Wichtige Zeugin der Schiffskatastrophe : Domnica Cemortan gesteht ihre Liebe zu Kapitän Schettino
Brisant | 03.02.2012 | 17:15 Uhr
Eine als wichtige Zeugin des Kreuzfahrtunglücks in Italien geltende Moldauerin ist in den Kapitän Francesco Schettino verliebt. Die 25-jährige Domnica Cemortan sagte gegenüber Ermittlern: "Ja, es stimmt, ich liebe Kapitän Schettino". Medienberichten zufolge befand sich Cemortan auf der Kommandobrücke des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia", als es am 13. Januar vor der toskanischen Insel Giglio einen Felsen rammte.
Die Gerüchte um Francesco Schettino, den Kapitän des gesunkenen Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia", waren von Anfang an haarsträubend: Er will am fraglichen Unglückstag in ein Rettungsboot gestolpert sein und deshalb das Schiff frühzeitig verlassen haben. Überhaupt sei er nur so nah an der Insel Giglio vorbeigefahren, weil er eine Verbeugung machen wollte. Und schließlich gibt es Spekulationen um eine wichtige Zeugin namens Domnica Cemortan. Die soll Medienberichten zufolge die Geliebte des Kapitäns sein und sei zum Unglückszeitpunkt auf der Kommandobrücke gewesen. Sie selbst hatte das immer bestritten. Doch eine halbe Stunde vor dem Unglück wurde sie mit Schettino bei einem romantischen Abendessen gesehen. Taucher fanden nun zudem persönliche Gegenstände von ihr in der Kapitänskabine: Kleidung, Schmuck und ihr Parfum. Nach sechs Stunden Verhör soll sie schließlich dem Staatsanwalt gestanden haben: "Ja, ich liebe ihn. Er ist ein Held, der zu Unrecht beschuldigt wird."
Schon seit Wochen wurde über ein Techtelmechtel zwischen Schettino und der mysteriösen Blondine gemunkelt. Denn die Moldawierin war eine der ganz wenigen, die ihn nach dem Unglück vehement verteidigte. "Ich habe in den russischen Medien gehört, dass der Kapitän einer der ersten war, die das Schiff verließen. Aber das stimmt überhaupt nicht", sagte Cemortan. "Ich war dabei. Vielleicht werde ich ja auch noch zum Verhör geladen, denn als Zeugin kann ich sagen, dass der Kapitän mich persönlich dazu aufgefordert hatte, in ein Rettungsboot zu gehen. Und das war zwei Stunden nach dem Unglück."
Schettino unter Hausarrest
Worte, die in Schettinos Heimatdorf Meta di Sorrento für gehörigen Zündstoff sorgen dürften. Dort steht der 52-Jährige unter Hausarrest - unter einem Dach mit Ehefrau Fabiola, die ihn noch vor einer Woche in einem Interview in Schutz nahm: Ihr Mann sei kein Monster, sagte sie. Die 15-jährige Tochter der beiden traut sich wegen ihres Skandalvaters schon nicht mehr zur Schule. Dass Kapitän Schettino in seiner Kabine blonde Zerstreuung suchte, lässt ihn nicht gerade seriöser erscheinen. Die Einwohner von Giglio sind verärgert über die amourösen Eskapaden. Aber der Ölfilm vor ihrer Küste bereitet ihnen gerade mehr Sorgen als der vermeintliche Lügenkapitän. "Für mich ist nicht wirklich relevant, ob eine Frau, zwei, fünf oder zehn Leute mit dem Kapitän auf der Brücke waren. Der Kapitän hat die volle Verantwortung, zu einhundert Prozent", sagt ein Einwohner.
Schettino in Bedrängnis?
Domnica Cemortan ist übrigens nicht die einzige Frau, die den Kapitän in Bedrängnis bringen könnte. Schettino soll einer Anwältin am Tag nach dem Unglück mehrere Sachen vom Schiff übergeben haben, darunter seinen Computer. Auch diese Frau soll nun von der Staatsanwaltschaft vernommen werden.
Costa Concordia
Länge: 290 Meter
Breite: 35,5 Meter
Tiefgang: rund acht Meter
Höchstgeschwindigkeit: 23 Knoten (43 km/h)
Besatzung: rund 1.100
Passagiere: bis zu 3.780
Ausstattung: Fünf Restaurants, 13 Bars, fünf Whirlpools, vier Swimmingpools und ein Wellnessbereich auf 6.000 Quadratmetern, 4D-Kino und ein Theater über drei Etagen.
Preis: etwa 450 Millionen Euro
Gebaut wurde der Luxusliner vom italienischen Werftenkonzern Fincantieri. 2006 wurde das Schiff an die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere übergeben. Die Costa Concordia ist das Flaggschiff der Reederei und das erste von insgesamt fünf Kreuzfahrtschiffen der Concordia-Klasse.




