Erster Auftritt vor großem Publikum : So erlebt Volksmusikgemeinde den neuen Heino
Brisant | 20.02.2013 | 17:15 Uhr
Musikalische Ernsthaftigkeit oder doch eher die Selbstinszenierung eines Alt-Schlagerstars? Heino polarisiert seit Kurzem mit Coversongs diverser Rocker - und bekommt durchaus positives Feedback.
Die schwarze Sonnenbrille ist seit Jahrzehnten sein Markenzeichen. Der schwarze Totenkopfring ist erst seit Kurzem dazu gekommen: Heino gibt sich derzeit als Rocker, singt Coversongs von den Ärzten oder den Sportfreunden Stiller. Für manche seiner Fans sind die Lieder noch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Denn eigentlich kennt man den 74-Jährigen eher volkstümlich. Selbst seine Freunde und sogar seine Frau waren anfangs gar nicht begeistert von seiner Cover-Idee, sagt er. Doch mittlerweile hat er einige überzeugt. Florian Silbereisen etwa mag den neuen Heino, sagt er. Dass er damit aber gleich auf Platz eins in den Charts landet, das hätte auch er nicht vermutet. "Da kann man nur sagen: Chapeau Heino, mach weiter so und lass dir immer wieder was Neues einfallen", so Florian Silbereisen.
Feedback durchaus positiv
Auch das Publikum spürt, wie viel Spaß Heino mit den Zeitgeist-Songs hat. Sie finden die vielleicht ein wenig paradoxe neue Klangwelt durchaus spannend. Nur das Schunkel-Repertoire darf nicht zu kurz kommen, so die Fans. Positiv reagieren auch Volksmusik-Stars auf den Imagewechsel des großen Blonden mit der schwarzen Brille. Und vielleicht hat es ja auch den einen oder anderen Vorteil, wenn Pop-, HipHop- oder Rock-Texte im Heino-Style gesungen werden. "Was mir besonders gefällt, ist das Lieb von dem Jungen, das bei den Ärzten ja kaum verständlich ist", sagt Sängerin Marianne des Gesangsduos Marianne und Michael. Bei Heino könne man den Text wunderbar nachvollziehen.
Heino: "Das ist erst der Anfang"
Doch was singt sich für Heino eigentlich einfacher - Rammstein oder Enzian? "Es gibt da eine Oktave. Und in dieser ganzen Oktave bewegen sich Rammstein, Nena und auch Westernhagen. Das ist aber nicht schlimm. Es sind wunderschöne frische Melodien", so Heino. "Der 'Enzian' geht über drei Oktaven. Das ist schon eine ganz andere Hausnummer." Das Resümee des Volksmusikbarden: "Die Leute sind glaube ich ganz froh, dass sie auch mal was anderes hören von mir als das, was ich schon mehr als 48 Jahre lang gesungen habe. Doch, ich bin sehr glücklich. Und das ist ja auch erst der Anfang." Kündigt Heino ganz versteckt schon den nächsten Image-Wechsel an?

