Image-Desaster für United Airlines Fluggast gewaltsam aus überbuchter Maschine geschleift

BRISANT | 11.04.2017 | 17:10 Uhr im Ersten

Die US-Fluggesellschaft United Airlines hat mit einem gewaltigen Image-Problem zu kämpfen, seit ein Passagier gewaltsam aus einem überbuchten Flugzeug befördert wurde. Der Vorstandsvorsitzende von United, Oscar Munoz, entschuldigte sich für den Vorfall. "Das ist ein Vorfall, der uns bei United alle ärgert", sagte er in einer Mitteilung. Das Unternehmen werde sich an den betroffenen Passagier wenden.

Ein Flugzeug der United Airlines steht auf dem Rollfeld.
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Videos von dem Vorfall wurden im Internet millionenfach geklickt und zeigen, wie Sicherheitspersonal einen Mann über den Boden des Kabinengangs zum vorderen Ausgang des Flugzeuges zieht. In Online-Netzwerken brach daraufhin eine Welle der Erschütterung über die Airline herein. Auf Twitter, Facebook und Google+ gehörte der Vorfall zu den meist diskutierten Themen.

Passagier setzt sich vergeblich zur Wehr

Die Fluggesellschaft hatte den Flug von Chicago nach Louisville überbucht und bat Passagiere, den Flieger wieder zu verlassen, wie unter anderem die Zeitung "Chicago Tribune" berichtete. Freiwilligen, die eine Nacht länger in Chicago bleiben würden, habe die Fluggesellschaft eine kostenlose Hotelübernachtung sowie 400 Dollar Prämie geboten. Später habe United das Prämienangebot sogar verdoppelt. Da sich aber niemand gemeldet habe, seien Passagiere per Zufall von einem Computer ausgewählt worden. Der Passagier, der dann gewaltsam aus dem Flugzeug gezerrt wurde, ging nicht auf das Angebot ein, mit der Begründung, er sei Arzt und müsse am nächsten Tag Termine mit Patienten in Louisville einhalten. Er habe sich gewehrt und geschrien, jedoch ohne Erfolg.

Passagiere dürfen abgewiesen werden - auch in der EU

US-Fluggesellschaften dürfen laut Verkehrsministerium bei Überbuchung eines Flugs Passagiere auch gegen ihren Willen abweisen, wenn keine Freiwilligen gefunden werden. Diese Regelung gilt auch in der EU. Die Luftfahrtbehörde in Chicago erklärte allerdings, dass das Vorgehen der Flughafenpolizei "nicht in Übereinstimmung mit unseren Standards für die Einsatzprozeduren stand". Der Beamte, der den Passagier mit sich geschleift habe, sei mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden. Es werde eine "sorgfältige Überprüfung" des Vorfalls geben.

ten/dpa/afp

Zuletzt aktualisiert: 11. April 2017, 14:58 Uhr