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Christoph Waltz greift nach dem "Oscar" : Auf dem Höhepunkt der Karriere

Brisant | 16.01.2013 | 17:15 Uhr

"Lasst mich erst mal Luft schnappen", das waren die ersten Worte des frischgebackenen Golden-Globe-Gewinners Christoph Waltz in Beverly Hills. Er war mehr als nur überrascht und sehr gerührt über den Preis für die beste Nebenrolle in "Django Unchained". Auch für die "Oscars" ist der Schauspieler nominiert - und damit angesagter denn je.

Der deutsch-österreichische Schauspieler Christoph Waltz kommt mit seiner Frau Judith.
Kommen ganz ohne Skandale aus: der deutsch-österreichische Schauspieler Christoph Waltz und seine Frau Judith.

Ob als SS-Offizier oder Kopfgeldjäger, der Deutsch-Österreicher Christoph Waltz hat sich in Quentin Tarantinos Filmen als Bösewicht einen Namen gemacht. Tarantino, der ihn erstmals 2009 für "Inglourious Basterds" gewann, sei mehr als eine "Muse" für ihn. "Er ist ein Ermöglicher meiner selbst. Durch Quentin sind Jahrzehnte meiner Bemühung zum Glühen gekommen", sagte Waltz der "Bild am Sonntag". Diese "Bemühung" wurde in Beverly Hills mit dem Golden Globe als bester Nebendarsteller in Tarantinos "Django Unchained" belohnt - und reicht auch für eine "Oscar"-Nominierung.

"Mein Hemd ist schon gebügelt. Ich habe mit einer Nominierung für Leonardo DiCaprio gerechnet. Ich sehe diese Preisverleihungen aber nicht als sportiven Wettbewerb."

Christoph Waltz über seine "Oscar"-Chancen
Schweizer Medienportal "Blick"

Der große Durchbruch ließ auf sich warten

Szenenfoto aus "Django Unchained"
Szenenfoto: Calvin Candie (Leonardo DiCaprio), Dr. King Schultz (Christoph Waltz), Stephen (Samuel L. Jackson) und Jamie Foxx (Django) in "Django Unchained".

Seit seiner Rolle als Hans Landa kommt offenbar keiner mehr an Waltz vorbei. Ehrlich gesagt wurde das aber auch Zeit: Der Wiener, der in zweiter Ehe skandallos verheiratet ist, spielt fast so lange, wie es Filme überhaupt gibt. Ende der 1970er-Jahre fing mit "Parole Chicago" in der ARD alles an. Waltz verkörperte in der Serie einen Gauner. Er durfte sich in Peter Keglevics TV-Film "Du bist nicht allein - Die Roy Black Story" als Roy Black entfalten, bekam dafür den Bayrischen Filmpreis verliehen. Für seine Darstellung des brutalen Entführers in Keglevics TV-Zweiteiler "Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard Oetker" wurde er 2002 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Auch in zahlreichen Kinoproduktionen wirkte Waltz mit, unter anderem in "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" und 2003 in "Herr Lehmann". Doch der große Durchbruch ließ auf sich warten.

"Inglourious Basterds" war sein Film

Der US-amerikanische Schauspieler Jamie Foxx (v.l.), US-Regisseur Quentin Tarantino und Schauspieler Christoph Waltz
"Djungo Unchained"-Premiere: Christoph Waltz (r.) mit dem US-amerikanischen Schauspieler Jamie Foxx (l.) und US-Regisseur Quentin Tarantino

Erst im Jahr 2008 folgte dann der internationale Durchbruch - mit Tarantinos Film "Inglourious Basterds". Waltz hatte sich als Zweitbesetzung beworben. "Dieser Christoph kam rein, setzte sich und las zwei Szenen vor. Und da wusste ich: Wir machen den Film", erinnert sich Quentin Tarantino. Ein wahrer Preisregen folgte. Seine Darstellung des Hauptschurken neben Brad Pitt wurde nicht nur mit dem "Bambi", sondern auch mit dem Golden Globe und als Höhepunkt mit dem "Oscar" als bester Nebendarsteller gewürdigt. Den Auszeichnungen folgten weitere Engagements in Hollywood. Unter anderem stand der vierfache Vater 2011 in der Comic-Verfilmung "The Green Hornet", in "Die Drei Musketiere" und in der Polanski-Verfilmung des Theaterstücks "Der Gott des Gemetzels" vor der Kamera.

"Jetzt ist mein Frühling angebrochen"

In seinem aktuellen Tarantino-Film "Django Unchained" überzeugt Waltz neben Hollywood-Größen wie Leonardo DiCaprio und "Oscar"-Preisträger Jamie Foxx. Nach der Auszeichnung mit dem Globen Globe wird Waltz daher zum wiederholten Mal als Kandidat für den "Oscar" gehandelt. "Jetzt ist mein Frühling angebrochen", hat der 56-Jährige kürzlich gesagt.

Christoph Waltz
zum zweiten Mal nahm der Österreicher Christoph Waltz die begehrte Trophäe für die "Beste Nebenrolle" mit nach Hause, und zwar für seine Leistung als Kopfgeldjäger Dr. Schultz im Western "Django Unchained". Waltz bedankte sich vor allem bei Regisseur Quentin Tarantino: "Quentin, du weißt, dass meine Schuld dir gegenüber und meine Dankbarkeit nicht in Worte zu fassen sind."

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2013, 17:03 Uhr


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