Hannelore Elsner, 2015
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Grande Dame des deutschen Films ist 75 Herzlichen Glückwunsch, Hannelore Elsner!

BRISANT | 26.07.2017 | 17:15 Uhr

Sie begann als Starlet an der Seite von Freddy Quinn, war viele Jahre TV-Kommissarin und glänzte in preisgekrönten Dramen. Hannelore Elsner steht seit fast sechs Jahrzehnten vor der Kamera. Jetzt wird sie 75.

Hannelore Elsner, 2015
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Wo Hannelore Elsner auftaucht, tobt das Leben. Auch wenn sie in der Runde meistens die Kleine ist, ist sie mit ihren 1,61 Meter für viele die Größte. Ein Schmetterling sei sie, sagte sie einmal, der ganz lange gebraucht habe, sich zu entpuppen. "Natürlich fand ich mich zu klein, zu pummelig und zu dunkel. Ich wollte lieber blondes Haar haben und blaue Augen. Ist ja ganz normal", sagt sie.

Das glamouröse Schwabing war ihr Laufsteg

Hannelore Elsner stammt aus einfachen Verhältnissen in Oberbayern. Ihre Karriere begann in München. Das glamouröse Schwabing der 1960er-Jahre war ihr Laufsteg - im Leben und im Film. Sie verstand es schon früh, Aufsehen zu erregen.

Man muss Hannelore Elsner aus ihrer Zeit verstehen. Sie hat angefangen in Zeiten, da konnte man mit einer gutaussehenden jungen Frau, die hier in Schwabing flanierte, halt nichts anderes anfangen als in diesen ‚Lümmelfilmen‘ oder in diesen seichten Unterhaltungsfilmen der 1960er-Jahre.

Auf- und Durchbruch mit "Die Unberührbare"

Die Unterhaltungsfilme der 1960er- und 1970er-Jahre, gleichzeitig frivol und bieder, hatten für Hannelore Elsner immer etwas Unangenehmes. Sie ließ sie hinter sich, fand Filme und Rollen, die sie ansprachen und herausforderten. Im Ersten war Hannelore Elsner ab 1994 viele Jahre lang als "Die Kommissarin" zu sehen. Sie spielte Lea Sommer. Wie allen ihren Figuren verlieh sie auch dieser Hauptkommissarin eine besondere, persönliche Note. Den Film "Die Unberührbare" aus dem Jahr 2000 betrachtet die Schauspielerin selbst als ihren Auf- und Durchbruch. Sie übernahm eine schwere Rolle über die letzte Lebensphase einer Schriftstellerin.

Ich finde in jeder Rolle Facetten von mir und umgekehrt. Das heißt die Rolle schenkt mir etwas, ich schenke der Rolle etwas. Das ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen.

Hannelore Elsner

Aufsehenerregende Beziehungen

Hannelore Elsner und Bernd Eichinger
Vier Jahre währte ihre Beziehung: Hannelore Elsner und Bernd Eichinger. Bildrechte: IMAGO

Eine Biographie über Hannelore Elsner gibt es auch. Mit dem Titel "Im Überschwang" meint die Schauspielerin himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Es sei immer alles da: das Hohe und das Tiefe, das Helle und das Dunkle. Aufsehenerregende Beziehungen führte sie, die endeten. Oft aber blieben intensive Freundschaften. So war das mit dem Filmproduzenten Bernd Eichinger, lange vorher schon mit Alf Brustellin, auch er aus der Filmbranche. Anders lief es hingegen bei Dieter Wedel. Für den Vater ihres Sohnes hat sie in Interviews nur wenige Silben übrig. Ganz anders ihr Sohn Dominik. Er ist im Leben der Mutter ein besonderer Mann, der sie mit am besten kennt.

Im Großen und Ganzen waren meine Kindheit, meine Jugendzeit und auch die Zeit jetzt mit ihr wunderbar. Ich schätze ihre wahnsinnige Disziplin, ihre Lebensfreude, ihre Begeisterungsfähigkeit für die schönen Dinge dieser Welt.

Dominik Elstner

Zum Geburtstag in Prag - dienstlich

Ein Interview anlässlich ihres Geburtstags hat Hannelore Elsner nicht gegeben. In ihrer Biographie schreibt sie, dass sie schon ihr Leben lang über ihr Alter reden müsse. Dabei gefalle ihr doch die buddhistische Idee so sehr: Bis 60 sei man jung, ab 60 werde man älter. Einer Zeitung hat sie immerhin verraten, dass sie an ihrem Ehrentag in Prag einen Film dreht und dass das Filmteam bloß keine Rücksicht nehmen soll, nur weil sie Geburtstag hat. Aber dass ihr Sohn sie besucht und mit ihr anstößt, darüber freut sie sich sehr.

Hannelore Elsner und Sohn Dominik
Hannlore Elsner mit ihrem Sohn Dominik Elstner. Die unterschiedliche Schreibweise des Nachnamens ist kein Fehler. Die Schauspielerin ließ das "t" entfernen, "weil es weicher klingt". Bildrechte: IMAGO

Zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2017, 19:01 Uhr

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