Landesweite Schweigeminute Schweden trauert um Anschlags-Opfer

BRISANT | 10.04.2017 | 17:10 Uhr im Ersten

Mit einer landesweiten Schweigeminute hat Schweden am Montag der Opfer des mutmaßlichen Terroranschlags in Stockholm gedacht. Begleitet von Glockenläuten und Trauermärschen stand um Punkt 12 Uhr das öffentliche Leben kurzzeitig still.

Menschen stehen in Stockholm (Schweden) in der Nähe des Einkaufszentrums Ahlens und gedenken mit einer Schweigeminute der Opfer des mutmaߟlichen Terroranschlags.
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Bei bewölktem Himmel versammelten sich in der schwedischen Hauptstadt viele Menschen rund um den Tatort und das Rathaus, vor dem Flaggen in den schwedischen Farben Blau und Gelb auf halbmast wehten.

Bei einer Gedenkfeier im angrenzenden Park hielt Regierungschef Stefan Löfven eine Rede, in der er den internationalen Zusammenhalt gegen den Terror beschwor. "Wir werden uns dem Terror nie ergeben. Wir werden das gemeinsam durchstehen", so Löfven. Auch die schwedische Königsfamilie sowie Vertreter des Reichstags nahmen an der Schweigeminute teil.

Bereits am Sonntag hatten sich in der Stockholmer Innenstadt mehr als 20.000 Menschen versammelt, um gemeinsam der Opfer zu gedenken und ein Zeichen für Toleranz und Offenheit zu setzen. Für die Schweigeminute fanden sich am Montag erneut viele Menschen vor dem Kaufhaus "Ahlens" ein, einige von ihnen brachen in Tränen aus. Andere dankten den Polizisten vor Ort mit Blumen für ihre besonnene Reaktion auf den Anschlag.

Der schwedische König Carl XVI. Gustaf (r), Königin Silvia (M) und Prinz Daniel kommen in das Rathaus von Stockholm (Schweden), um an einer Schweigeminute für die Opfer des mutmaߟlichen Terroranschlags teilzunehmen.
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Offenbar ist die Polizei bei ihren Ermittlungen zu einem möglichen Täter einen Schritt weiter. Ein 39-jähriger Usbeke sei "mit großer Sicherheit" der Täter. Der Mann wurde kurz nach dem Anschlag in Stockholm festgenommen und stehe unter Terror- und Mordverdacht.

Medienberichten zufolge hatte er nach seiner Festnahme gestanden, "die Ungläubigen niedergemäht" zu haben. Er habe sein Ziel erreicht und sei "zufrieden mit dem, was er getan habe", zitierten "Aftonbladet" und "Express" aus dem Verhör des Mannes.

Der mutmaßliche Attentäter war am vergangenen Freitag mit einem gestohlenen Lastwagen durch eine belebte Einkaufsstraße gerast und hatte das Fahrzeug dann in das Kaufhaus "Ahlens" gelenkt. Er tötete vier Menschen, 15 weitere wurden verletzt. Am Sonntag nahm die Polizei einen zweiten Verdächtigen fest. Welche Verbindung es zwischen den beiden Männern gibt, blieb zunächst offen.

Ein Polizeifahrzeug ist am 10.04.2017 in der Innenstadt von Stockholm (Schweden) drei Tage nach dem mutmaßlichen Terroranschlag fast vollständig mit Blumen bedeckt.
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ten/dpa/afp

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2017, 16:47 Uhr