessen.

Zuletzt aktualisiert: 31. Januar 2012, 17:05 Uhr


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