Polizisten stehen auf der Landstraße zwischen Castanheira de Pera und Figueiro dos Vinhos (Portugal) neben ausgebrannten Autos.
Viele Opfer verbrannten auf der Flucht vor den Flammen in ihren Fahrzeugen. Bildrechte: dpa

Waldbrand in Portugal Menschen sterben auf Flucht vor Feuer

BRISANT | 19.06.2017 | 17:15 Uhr

Bei schweren Waldbränden in Portugal sind mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden korrigieren die Zahl der Opfer immer wieder. Das Feuer hatte sich enorm schnell ausgebreitet. Viele Anwohner starben bei ihrer Flucht mit dem Auto. Die portugiesische Regierung rief eine dreitätige Staatstrauer aus.

Polizisten stehen auf der Landstraße zwischen Castanheira de Pera und Figueiro dos Vinhos (Portugal) neben ausgebrannten Autos.
Viele Opfer verbrannten auf der Flucht vor den Flammen in ihren Fahrzeugen. Bildrechte: dpa

Bei verheerenden Waldbränden sind in Portugal nach Behördenangaben mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende wurden verletzt, fünf von ihnen schweben in Lebensgefahr. Von dem Brand in der zentralen Bergregion in Pedrógão Grande sind mehr als 20 Ortschaften betroffen. Einige habe man wegen der Flammen noch nicht erreichen können.

Nach Angaben des portugiesischen Innenministeriums starben viele der Opfer auf der Flucht vor dem Waldbrand in ihren Autos, als das Feuer ihnen den Weg abschnitt. Unter den Verletzten sind Dorfbewohner und auch Feuerwehrleute.

700 Feuerwehrleute im Einsatz

Zwei der insgesamt vier Feuerfronten sind laut Innenministerium inzwischen unter Kontrolle. Wie groß die betroffene Fläche ist, ist derzeit noch unklar. Der Brand war am Samstagnachmittag, 14 Uhr Ortszeit, ausgebrochen und hatte sich mit rasender Geschwindigkeit ausgebreitet. Rund 700 Feuerwehrleute mit knapp 200 Fahrzeugen waren die Nacht über im Einsatz, um die Flammen zu löschen. Der Einsatz von Löschflugzeugen war wegen der starken Rauchentwicklung nahezu unmöglich gewesen.

Ministerpräsident Antonio Costa sprach von einer "furchtbaren Tragödie". Es sei das schwerste derartige Unglück seit Jahren. Vorrang habe, Menschen zu retten und das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Danach müsse untersucht werden, wie sich die Flammen derart rasch ausbreiten konnten. Die portugiesische Regierung rief ab Montag eine dreitägige Staatstrauer aus.

Karte Portugals mit der Ortschaft Pedrógão Grande.
Pedrógão Grande liegt etwa 200 km von Lissabon entfernt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Polizei sieht Gewitter als Ursache

Die Polizei hält einen Blitzschlag für die mögliche Ursache. Am Samstagnachmittag habe sich über dem betroffenen Gebiet um den Kreis Pedrógão Grande ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei geregnet hätte, sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues. Alles deute ganz klar auf natürliche Ursachen hin. Starke Winde hätten die Flammen weiter angefacht.

Bereits im September vergangenen Jahres hatte es in Portugal schwere Waldbrände gegeben. Betroffen waren damals vor allem die Mitte und der Norden des Landes und einige Touristenregionen in der Algarve.

Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2017, 21:31 Uhr