durcheinanderliegendes OP-Besteck
Bildrechte: IMAGO

Patientenrechte Was tun bei Behandlungsfehlern?

BRISANT | 10.11.2017 | 17:15 Uhr

Falsche Operationen, vergessenes OP-Besteck, schlecht sitzender Gelenkersatz: Manche Fälle, die Patientenberater zu hören bekommen, klingen unglaublich. Aber was lässt sich bei Verdacht auf Behandlungsfehler tun?

durcheinanderliegendes OP-Besteck
Bildrechte: IMAGO

1. Informationen einholen

In Verbraucherzentralen und Patientenberatungsstellen werden Patienten kostenlos zu allen Fragen – nicht nur zum Thema Behandlungsfehler – beraten. Auch Selbsthilfegruppen können weiterhelfen. Oder ein Anruf bei der "Unabhängigen Patientenberatung Deutschland" (UPD). Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-0117722 können Patienten die UPD montags bis freitags von 8 bis 22 Uhr und samstags von 8 bis 18 Uhr erreichen. Zudem bietet die UPD eine Onlineberatung an.

2. Mit dem behandelnden Arzt sprechen

Bevor Gutachten erstellt oder gar Anwälte beauftragt werden, sollte man das Gespräch mit demjenigen führen, in dessen Behandlung man ist oder war. In Kliniken kann man sich auch an leitende Ärzte oder die Klinikleitung wenden.

3. Sich von der Krankenkasse unterstützen lassen

Die Kassen haben ein hohes Interesse daran, dass die Kosten, die sie übernehmen, auch zu einer erfolgreichen Therapie führen. Ist das nicht der Fall, helfen sie weiter und vermitteln eine außergerichtliche Rechtsberatung oder holen über ihren Medizinischen Dienst ein Gutachten für den Patienten ein.

4. Nervenschonender als ein Prozess: Außergerichtliche Streitschlichtung

Ärzte- und Zahnärztekammern bieten mit ihren Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen für Arzthaftungsstreitigkeiten eine außergerichtliche Streitschlichtung und Expertengutachten an. Das ist deutlich nervenschonender als ein Prozess.

Alle wichtigen Informationen rund um das Thema "Patientenrechte" sind zudem in einem kostenfreien Ratgeber zu finden, der gemeinsam vom Bundesministerium der Justiz, dem Bundesministerium für Gesundheit sowie dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Patientinnen und Patienten herausgegeben wurde. Die Broschüre kann online bestellt oder als Dokument runtergeladen werden.

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2017, 16:26 Uhr