Ein Arzt zeigt einen Tuberkulose-Fall anhand eines Röntgenbildes
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Lehrer und Schülerin erkrankt Tuberkulose-Fälle – Schulen in Dresden dicht!

BRISANT | 04.12.2017 | 17:15 Uhr

Man kennt Tuberkulose eigentlich nur noch aus Romanen wie Manns Zauberberg oder dem ARD-Mehrteiler "Charité". Doch die Fallzahlen steigen wieder - auch in Deutschland. VierFälle sorgen aktuell in Dresden für Aufregung.

Ein Arzt zeigt einen Tuberkulose-Fall anhand eines Röntgenbildes
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Im Gymnasium und an der Oberschule der privaten Hotel- und Gaststättenschule (HOGA) im Dresdner Stadtteil Dobritz werden Schüler und Lehrer auf Tuberkulose (TBC) getestet. Deshalb bleiben beide Einrichtungen zwei Tage geschlossen.

Die gefährliche Infektionskrankheit schon vor Monaten bei einer Schülerin festgestellt worden. Weil es aktuell drei weitere Erkrankte gibt, informierte die Schulleitung nun darüber. Das Gesundheitsamt vermutet einen Zusammenhang. Von wem die Ansteckung ausging, lasse sich "aufgrund der sehr variablen Inkubationszeit" nicht sicher feststellen. Neben dem Gymnasium wird daher auch die Oberschule, die sich auf dem gleichen Gelände befindet, in die Prüfung einbezogen. "Jeder Fall wird ernst genommen", sagte Amtsleiter Jens Heimann. Es seien mehrere Teams im Einsatz. Insgesamt 600 Schüler und Lehrer werden getestet. Die Ergebnisse sollen in wenigen Tagen vorliegen. Erst danach wird über eine Ausweitung der Ermittlungen über den Radius der Schule hinaus etwa auf Angehörige entschieden.

Da wir schnellstmöglich Klarheit wollen, lassen wir Montag und Dienstag vorsorglich alle Lehrer und Schüler der elften und zwölften Klassen untersuchen, die noch nicht getestet wurden.

Regina Kirschstein

Grippeähnliche Symptome

Die ersten Symptome einer TBC-Erkrankung - Appetitmangel, Husten, leichtes Fieber - ähneln denen eines gewöhnlichen grippalen Infekts. Sechs bis acht Wochen können vergehen, bis die Krankheit voll ausgebrochen ist. Dann kann das typische Bild auftreten: Die Patienten husten Blut, fühlen sich schwach und verlieren allmählich Gewicht. Letzteres gab der Tuberkulose auch den Namen Schwindsucht.

Vier Antibiotika gleichzeitig

Selbst wenn sich die Erreger bei einem konkreten Erkrankungsfall noch mit den gängigen Medikamenten bekämpfen lassen, braucht es in der Regel vier Antibiotika gleichzeitig, die über ein halbes Jahr verabreicht werden müssen, um die TBC auszuschalten.

1,8 Millionen Tote im Jahr 2015

Allein 2015 zählte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1,8 Millionen Todesopfer durch TBC. Die Lungenkrankheit, die von Mykobakterien verursacht wird, fristet in der öffentlichen Aufmerksamkeit seit langer Zeit ein Schattendasein, wohl auch, weil vor allem arme Länder betroffen sind. Spitzenreiter bei Fallzahlen ist Indien, gefolgt von Indonesien, China, Nigeria, Pakistan und Südafrika. Tödlich verläuft eine Tuberkulose vor allem, wenn die Lebensbedingungen schlecht sind und weitere Infektionen, etwa mit dem HI-Virus, hinzukommen.

Tröpfcheninfektion

Bei der gängigen Variante, der Lungentuberkulose, gelangen die Erreger über Tröpfchen in die Atemwege neuer Wirte. Dort können die Bakterien teilweise Jahre schlummern, bis es zu einem Ausbruch der Krankheit kommt. Meist entsteht dabei zunächst ein Entzündungsherd, der vom Immunsystem abgekanzelt wird, ein sogenanntes Tuberkulom. Dort vermehrten sich die Erreger. Können sie das Tuberkulom dann verlassen, beginnt ein schwerer Krankheitsverlauf.

Stichwort: Tuberkulose Die Tuberkulose (kurz TB oder TBC) ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch verschiedene Arten von Mykobakterien verursacht wird und beim Menschen am häufigsten die Lungen befällt. Die Inkubationszeit beträgt sechs bis acht Wochen. Die Betroffenen werden durch Fieber und Husten geplagt. Letzterer geht meist mit grünlichem oder blutigem Auswurf einher.

Sie führt die weltweite Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an. Häufigster Übertragungsweg ist die Einatmung infektiöser Tröpfchen. 1882 gab Robert Koch in Berlin die Entdeckung des Erregers der Infektionskrankheit bekannt. Später wurden Antibiotika-Therapien entwickelt.

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2017, 20:49 Uhr

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