Ex-Tennisprofi Boris Becker
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Macht er aus der Not eine Tugend? Wie Boris Becker aus den Schulden kommen will

BRISANT | 06.11.2017 | 17:15 Uhr

"Es ist irrsinnig zu glauben, ich sei pleite" sagt Boris Becker. Zwar ärgern ihn die Schlagzeilen. Aber der 49-Jährige verrät auch, wie er die jetzt für sich nutzen und wieder auf die Füße kommen will.

Ex-Tennisprofi Boris Becker
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Seit Juni ist Boris Becker ein Getriebener. Ein Held,  der öffentlich für "bankrott" erklärt wurde - zunächst durch eine Londoner Privatbank und dann durch eine Forderung von rund 40 Millionen Franken seines langjährigen Geschäftspartners Hans-Dieter Cleven. Den ganzen Sommer hat Becker dazu geschwiegen. Doch jetzt schlägt er mit einem Interview zurück. "Ich schulde Herrn Cleven kein Geld", so Becker gegenüber der Schweizer Tageszeitung "NZZ". "Fakt ist: Momentan schuldet mir Herr Cleven 90.000 Franken Verfahrenskosten vom ersten Prozess. Alles andere ist Humbug. Ich habe nie 40 Millionen Franken auf ein privates Konto von mir überwiesen erhalten."

Diese Behauptungen müssen von den Gerichten noch überprüft werden. Doch Becker nutzt das Interview als Befreiungsschlag und als Chance, sein ramponiertes Image aufzupolieren, glaubt Medien-Experte Jo Groebel: "Das ist in dieser Form und in diesem Umfang ein ziemlich guter Schritt gewesen - unabhängig von der Beurteilung des Inhaltes - um zu zeigen: Ich, Boris Becker, bin nach wie vor ein ernstzunehmender Mann."

Ein Befreiungsschlag?

Während seiner Karriere hat sich Boris Becker Preisgelder in Höhe von 25 Millionen Dollar erspielt und durch lukrative Werbeverträge ein Vermögen von 150 Millionen Dollar angehäuft. Doch danach sorgt er für andere, kostspielige Schlagzeilen: Ein teurer Scheidungskrieg, eine peinliche Affäre, gescheiterte Geschäftsideen und eine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung. Dass er auch bei der Wahl seiner Berater meist kein gutes Gespür bewies, gesteht er sich jetzt ein.

Würde ich heute genauso handeln? Nein, natürlich nicht. Ich stand am Anfang meiner zweiten Karriere. Ich habe weder Jura noch Finanzwissenschaft studiert. Ich war darauf angewiesen, dass die Menschen, die mich berieten, es ehrlich taten.

Boris Becker Schweizer Tageszeitung "NZZ"

"Der Name Boris Becker ist heiß"

Doch im gleichen Atemzug verkündet Becker  Erstaunliches angesichts seiner finanziell angeschlagenen Lage. "Mein Name, meine Marke sind so präsent wie in den vergangenen 20 Jahren nicht. Ich habe auf meinem Schreibtisch viele neue Werbeverträge liegen, weil Firmen merken: Der Name Boris Becker ist heiß", sagt Boris Becker. Da müsse man vorsichtig sein, sagt Jo Groebel. "Gerade große Unternehmen in Deutschland sagen sich: Bekanntheit alleine ist nicht alles. Es sollte auch mit einem positiven oder zumindest nicht fraglichen Image einhergehen." Immerhin ist Boris Becker seit August ehrenamtlicher Leiter für das deutsche Davis-Cup-Männer-Team.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. November 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2017, 17:54 Uhr

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