Manfred Krug auf der Bühne
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Künstler vollenden posthum Best-of-Album Eine Hommage an Manfred Krug

BRISANT | 01.02.2017 | 17:15 Uhr

Zu seinem 80. Geburtstag am 8. Februar wollte Manfred Krug neue Arrangements alter Songs veröffentlichen. Als er starb, waren aber nur die Instrumentalparts fertig. 15 verschiedene Künstler haben die Songs nun vollendet.

Manfred Krug auf der Bühne
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Das Album "Auserwählt" aus dem Jahr 2014 war sehr erfolgreich. Sein Publikum feierte Manfred Krug in Konzerthallen überall in Deutschland. Zu seinem 80. Geburtstag am 8. Februar wollte der Sänger eine neue CD mit einer Auswahl von Lieblingsliedern aus dem eigenen Repertoire veröffentlichen. Dafür gab es neue Arrangements von Lutz Krajenski, der auch schon für Jasmin Tabatabai oder Roger Cicero gearbeitet hatte. Das Filmorchester Babelsberg spielte Instrumentalparts ein. Es fehlte nur noch Manfred Krug und seine Stimme. Doch am 21. Oktober starb er. Die Aufnahmen blieben unfertig.

Manfred Krug: Sein Leben und Schaffen in Bildern

Seine erste Hauptrolle hat Manfred Krug 1960 in Frank Beyers Film "Fünf Patronenhülsen". Den ersten großen Erfolg feierte er zwei Jahre später in "Auf der Sonnenseite". Sein Leben und Schaffen in Bildern.

