Astronomische Sensation Nasa-Forscher entdecken sieben erdähnliche Planeten

BRISANT | 23.02.2017 | 17:15 Uhr | Das Erste

Wissenschaftler um den belgischen Astronomen Michael Gillon haben eine aufregende astronomische Entdeckung gemacht: In unserer kosmischen Nachbarschaft stießen sie auf sieben erdähnliche Planeten, die um den Roten Zwergstern Trappist-1 kreisen. Drei dieser sogenannten Exoplaneten liegen in einer Temperaturzone, in der Wasser flüssig sein könnte. Das wäre eine Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen. Drei der Planeten könnten sogar Ozeane auf ihrer Oberfläche besitzen, sofern sie erdähnliche Atmosphären haben.

Außerirdisches Leben?

"Wir haben einen entscheidenden Schritt auf der Suche nach Leben dort draußen gemacht", erklärte Dr. Amaury Triaud von der University of Cambridge im Fachmagazin "Nature". Die Entdeckung sei "ohne Zweifel eine der größten" im Bereich der Planetenkunde, fügte Didier Queloz von der Universität Genf hinzu. Laut "Nature" sind alle sieben Planeten in Puncto Größe und Masse mit der Erde vergleichbar. Ob die Planeten wirklich Wasser haben, wollen die Forscher mit dem neuen James-Webb-Weltraumteleskop herausfinden, das im kommenden Jahr betriebsbereit sein soll.

Der Exoplanet Trappist-1, 40 Lichtjahre von der Erde entfernte im Sternbild 	Wassermann
So könnte die Oberfläche auf einem der Exoplaneten aussehen. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Das Zwergstern-System Trappist-1 liegt knapp 40 Lichtjahre von der Sonne entfernt - also in einer Entfernung, die Licht in 40 Jahren zurücklegt. "Auf der Suche nach Leben anderswo ist dieses System nach heutigem Stand wahrscheinlich die beste Wahl", sagte Brice-Olivier Demory von der Universität Bern.

Erdähnliche Oberflächen vermutet

Nach den bisher vorliegenden Daten gehen die Forscher davon aus, dass die sieben Exoplaneten zum Teil auch aus Felsen und anderen festen Materialien bestehen. Die Lichteinstrahlung dürfte jedoch wesentlich geringer sein als auf der Erde, wenn sie der Sonne zugewandt ist. "Die Helligkeit wird wohl zweihundertmal geringer sein als mittags auf der Erde", sagte Triaud. Nach seiner Einschätzung dürfte das dem Licht "eines Sonnenuntergangs ähneln".

Künstlerische Darstellung des sehr kühlen Zwergsterns TRAPPIST-1 aus der Nähe eines seiner Planeten
So könnte der Blick auf Trappist-1 aussehen. Bildrechte: ESO

ten/dpa/afp

Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2017, 17:56 Uhr