Sex-Skandal um Harvey Weinstein Ehefrau zieht Schlussstrich nach Vergewaltigungsvorwürfen

BRISANT | 11.10.2017 | 17:15 Uhr

Es dürfte das Karriere-Ende für den einst so mächtigen Filmboss sein, doch auch privat läuft es alles andere als gut. Immer mehr Frauen werfen Harvey Weinstein sexuelle Belästigungen und jetzt sogar Vergewaltigungen vor. Seine Frau zog daraufhin einen Schlussstrich.

Ehefrau leidet mit den Opfern

Der Skandal um Hollywood-Mogul Harvey Weinstein zieht immer größere Kreise. Inmitten der Vorwürfe über sexuelle Belästigungen gaben nun auch drei Frauen im Magazin "New Yorker" an, von Harvey Weinstein vergewaltigt worden zu sein. Wie US-Medien berichten, zog seine Ehefrau Georgina Chapman daraufhin einen Schlussstrich. Sie leide mit allen Frauen, die "nach diesen unverzeihlichen Aktionen" unermesslichen Schmerz erlitten hätten, zitierte unter anderem das Magazin "People" aus einer Erklärung Chapmans, die seit 2007 mitr Weinstrein verheiratet ist und zwei Kinder mit ihm hat.

Unterdessen wächst die Zahl derer, die dem Produzenten unter anderem sexuelle Belästigung vorwerfen. Weinstein habe sie als 22-Jährige angefasst und massieren wollen, sagte beispielsweise Schauspielerin Gwyneth Paltrow der "New York Times". Sie habe sich aber geweigert. Auch ihre Kollegin Angelina Jolie berichtete der Zeitung von einer "schlechten Erfahrung" mit Weinstein in ihrer Jugend. "Als Ergebnis habe ich mich entschieden, nie wieder mit ihm zu arbeiten, und andere vor ihm zu warnen. Dieses Verhalten gegenüber Frauen ist in jeder Branche und in jedem Land inakzeptabel."

Bildkombo zeigt undatierte Aufnahmen der Schauspielerinen Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow
Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow. (Archiv) Bildrechte: dpa

Weinstein müsse zur Rechenschaft gezogen werden

Auch die frühere US-Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zeigte sich entsetzt. "Ich war schockiert und entsetzt von den Enthüllungen", teilte Clinton bei Twitter mit. Weinsteins Verhalten könne nicht hingenommen werden. "Ihr Mut und ihre Unterstützung anderer ist entscheidend dabei, derartiges Verhalten zu beenden."

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle zeigten sich "angewidert" von dem Verhalten des Großspenders der Demokratischen Partei. "Jeder Mann, der Frauen in solcher Art erniedrigt und herabsetzt, muss verurteilt und zur Rechenschaft gezogen werden, unabhängig von seinem Reichtum oder Status", erklärten die beiden. Zugleich lobten sie den Mut der Frauen, die mit ihren "schmerzhaften Geschichten" an die Öffentlichkeit gegangen seien.

Barack Obama bei einer Rede in seiner Heimatstadt Chicago.
Barack Obama bei einer Rede in seiner Heimatstadt Chicago. (Archiv) Bildrechte: dpa

Hollywood gegen Harvey Weinstein

Zuvor waren bereits Weggefährten wie Meryl Streep, George Clooney, Lena Dunham, Judi Dench, Kate Winslet, Mark Ruffalo und Christian Slater auf Distanz zu Weinstein gegangen. Die Frauenrechtsanwältin Gloria Allred forderte Weinstein am Dienstag auf, an einem Mediationsverfahren teilzunehmen. "Wenn er ein Verfahren zulässt, das Gerechtigkeit möglich macht, würde ihm das sehr dabei helfen, seinen Ruf zu reparieren", sagte Allred bei einer Pressekonferenz in Los Angeles.

Nach Berichten der "New York Times" soll der einflussreiche Produzent jahrzehntelang junge Talente und Mitarbeiterinnen sexuell belästigt und mit Abfindungen zum Schweigen gebracht haben. Weinstein hatte daraufhin erklärt, eine Auszeit nehmen zu wollen. Am vergangenen Sonntag erhielt er von seinem Filmstudio The Weinstein Company, das er zusammen mit seinem Bruder Bob gegründet hat, die Entlassung.

Gerüchten zufolge soll sich Weinstein inzwischen in Europa befinden. Wie die Nachrichtenseite "TMZ" berichtet, wird er dort offenbar eine Therapie gegen Sexsucht beginnen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. Oktober 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2017, 18:17 Uhr

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