Das Rennen ist eröffnet : "Oscar"-Fieber bei den Stars
Brisant | 25.01.2012 | 17:15 Uhr
Hollywood-Beau George Clooney hat es wieder allen gezeigt: Der Spielfilm "The Descendants" mit ihm in der Hauptrolle gewann in Beverly Hills einen Golden Globe als bestes Drama. Meryl Streep bekam den Preis für "Die eiserne Lady". Und auch auf einen "Oscar" haben die beiden eine Chance. Lesen Sie hier wie die Stars ihre Nominierungen erlebten.
Wer sich im Schatten des Goldenen Mannes sonnen kann, gehört bereits zu den Gewinnern. Doch die viel spannendere Frage ist: Wohin wird der "Oscar" 2012 gehen? Welcher Film, welcher Hollywood-Star wird der ganz große Gewinner werden? George Clooney ist einer der "Oscar"-Anwärter als bester Schauspieler - für seine Rolle in "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten". In dem auf Hawaii spielenden Familiendrama zeigt sich Clooney von einer neuen Seite: In kitschigen Hawaii-Hemden gibt er einen überforderten Vater, der sich nach dem schweren Unfall seiner Frau um seine beiden Töchter kümmern muss. Der Nominierte zog es vor zu schweigen. Ganz anders sein Nebenbuhler Brad Pitt: Er sei sehr froh, dass er es mit dem Film "The Tree of Life" zu einer Nominierung gebracht hat, denn alle hätten gedacht, sie seien in Vergessenheit geraten. "The Tree of Life" von Regisseur Terrence Malick holte drei Nominierungen, darunter als bester Film.
Meryl Streep als "Eiserne Lady" nominiert
Der "Eisernen Lady" Meryl Streep hat's schier die Sprache verschlagen. Ganz anders Konkurrentin Glenn Close, die zum sechsten Mal nominiert ist: "Ich war losgegangen zur Ecke, wo mein Mann und ich gern etwas Kaffee holen und einen Snack. Zurück in der Wohnung klingelte das Telefon. Meine Agentin war dran. Und es war eine echte Überraschung. An so etwas hatte ich nie gedacht", sagt die Schauspielerin. Close ist ebenfalls als beste Schauspielerin nominiert. Der Film "Help" ist für die besten Nebenrollen nominiert. Die Darsteller wissen, wie man sich ordentlich freut. "Es ist als wäre man acht Jahre alt und würde zu Weihnachten aufzuwachen", sagt etwa Viola Davis. Und Octavia Spencer ergänzt: "Ich bin ein bisschen beduselt, verwirrt, erregt, beschwingt."
Elf Nominierungen für "Hugo Cabret"
Rein rechnerisch hat Hollywood-Veteran Martin Scorsese die erste Runde im "Oscar"-Wettkampf gewonnen. Sein aufwendiges 3D-Fantasy-Märchen "Hugo Cabret" um einen Waisenjungen im Paris der 1930er-Jahre hat sich mit elf Nominierungen an die Spitze der diesjährigen "Oscar"-Favoriten geboxt. Scorsese schlief noch in New York, als die Nominierungen vor Sonnenaufgang in Hollywood verkündet wurden. Sein Agent weckte ihn mit der Nachricht von elf Nominierungen für "Hugo Cabret", wie der "Hollywood Reporter" berichtete. "Man kann sich sehr freuen, aber man darf sich nicht zu große Hoffnungen machen. Ich versuche, ganz zurückhaltend zu bleiben", sagte Scorsese dem Blatt. "Hugo Cabret" könnte dem "Oscar"-Preisträger eine weitere Regie-Trophäe und den Goldjungen als "Bester Film" einbringen.
"The Artist" verzaubert ohne Worte
Das Team um den französischen Regisseur Michel Hazanavicius allerdings lässt mit dem Stummfilm "The Artist" schon seit Wochen Hollywoods große Stars verstummen: Die kleine Schwarzweiß-Produktion hat mit zehn Nominierungen für den begehrtesten Filmpreis der Welt Großes geleistet. Mit seiner Liebeserklärung an die Silent Movies von Hollywoods verflossener Stummfilm-Ära hat Hazanavicius schon drei Golden Globes und zahlreiche andere Trophäen gewonnen. Und auch Deutsche können hoffen: Der Regisseur Wim Wenders wurde für seinen 3D-Film "Pina" über die Tanzlegende Pina Bausch in der Sparte "Bester Dokumentarfilm" nominiert. Chancen hat auch der Hamburger Nachwuchsregisseur Max Zähle, er schaffte es mit einem Kurzfilm in die "Oscar"-Endrunde.
Gary Oldman erfuhr es in Berlin
Gary Oldman war gerade für Werbezwecke für den Spionagethriller "Dame, König, As, Spion" in Berlin unterwegs, als er von seiner Nominierung als bester Hauptdarsteller erfuhr. Es sei "eigenartig und passend, die Nachricht in Berlin zu hören, dem Mekka für Spione während des 'Kalten Krieges'", dem Rahmen für den Film, sagte er laut 2Variety". Oldman mimt einen britischen Geheimagenten, der eigens aus dem Ruhestand geholt wird, um einen feindlichen Spion zu jagen.
Christopher Plummer könnte Geschichte schreiben
"Es ist ein ganz schöner Motivationsschub für ein junges Kind von 82 Jahren eine "Oscar"-Nominierung zu erhalten", freute sich Christopher Plummer nach Angaben des Filmverleihers Focus Features. Plummer steckte die Nominierung für seine Nebenrolle in der skurrilen Liebeskomödie "Beginners" ein. Plummer spielt einen Witwer, der sich kurz nach dem Tod seiner Frau zu seinem Schwulsein bekennt. Der gebürtige Kanadier wäre im Falle des Gewinns der älteste Schauspieler in der "Oscar"-Geschichte, der auf der Bühne stünde. Den Rekord hält Jessica Tandy, die 1990 mit 80 Jahren für "Driving Miss Daisy" zur besten Hauptdarstellerin gekürt wurde.

