Melanie Griffith und Mutter Tippy Hedren
Melanie Griffith mit ihrer Mutter Tippy Hedren. Bildrechte: IMAGO

Melanie Griffith zum 60 Eine Karriere mit Höhen und Tiefen

BRISANT | 09.08.2017 | 17:15 Uhr

Melanie Griffith und Mutter Tippy Hedren
Melanie Griffith mit ihrer Mutter Tippy Hedren. Bildrechte: IMAGO

Ein ewiges Auf und Ab: So kann man das Leben von Melanie Griffith beschreiben. Zum ersten Mal stand sie mit zwölf Jahren vor der Kamera. Sie erhielt für "Die Waffen der Frauen" einen Golden Globe und wurde für den Oscar nominiert.

Die Welt lag ihr zu Füßen

In den 1980-ern kam man in Hollywood nicht an ihr vorbei. Melanie Griffith gehörte zur Elite. "Sie war ein riesengroßer Star der damaligen Zeit. Sie tauchte in allen Illustrierten auf. Sie hat mit Tom Hanks und Paul Newman gespielt. Sie hatte wirklich ganz große Rollen und konnte sich aussuchen, was sie machen wollte", erinnert sich Filmexperte und Kino-Kenner Peter Beddies. "Was danach passiert ist, lag leider wahrscheinlich nicht ganz in ihrer Hand. Sie hätte noch immer ein großer Star sein können."

Eine Kindheit umgeben von Kameras

Der Weg war für sie geebnet: Sie wurde als Tochter von Peter Griffith und Alfred Hitchcocks Muse Tippi Hedren, der kühlen Blonden aus "Marnie" und "Die Vögel", in den Hollywood-Adel geboren. "Wenn man sich ganz kurz mal in ihre Kindheit versetzt: Sie ist am Set aufgewachsen. Die Leute, die sie um sich herum wahrgenommen hatte, waren ältere Männer", sagt Beddies. "Sie hat damals gesagt: ‚Mama dreht wieder mit älteren Männern.' Heute wissen wir: Es war Alfred Hitchcock, es war Charlie Chaplin, also wirklich Legenden der damaligen Zeit und auch noch unserer heutigen Zeit, mit denen die Mutter gedreht hat. Deshalb war das für Melanie etwas ganz Normales."

Jack Harrison Ford als Börsenmakler Jack und Melanie Griffith als Tess
Sezenenfoto aus "Die Waffen der Frauen": Tess (Melanie Griffith) wird von ihrer Chefin um eine geniale Geschäftsidee gebracht. Die Sekretärin nutzt daraufhin die Gunst der Stunde: Als Katherine erkrankt, gibt sie sich als Karrierefrau aus, zieht ins Büro der vorübergehend abwesenden Chefin und bringt einen großen Deal unter Dach und Fach. Katherines Lover, der Finanzmakler Jack (Harrison Ford), wird dabei zu ihrem Verbündeten. Bildrechte: IMAGO

Insgesamt vier Mal verheiratet

Doch während Melanie Griffith beruflich große Erfolge feierte, machten ihr privat diverse Suchtprobleme zu schaffen. Und dann waren da noch die Männer. Mit Don Johnson war sie zwei Mal verheiratet. "Er hat sie für erste Rollen ins Gespräch gebracht", erinnert sich Beddies. Doch bei Don Johnson selbst lief es damals nicht so wunderbar mit der Karriere. "Er wurde als Theatermensch geschätzt, aber als Fernsehschauspieler gebrandmarkt, was er fürchterlich fand. Und plötzlich ist seine Freundin an ihm vorbeigezogen. Das fand er nicht gut", so der Filmexperte.

Suchtprobleme

Melanie Griffith und Antonio Banderas
Waren 18 Jahre lang eines der Traumpaare in Hollywood: Melanie Griffith und Antonio Banderas. Bildrechte: IMAGO

Je größer Melanie Griffiths Rollen wurden, desto häufiger griff sie zu Alkohol und Medikamenten. Als sie für "Die Waffen der Frauen", ihren größten Erfolg, vor der Kamera stand, war sie häufig betrunken. Erst als sie Antonio Banderas am Set des Films "Two Much - Eine Blondine zu viel" kennenlernte, sah sie ein, dass sie ein Problem hat. Der Schauspieler wurde ihr zweiter Ehemann. "Ich glaube, dass Antonio Banderas wie ein Anker für sie gewesen ist", sagt Beddies. "Natürlich war er auch sehr, sehr herausfordernd, weil er auch einer der ersten war, der gesagt hat: Bitte lass Dich einweisen!"

Melanie Griffith will wohl immer zu viel des Guten - und am liebsten auch die ewige Jugend: Die Frau, die einst für ihre Natürlichkeit gefeiert wurde, hat es mit den Schönheits-OPs übertrieben. Dabei hatte sie das gar nicht nötig: Ihre ganze Familie hat erwiesenermaßen einen genetischen Sechser im Lotto gelandet. Auch Melanies Tochter, Dakota Johnson, ist mittlerweile - in schönster Familientradition - Schauspielerin. In "Fifty Shades of Grey 2", einer durchgestylte Liebesgeschichte mit SM-Touch, überzeugt sie zum zweiten Mal in der Rolle der Anastasia Steele.

Wenn man Melanie Griffith sagt, sie habe es ein klein wenig übertrieben, dann lacht sie dieses raue, kehlige Lachen und sagt: Nee, nee! Ich habe es richtig übertrieben!

Peter Beddies, Filmexperte und Kino-Kenner

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2017, 19:56 Uhr

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