Ein Baum ist nach dem Unwetter im Magdeburger Wohngebiet Neustädter See umgestürzt
Im Juni 2017 warnte die Stadt Magdeburg vor Schäden nach einem kräftigen Wirbelsturm und gab eine Gefahrenwarnmeldung heraus. Bildrechte: MDR/Mandy Ganske-Zapf

Warnmeldungen Wie Bürger über Gefahren informiert werden

Hochwasser, Anschlag, giftiger Rauch - Sirenen, die früher vor Gefahren warnten, gibt es kaum noch. Heute wird die Bevölkerung über Fernsehen, Hörfunk, Internet oder spezielle Notfall-Apps gewarnt. Öffentlich rechtliche Sender verbreiten mögliche Gefahrenmeldungen unverzüglich und solange, wie die Gefahr anhält.

Ein Baum ist nach dem Unwetter im Magdeburger Wohngebiet Neustädter See umgestürzt
Im Juni 2017 warnte die Stadt Magdeburg vor Schäden nach einem kräftigen Wirbelsturm und gab eine Gefahrenwarnmeldung heraus. Bildrechte: MDR/Mandy Ganske-Zapf

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und damit auch der MDR ist nach dem Staatsvertrag verpflichtet, in Katastrophenfällen und bei anderen Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung Warnmeldungen zu verbreiten.

Meldekette ist festgelegt

Die verantwortliche Behörde ist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Nachgeordnet sind die Lagezentren der Bundesländer. Sie können Warnungen vor Großkatastrophen sowie bei großräumigen Gefährdungslagen an die Bundesbehörden melden, die eine Weiterleitung über das Modulare Warnsystem (MoWaS) veranlassen.

Sender reagiert unverzüglich

Auf einem Blatt Papier steht Amtliche Gefahrendurchsage. Der Text ist hervorgehoben.
Die einzelnen Schritte sind festgelegt. Bildrechte: MDR/Patrick Eicke

Erhält der MDR eine Warnmeldung, entscheidet der Sender, ob das laufende Programm unterbrochen, eine Laufschrift im TV-Bild eingeblendet oder die Meldung in anderer Weise ausgestrahlt oder sogar der Sendeablauf geändert wird. Die Hörfunksender verlesen die Warnmeldung ebenfalls sofort und wiederholen diese in regelmäßigen Abständen. Im Online-Angebot bei MDR.de und im Videotext ist sie gut erkennbar an prominenter Stelle zu lesen.

Behörde entscheidet über Inhalt und Häufigkeit

Warnmeldungen werden wörtlich und in der von der anfordernden amtlichen Stelle angegebenen Häufigkeit und in dem angegebenen Zeitraum gesendet und mit einer Zusatzkennung für Autofahrer versehen. Für Inhalt und Wortlaut der Warnmeldungen sind die veranlassenden amtlichen Stellen verantwortlich. Die Behörden entscheiden auch, ab wann die Warnmeldung aufgehoben wird.

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Bildrechte: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

MoWaS Nach Ende des Kalten Krieges hat der Bund sein Sirenenwarnsystem aufgegeben und duch ein satellitengestütztes Sytem ersetzt. Das System heißt jetzt Modulares Warnsystem oder kurz "MoWaS". Es bietet die technische Basis dafür, zusätzliche schon vorhandene und künftige Warntechnologien, aber auch Kommunikationsmittel des Alltags, anzuschließen und anzusteuern.

Ziel dieses modularen Aufbaus ist es, auf vielen verschiedenen Kanälen so viele Menschen wie möglich zu erreichen. 2015 ist die Warn-App NINA (Notfall-Informations-und Nachrichten-Applikation) dazugekommen.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im : Radio | 28.09.2017 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2017, 17:10 Uhr