Rolling Stones : 50 Jahre Rockgeschichte
Brisant | 12.07.2012 | 17:15 Uhr
Sie sind allesamt Rentner und haben Rockgeschichte geschrieben. Die vier Herren der Rolling Stones, Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ron Wood haben zusammen 200 Millionen Alben verkauft - wahrscheinlich genauso viele Frauenherzen gebrochen und 52 Nummer 1 Hits produziert. Heute auf den Tag genau vor 50 Jahren sind die Rolling Stones zum ersten Mal in London aufgetreten - es war die Geburtsstunde der Band.
Eigentlich waren "The Rolling Stones" nur der Ersatz für diesen Abend am 12. Juli 1962. Die Band, die in dem berühmten Londoner Musikclub "Marquee Club" auftreten sollte, musste absagen. So kamen Brian Jones, Mick Jagger und Keith Richards zu ihrem ersten öffentlichen Auftritt als "Rolling Stones". Einige, die damals mit auf der Bühne standen, verließen die Band. Neue, wie Bill Wyman und Charlie Watts kamen innerhalb eines Jahres dazu. Der "jüngste" Neuzugang ist Ron Wood, der 1975 als Gitarrist dazukam. Wood ersetzte den 1969 verstorbenen Brian Jones.
Bei ihrem ersten Auftritt ahnte wohl keiner der beiden damals 19-jährigen späteren Köpfe der Band Mick Jagger und Keith Richards, dass dies eine Liaison fürs ganze Leben werden würde. Gemeinsam gingen sie durch Höhen und Tiefen, kämpften mit Drogenproblemen, stritten sich, redeten jahrelang nicht miteinander - und standen doch wieder gemeinsam auf der Bühne. Die Stones, das ist bis heute ein Synonym für Sex, Drugs and Rock'n Roll - auch wenn die mittlerweile vier Herren längst im Rentenalter sind. Während Charlie Watts bereits vor einem Jahre 70 wurde, feiern Jagger und Richards im nächsten Jahr ihren runden Geburtstag.
Mittlerweile hängen die "Rolling Stones" schon im Museum. 50 Jahre Sex, Drugs and Rock'n'Roll. Dass sie solange zusammenbleiben, hat niemand gedacht. Am wenigsten die Stones selbst: 1963 sagte Mick Jagger, er gebe der Band noch zwei Jahre.
Michael Jagger und Keith Richards lernten sich schon in der Schule kennen. Beide stammen aus Dartford in der Grafschaft Kent. Ihre gemeinsame Leidenschaft für Musik entdecken sie erst als später, 1961. Die beiden werden zur Seele der Stones, prägen ihren Stil. Sexuell aufgeladene Songs, harte Gitarren und Mick Jagger - der mit seinen engen Hosen und seinem Hüftschwung die Mädels an den Rand des Wahnsinns bringt. " I can't get no satisfaction" ist einer ihrer größten Hits - in den prüden 1960er-Jahren ein Skandal. Die "Rolling Stones" sind die Bad Boys der Musikszene. Viele Konzerte endeten im Chaos.
Wenn es denn nur das Bier gewesen wäre. Die Stones liebten harte Drogen. Mehrmals standen Mick Jagger und Keith Richards vor Gericht. Doch zeigten sich hinterher grinsend und ziemlich unbeeindruckt. Auch wenn ihre Band deswegen immer wieder kurz vor dem Aus schien, sie schienen sich herzlich wenig aus Gesetzen zu machen.
Ihre eigene Meinung, haben vor allem Mick Jagger und Keith Richards. Ihre Streitigkeiten tragen sie gern auch öffentlich aus. Die letzten Seitenhiebe von Richards in Richtung Jagger gab es in seiner 2010 erschienenen Biografie Life". Richards Spitzname für Mick Jagger: "Seine Majestät".
Dass sie auch nach 50 gemeinsamen Jahren noch jede Menge Spaß haben, macht sie zur größten Rock' n' Roll Band aller Zeiten. Sie lieben ihre Musik und die Show auf der Bühne. Ihre letzte Tour ist schon eine Weile her. Aber jetzt, im Alter zwischen 65 und 71 Jahren dauert es eben länger, um wieder so richtig fit für einen großen Gig zu werden. Aber sie proben gerade wieder. Und hoffen, nächstes Jahr noch einmal richtig zu rocken.