Reporter Heinz Engelhardt (Horst Drinda, l.) gibt seinen Einstand bei den Lokomotivbauern (Manfred Krug, Mitte, Rolf Herricht).
Krug - 1937 in Duisburg geboren - zog mit seinem Vater 1947 in die DDR, wo er Karriere machte. Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus der DEFA-Komödie "Bevor der Blitz einschlägt" aus dem Jahr 1959 mit Manfred Krug (links Horst Drinda, rechts Rolf Herricht). Bildrechte: MDR/Progress
(Filmszene) Manfred Krug spaziert mit Gitarre und Koffer in der Hand an Pärchen in Toreingang vorüber.
"Der Film trifft das Lebensgefühl unserer jungen Generation", jubelten die Kritiker. Bildrechte: MDR FERNSEHEN / Langer Samstag
Manfred Krug (M) als Boß einer Brigade von Zimmerleuten in dem DDR-Film
In Frank Beyers "Spur der Steine" spielte Manfred Krug den Zimmermann-Brigadier Hannes Balla. Krug bezeichnete diesen Film als den wichtigsten, den er in der DDR gedreht hat. Doch der Film wird 1966 verboten und erst 1989 in Berlin aufgeführt. Bildrechte: dpa
Manfred Krug
1998 wurde Manfred Krugs Autobiographie "Abgehauen" durch die ARD verfilmt. In dem Streifen geht es um Krugs Ausreise 1977 in die Bundesrepublik. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Reporter Heinz Engelhardt (Horst Drinda, l.) gibt seinen Einstand bei den Lokomotivbauern (Manfred Krug, Mitte, Rolf Herricht).
Krug - 1937 in Duisburg geboren - zog mit seinem Vater 1947 in die DDR, wo er Karriere machte. Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus der DEFA-Komödie "Bevor der Blitz einschlägt" aus dem Jahr 1959 mit Manfred Krug (links Horst Drinda, rechts Rolf Herricht). Bildrechte: MDR/Progress
(Filmszene) Manfred Krug bärtig in Nahaufnahme.
Seine erste große Rolle hatte Manfred Krug 1960 in Frank Beyers Film "Fünf Patronenhülsen". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Manfred Krug an Schleifmaschine
Den ersten großen Erfolg aber feierte er in dem autobiografischen Film "Auf der Sonnenseite" von 1962. Krug spielt einen Arbeiter ... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
(Filmszene) Manfred Krug mit Krawatte applaudiert
... der Schauspieler werden möchte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
(Filmszene) Manfred Krug mit Krawatte
Das Drehbuch zu dieser Gegenwartskomödie schrieb der Dichter Heinz Kahlau. Krug spielt darin überwiegend seine eigene Lebensgeschichte. Die Rolle macht ihn zum Publikumsliebling. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Hauptmann Florian von der Mühle und sein treuer Freund Amadeus
Krug spielte auch in zahlreichen Mantel- und Degenfilmen mit, hier als "Hauptmann Florian von der Mühle" aus dem Jahr 1968. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Jutta Hoffmann und Manfred Krug in
Manfred Krug und Jutta Hoffmann in dem DEFA-Film "Das Versteck" von 1976 ... Bildrechte: MDR/PROGRESS Film-Verleih/Waltraut Pathenheimer, Günter Sahr
(Filmszene) Manfred Krug aufgenommen im Profil mit Koteletten.
... nachdem sowohl Jutta Hoffmann als auch Krug 1977 in den Westen übergesiedelt waren, kam der Film erst 1978 in die Kinos. Krug hatte sich zusammen mit anderen Prominenten gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann gewehrt. Als der Schauspieler daraufhin arbeitslos wurde, stellte er seinen Ausreiseantrag. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Manfred Krug mit Familie nach der Ausreise.
Manfred Krug hier mit Ehefrau Ottilie und Tochter Josephine bei einem Bummel im Februar 1978 durch Westberlin - der neuen Heimatstadt der Krugs. Bildrechte: dpa
Manfred Krug als Rechtsanwalt Liebling
Manfred Krug als kauziger Kiez-Anwalt Liebling in der ARD-Serie "Liebling Kreuzberg", die von 1986 bis 1998 ausgestrahlt wurde. Bildrechte: SFB
Die beiden Hauptkommissare Paul Stoever (CHARLES BRAUER) und Brockmöller (MANFRED KRUG).
Von 1984 bis 2002 war Manfred Krug der "Tatort"-Kommisar Paul Stöver (hier mit seinem Kollegen Brockmöller, gespielt von Charles Brauer). Bildrechte: dpa
Schauspieler Manfred Krug
In den vergangenen Jahren hatte Krug aus Gesundheitsgründen nur vereinzelt Auftritte. In Leipzig unterzog er sich einer schweren Herz-OP. Bildrechte: IMAGO
Manfred Krug und Uschi Brüning
Doch dann kam sein Comeback auf der Bühne - nicht als Schauspieler, sondern als Sänger gemeinsam mit Jazz-Musikerin Uschi Brüning. Das Foto zeigt beide bei einem Konzert im Januar 2016 im Leipziger Gewandhaus. Krug und Brüning arbeiten seit mehr als 40 Jahren musikalisch zusammen. Bildrechte: IMAGO
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Von Freunden und Weggefährten vollendet

Eine Reihe Musiker, Sänger und Schauspieler entschlossen sich, Manfred Krugs Arbeit zu vollenden. Auf dem Album sind Freunde und Kollegen zu hören, wie sein "Tatort"-Partner Charles Brauer, der gemeinsam mit Bill Ramsey das berühmte "Lied mit einem Ton" ("One Note Samba") interpretiert. Axel Prahl singt "Wann, sag wann". Stefan Gwildis ist mit zwei Liedern dabei, Ulrich Tukur, Jan Plewka, Heinz-Rudolf Kunze, die Prinzen, Joy Fleming, Gunter Gabriel, Manfred Krugs Tochter Fanny Krug und natürlich seine langjährige musikalische Partnerin Uschi Brüning.

Krug so gegenwärtig wie nie

So wurde aus einer geplanten persönlichen Werkschau eines liebenswerten Kollegen eine Hommage an einen verlorenen Freund und Meister. Alle Beteiligten haben sich in Krugs Welt begeben, die Gefühle hinter den Geschichten aufgespürt und ihre eigene Version je eines Manne-Krug-Songs erstellt. Und gerade weil nichts mehr klingt wie bei Manfred Krug, tritt er hinter diesen Aufnahmen hervor und ist so gegenwärtig wie nie. Mehr kann man mit einer Hommage nicht erreichen.

Cd-Cover: Manfred Krug:
Bildrechte: Künstlerhafen

Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2017, 11:57 Uhr