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50 Jahre "007" : Bond, James Bond.

Brisant | 25.01.2013 | 17:15 Uhr

1963 kam der erste James-Bond-Film in die deutschen Kinos. Den Kritikern war er damals zu trivial, zu albern. Heute ist James Bond mehr als nur ein Agentenfilm - er ist eine Marke, mit der Millionen-Umsätze gemacht werden - und ein Stück Filmgeschichte.

Sean Connery

Er ist der wohl berühmteste Geheimagent der Welt: Mr. Bond, James Bond - immer unterwegs im Dienste Ihrer Majestät. Als der Film 1962 gedreht wurde, war das vor allem für einen ein unerwarteter Durchbruch: Für den damals 32-jährigen Sean Connery. Auch wenn mittlerweile der sechste Bond in Gestalt des Schauspielers Daniel Craig über die Leinwand flimmert - der Schotte Connery gilt bis heute als der einzig wahre James Bond aller Zeiten.

Connery scheint ebenso ironisch, arrogant und selbstsicher wie sein Alter Ego Bond. Dabei war er genau das bei den Dreharbeiten zum ersten Bond-Film "James Bond – 007 jagt Dr. No" überhaupt nicht, erinnert sich das damalige Bond-Girl Eunice Gayson:

"Ich habe Sean Connery noch nie so nervös gesehen. Also bin ich mit ihm in die Kantine und wir haben uns einen Drink genehmigt. Er kam zurück ans Set und sagte: Name is Bond, James Bond. Wonderful."

Eunice Gayson
Brisant | 25.01.2013

Für Sean Connery, den Ex-Milchmann und Möbelpacker, war es der Durchbruch. Die Produzenten überzeugte er durch seinen besonders männlichen Gang. Die Damenwelt, die hatte er sowieso von Anfang an in der Smoking-Tasche. Das gilt bis heute, fand die 2007 verstorbene ehemalige "Miss Moneypenny", Lois Maxwell.

"Er war umwerfend. Groß, gutaussehend, gefährlich, launenhaft und wunderbar. Und er ist es immer noch."

Lois Maxwell (Archiv)
Brisant | 25.01.2013

Kann es nur einen geben?

Im Casting stach Sean Connery Größen wie Cary Grant und James Mason aus - und ist für viele bis heute der wahre "007". Warum, weiß Bond-Experte und Buchautor Siegfried Tesche:

"Connery hat sich diesen Charakter zu eigen gemacht und er hat sich auch sehr weit entfernt von dem, was er selber ist (...) man traute ihm das zu, dass er sowohl jemanden küsst als auch jemanden hinterrücks erschießt."

Siegfried Tesche
Brisant | 25.01.2013

Als "James Bond jagt Dr. No" 1963 in Deutschland in die Kinos kam, waren die Kritiker wenig begeistert. Bond schien ihnen zu albern, zu trivial. Die Produktionskosten betrugen damals eine Million Dollar. Der aktuelle Bond, Skyfall, kostete mehr als das Hundertfache. Dazu kommen Einnahmen durch Produktplazierungen - schlau in die Filme geschmuggelte Werbung, immer mehr, immer offensichtlicher. Das filmische Erfolgsrezept blieb immer gleich:

"Es gibt eine Formel. Selbst die Actionszenen laufen nach einem gewissen Rhythmus ab und da stellt man fest, dass sogar Actionsequenzen relativ genau zwischen 2:30 Minuten und 3:10 Minuten lang sind. Ob das 1963 ist oder 1973 oder 1995 ist völlig egal, die sind so und so lang, und es gibt so und so viele an bestimmten Stellen eines Films. Also das ist sehr sehr detailliert kann man sagen ein Formelfilm."

Siegfried Tesche
Brisant | 25.01.2013

Vom Film zur Marke

Königin Elizabeth II
Auch sie ist ein Bond-Fan: Queen Königin Elizabeth II.

Vor fünzig Jahren ahnte noch keiner, dass James Bond die Popkultur neu definieren würde. Unzählige Male wurde er kopiert, durch den Kakao gezogen, immer wieder zitiert - selbstverständlich von weniger kompetenten Agenten im Geheimdienst ihrer Majestät. Und ihre Majestät selbst? Ließ sich zu den Olympischen Spielen in London von "ihrem" Lieblingsagenten persönlich zur Eröffnungsfeier abholen.

Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2013, 08:58 Uhr