Zecke auf einem Arm
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Zeckenbiss So reagieren Sie richtig!

BRISANT | 23.06.2017 | 17:15 Uhr

Mit dem guten Wetter zieht es viele wieder vermehrt ins Grüne. Doch nicht nur dort lauert die Gefahr. Längst sind Zecken auch in den Städten angekommen, werden oft von Haustieren in die Ballungszentren getragen. Aktiv werden sie bereits ab sieben Grad Celsius, können im Ernstfall schwerwiegende Krankheiten übertragen. So reagieren Sie bei einem Zeckenbiss richtig!

Zecke auf einem Arm
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Zecken saugen sich besonders gerne in den Kniekehlen, an der Leiste, unter den Achseln sowie am Kopf, etwa hinter den Ohren und am Haaransatz, fest und müssen dort schnell wieder weg!

Schutz vor Borreliose

In Deutschland trägt nur ein Teil der Zecken den Erreger der gefährlichen Lyme-Borreliose. Die Zahl der infizierten Tiere schwankt laut Robert-Koch-Institut sehr stark. In einigen Regionen ist jede dritte Zecke infiziert. Wird der Erreger übertragen und eine Entzündung deshalb nicht behandelt, kann es zu Nervenlähmungen, Gelenk- oder Herzmuskelentzündungen kommen.

Keine Panik, aber zügig reagieren

Die Entzündung lässt sich  jedoch mit Antibiotika sehr gut heilen. Rötet sich die Haut an der Bissstelle, sollte man unbedingt zum Arzt gehen. Häufig tritt die sogenannte Wanderröte erst ein paar Tage nach dem Stich auf. Auch bei grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen oder geschwollenen Lymphknoten sollte man direkt zum Arzt gehen.

FSME-Viren: Eine Impfung kann helfen

Das zügige Entfernen der Zecke schützt leider nicht vor den Erregern der FSME (kurz für: Frühsommer-Meningoenzephalitis) - besser bekannt als Hirnhautentzündung. Den Erreger tragen Zecken in einigen Regionen Deutschlands in ihren Speicheldrüsen. Daher werden die Viren bei einem Biss sofort übertragen. Die Krankheit führt zu Erbrechen, Kopfschmerzen und auch Lähmungen und kann im schlimmsten Fall sogar tödlich verlaufen. Laut Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Insitut ist die Krankheit aber eher selten in Deutschland:

Die FSME ist meldepflichtig, wenn ein Labornachweis geführt wird. Das sind im Jahr zwischen 200 und 400 bestätigte Fälle.

eine Zecke in einer Zeckenzange
Ob Drehen oder Ziehen: Am Ende ist es wichtig, dass die Zecke vollständig entfernt wird. Eine Zeckenzange hilft dabei. Bildrechte: IMAGO

Gegen FSME schützt nur eine Impfung. Den Schutz empfiehlt das Robert-Koch-Institut allen Menschen in ausgewiesenen Risikogebieten, auch wenn dort nur wenige Zecken das FSME-Virus tragen. Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht einmal im Jahr eine Karte mit FSME-Risikogebieten. Demnach befinden sie sich im Süden von Sachsen, in Süden und Osten von Thüringen, in großen Teilen Bayerns und Baden-Württembergs und in einzelnen Regionen in Hessen, im Saarland und in Rheinland-Pfalz (Stand: April 2016) Risikogebiete.

Die Krankenkassen bezahlen die Schutzimpfung in der Regel, wenn man in den deutschen Risikogebieten wohnt oder dorthin reisen will. Allerdings sollte man sich rechtzeitig vor einem Urlaub impfen lassen. Erst nach zwei Spritzen baut der Körper einen Schutz gegen die Viren auf. Zwischen den Impfungen müssen mindestens drei bis vier Wochen Abstand liegen. Für einen auf Jahre anhaltenden Schutz sind drei Injektionen nötig.

Die richtige Kleidung tragen

Zecken kann man sich auch mit einfachen Mitteln gut vom Leib halten. Cremes oder Sprays gegen Zecken sind ebenfalls sinnvoll, sagt Susanne Glasmacher. Sie wirken aber nur wenige Stunden und müssen entsprechend häufig wieder aufgetragen werden.

Wenn man zum Beispiel Brombeeren pflücken möchte oder beim Joggen über eine Wiese geht, die hohe Gräser hat, dann kann man die Zecken dort abstreifen. Lange Hosen nützen da eine ganze Menge. Auch Hosen in die Strümpfe stecken, hilft sehr.

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2017, 15:03 Uhr