BRISANT

Kreml-Gegner vor Gericht : Prozessbeginn gegen russische Punkband "Pussy Riot"

Brisant | 30.07.2012 | 17:15 Uhr

Der Prozess gegen drei Frauen der Punkband "Pussy Riot" hat begonnen. Sowohl Unterstützer als auch Kritiker der kreml-kritischen Musikerinnen versammelten sich heute vor dem Gerichtsgebäude. Die Punkband hatte im Februar in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau dafür gebetet, dass Russland von Putin erlöst werden möge.

Die Mitglieder der Punkband "Pussy Riot"

Die drei Frauen sind zwischen 22 und 29 Jahre alt. Sie sind wegen Rowdytums angeklagt und nun droht ihnen eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren. Grund ist ihr Auftritt im Februar dieses Jahres in der Christ-Erlöser-Kathedrale, in der sie „Mutter Gottes, verjage Putin" gebetet haben. Der Auftritt dauerte etwa eine Minute. Daraufhin wurden im März Nadezhda Tolokonnikova und Maria Aljechina festgenommen. Später ist auch das dritte Mädchen, Ekaterina Samuzewich, unter Arrest genommen worden. Sie alle sitzen seit Anfang März in Untersuchungshaft.

Gespaltene Meinungen

Der Fall hat die russische Gesellschaft gespalten: Viele Kirchenvertreter bestehen auf eine harte Strafe und sprechen sogar davon, die Frauen zu verbrennen oder für lange Zeit hinter Gitter zu bringen. Der andere Teil der Gesellschaft ist über die Härte der angedrohten Strafen entsetzt und fordert die Freilassung. Schließlich hätten zwei der drei jungen Frauen kleine Kinder. Menschenrechtler kritisieren den Prozess wiederum als politisch motiviert.

Vor dem Gerichtsgebäude haben sich am Montag viele Menschen versammelt. Während sich die einen für die Moral und Gott einsetzen wollen, fordern die anderen die Freiheit der drei Musikerinnen.

Musikalische Unterstützung für die Band

Bereits im Vorfeld haben sich viele prominente Musiker, wie die "Red Hot Chilli Peppers" oder "Sting", auf die Seite der Frauenband gestellt. Die US-Band "Anti-Flag" und die Berliner Bands "Radio Havanna" und "Smile And Burn" haben zwei Benefizkonzerte geplant: Eins fand bereits am Sonntag in Hamburg statt, das zweite folgt am Dienstag in Berlin.

Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2012, 15:54 Uhr