Fats Domino
Bildrechte: imago/ZUMA Press

Rock 'n' Roll- und Blues-Legende Fats Domino gestorben

BRISANT | 25.10.2017 | 17:15 Uhr

Fats Domino
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Der legendäre Rock 'n' Roll- und Blues-Sänger Fats Domino ist tot. Wie ein Gerichtsmediziner im US-Bundesstaat Louisiana mitteilte, starb er in der Nacht zum Dienstag im Alter von 89 Jahren eines natürlichen Todes. Seine Familie habe ihn tot in seinem Zuhause in New Orleans aufgefunden.

"I'm Walkin'"-Interpret

Berühmt wurde Fats Domino in den 50er-Jahren mit Hits wie "I'm Walkin'", "Blueberry Hill" oder "Ain't That A Shame". Domino war für sein wildes bis übermütiges Klavierspiel und seine strahlende Stimme bekannt. Er wurde in den USA in die Blues- und in die Rock 'n' Roll-Hall of Fame aufgenommen. Familienmitglieder, Freunde, Fans und Kollegen weltweit betrauerten Dominos Tod. Rapper LL Cool J schrieb bei Twitter: "Er hat den Weg für so viele geebnet. Ich kann mich noch erinnern, wie ich als kleiner Junge seine Musik gehört habe."

Pionier des Rock 'n' Roll

Fats - eigentlich Antoine - Domino wird 1928 in New Orleans als eines von neuen Kindern einer kreolischen Familie geboren. Sein Vater spielt Geige, von seinem Schwager lernt er Klavier. Er verlässt mit 14 Jahren die Schule und arbeitet in einer Fabrik, um nachts in Clubs auftreten zu können. Seine Musik ist einfach, entspannt und humorvoll, eine Mischung aus Deltablues, Country, Cajun und Jazz.

Mit 20 gelingt ihm der Durchbruch: Dominos Plattendebüt "The Fat Man" - einer der ersten Rock 'n' Roll-Songs überhaupt - wird fast über Nacht zum Millionenerfolg. Danach schließt er sich mit dem Trompeter Dave Bartholomew zusammen, und das Team schreibt bald einen Hit nach dem anderen. Für 23 Singles wird Domino in nur zehn Jahren mit Gold ausgezeichnet. In guten Zeiten verkauft er mehr Platten als Elvis - insgesamt 65 Millionen.

In die Hall of Fame aufgenommen

Aber mit dem Aufstieg der Beatles und der Rolling Stones beginnt sein Stern zu sinken. Nur noch selten feiert Domino Charts-Erfolge, dafür tourt er durch die Welt. 1986 wird er in die Rock 'n' Roll Hall of Fame aufgenommen, wenig später auch in die Ruhmeshalle des Blues - eine seltene Doppel-Ehrung. Gemeinsam mit seiner langjährigen Ehefrau Rosemary, die 2008 starb, zog Domino acht Kinder groß. Sein Erfolgsrezept sah er immer ganz simpel, wie er einmal in einem Interview sagte.

So weit ich weiß, macht Musik die Menschen glücklich - mich macht sie jedenfalls glücklich.

Fats Domino

Engagement für New Orleans

Als Hurrikan "Katrina" im August 2005 über New Orleans wütet, verliert Domino seine Klaviere, Gold- und Platinalben sowie zahlreiche Erinnerungsstücke seiner Karriere. Der Musiker gilt während des Unwetters zunächst als vermisst, wird dann aber mit einem Boot aus seinem überfluteten Haus im Stadtteil Lower Ninth Ward gerettet. Später lebt er zeitweise in einer Vorstadt von New Orleans, lässt sein Haus aber renovieren und zieht dort bald wieder ein. Heute erinnert ein völlig zerstörtes Klavier von Fats Domino in einer Dauerausstellung des Louisiana State Museums an den wohl schlimmsten Tag im Leben des Musikers und vieler anderer Bewohner der Stadt. Nach "Katrina" startete der Musiker dann ein Comeback, vor allem mit Benefizkonzerten und -alben für sein geliebtes New Orleans.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 25. Oktober 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2017, 21:57 Uhr

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