Henna-Tattoo
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Siebenjährige im Krankenhaus behandelt Verbrennungen durch Farbstoff in Henna-Tattoo!

BRISANT | 18.08.2017 | 17:15 Uhr

Eigentlich sollte Madison Gullivers Henna-Tattoo eine schöne Erinnerung an den Ägypten-Urlaub sein. Doch die Siebenjährige musste im Krankenhaus behandelt werden und trägt Narben für immer davon.

Henna-Tattoo
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Henna-Tattoos werden in vielen Urlaubsorten in Ägypten angeboten, so auch in einem Schönheitssalon eines Vier-Sterne-Hotels in Hurghada. Angeblich alles hautschonend, unbedenklich und nicht langlebig. Doch bei Madison Gulliver aus Großbritannien war es ganz anders: Das Mädchen musste sich wegen ihrer Urlaubs-Tattoos einer schmerzhaften Behandlung unterziehen. Der Arm der siebenjährigen war schwer entzündet. Dicke Blasen hatten sich entwickelt. "Wir hatten Panik. So etwas hatten wir noch nie gesehen", sagte Madisons Vater Martin der "Daily Mail".

Madison Gulliver, 7, mit schrecklichen Verätzungen und Verbrennungen. Sie wird nach ihrem schwarzen Henna-Tattoo im Urlaub in Ägypten Narben für immer behalten.

Daily Mail

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Hochgiftiges Paraphenylendiamin, sogenanntes PPD, beigemischt?

Was bei der kleinen Madison schief gelaufen ist, erklärt Hautärztin Dr. Maja Hofmann von der Charité Berlin. "Es sind schwarze Farbstoffe in den Henna-Tattoos eingemischt. Und da können allergische Reaktionen auftreten." Olga Engelhardt ist seit zehn Jahren Henna-Künstlerin. Damit das Tattoo länger hält, werde in südlichen Ländern oft mit Chemie nachgeholfen. "Das Gefährliche daran ist, dass da Haarfarbe hineingemischt wird. Diese enthält ätzende Bestandteile", sagt Engelhardt. Die Rede ist von hochgiftigem Paraphenylendiamin, sogenanntes PPD. Die Haut reagiert darauf hochallergisch. "Es kann zu massiven Reaktionen auf den Farbstoff und damit auch zu Blasenbildung, Wundinfektion und Narbenbildung kommen", so Hautärztin Dr. Hofmann. Zudem besteht die Gefahr einer lebenslangen schweren Allergie. In Panik sind auch Madisons Eltern. Schon im Urlaub wurden die Beschwerden schlimmer. Mediziner raten in diesen Fällen eindringlich.

Wenn man die Möglichkeit hat, zu einem Hautfacharzt oder zumindest zu einem Arzt zu gehen, sollte man das tun. Man kann dort schon eventuell mit Kortison- oder entzündungshemmenden Cremes versuchen, akut zu behandeln.

Maja Hofmann, Hautärztin Charité Berlin

Urlauber sollten auf Henna-Farbe achten

Wer dem Henna-Tattoo im Urlaub nicht wiederstehen kann, sollte mit dem Künstler ausführlich reden. Unbedenkliche Henna-Farbe ist eigentlich braun, hält nur wenige Tage und muss lange trocknen. "Wenn er sagt, dass man die Paste nur trocknen lassen muss und diese nach einer halben Stunde weggewischt werden darf, auf jeden Fall Finger weg davon", erklärt Olga Engelhardt.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 18. August 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. August 2017, 20:17 Uhr