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Pistorius bestreitet Mordvorwurf : Abschied von Reeva Steenkamp

Brisant | 19.02.2013 | 17:15 Uhr

Familie und Freunde haben am Dienstag Abschied genommen von dem südafrikanischen Model Reeva Steenkamp. Die Freundin des Paralympic-Stars Pistorius war am vergangenen Donnerstag in dessen Haus erschossen worden. Hauptverdächtiger ist der 26-jährige Sportler, der sich seit Freitag in Polizeigewahrsam befindet.

Ein Gast der Trauerfeier hält eine Autogrammkarte von Reeva Steenkamp.

Pistorius bestreitet vehement Mordvorwurf

Obwohl Oscar Pistorius bestreitet, seine Freundin absichtlich getötet zu haben, ließ das Magistratsgericht in Pretoria am Dienstag eine Anklage wegen vorsätzlichen Mordes zu. Pistorius' Anwalt Barry Roux las aus einer Erklärung des 26-Jährigen: "Ich hatte nie die Absicht, meine Freundin zu töten. Ich habe gedacht, auf einen Einbrecher zu schießen."

Die Verteidigung hatte gehofft, dass Pistorius in einem minder schweren Fall angeklagt wird, dann wären die Chancen für den Angeklagten besser gewesen, gegen Kaution freizukommen. Die Anklagebehörde möchte, dass Pistorius bis zum Prozess in Untersuchungshaft bleibt, eine Entscheidung darüber soll am Mittwoch fallen.

Der tiefe Fall des Oscar Pistorius: Vom National-Held zum Mordverdächtigen

London 2012 - Paralympische Spiele - Pistorius strahlt, mit der Goldmedaille in der Hand Nelson Mandela gratuliert Oscar Pistorius zu seiner Goldmedaille. (2008) Oscar Pistorius, Hand in Hand mit seiner Freundin Reeva Steenkamp. November 2012

Der sechsfache Paralympics-Sieger Oscar Pistorius steht vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vorsätzlichen Mord an seiner Freundin Reeva Steenkamp vor. [Bilder]


Gegensätzliche Darstellungen

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hatte der beinamputierte Pistorius erst im Schlafzimmer seine Prothesen angelegt, bevor er mit seiner Pistole zum sieben Meter entfernten Badezimmer ging. Dort habe sich seine Freundin befunden. Pistorius habe vier Schüsse durch die verschlossene Badezimmertür gefeuert, drei von ihnen sollen die 29-Jährige getroffen und tödlich verletzt haben.

Pistorius schilderte die Vorgänge völlig anders. Wie immer habe er angesichts der hohen Kriminalitätsrate in Südafrika mit einer Pistole unter dem Kissen geschlafen. "Ich dachte, jemand wäre in mein Haus eingedrungen und war zu ängstlich, Licht anzumachen." Er habe gedacht, seine Freundin liege noch neben ihm im Bett. Er habe aus Angst, und um sich und seine Freundin zu schützen, geschossen. Erst später habe er gemerkt, dass Reeva im Bad gewesen sei. Er habe dann mit einem Kricketschläger die Badezimmertür zertrümmert und seine Freundin, die noch lebte, gefunden. Sie sei in seinen Armen gestorben.

Die Verhandlung wird am Mittwoch fortgesetzt.

Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2013, 16:20 Uhr