Der Däne Peter Madsen steht am 30.04.2008 in Kopenhagen (Dänemark) in seinem U-Boot. Das im Privatbesitz befindliche U-Boot ist vor der Küste der Hauptstadt Kopenhagen untergegangen.
Der Däne Peter Madsen hatte seine 18 Meter lange "Nautilus" selbst entworfen. Jetzt wird er verdächtigt, die Schwedin Kim Wall getötet zu haben. Bildrechte: dpa

U-Boot-Kapitän verstrickt sich in Widersprüche - weiblicher Torso gefunden Was passierte auf der letzten Fahrt der "Nautilus"?

BRISANT | 22.08.2017 | 17:15 Uhr

Seit elf Tagen fehlt von der Journalistin Kim Wall jede Spur. Die 30-Jährige war von dem dänischen Erfinder Peter Madsen zu einer Fahrt auf dessen U-Boot "Nautilus" eingeladen worden. Seitdem fehlt von ihr jede Spur. Nun ist bei Kopenhagen ein weiblicher Torso gefunden worden. Ist es der Körper der Journalistin? Peter Madsen wird verdächtigt, sie getötet zu haben. Der Kapitän verstrickt sich in Widersprüche und sitzt in U-Haft.

Der Däne Peter Madsen steht am 30.04.2008 in Kopenhagen (Dänemark) in seinem U-Boot. Das im Privatbesitz befindliche U-Boot ist vor der Küste der Hauptstadt Kopenhagen untergegangen.
Der Däne Peter Madsen hatte seine 18 Meter lange "Nautilus" selbst entworfen. Jetzt wird er verdächtigt, die Schwedin Kim Wall getötet zu haben. Bildrechte: dpa

Auf der Suche nach der vermissten schwedischen Journalistin Kim Wall hat die dänische Polizei einen weiblichen Torso gefunden. Wie die dänischen Ermittler mitteilten, wurde der grausige Fund nahe der Köge-Bucht südlich von Kopenhagen gemacht. Ob es sich um die Leiche der seit elf Tagen vermissten Journalistin handelt, blieb zunächst unklar. Der Torso wurde noch nicht identifiziert.

Wenn ich Torso sage, ist das ein Körper ohne Kopf, Arme und Beine.

Jens Möller Jensen, Polizeichef von Kopenhagen

Auf Recherchefahrt verschwunden

Der dänische Erfinder Peter Madsen hatte Kim Wall zu einer Fahrt auf dessen U-Boot "Nautilus" eingeladen. Die Journalistin war zuletzt am 10. August gesehen worden, wie sie an Bord des Schiffes ging. Sie wollte eine Reportage über den Erfinder schreiben.

Am selben Tag verschwand das U-Boot. Die dänischen Streitkräfte starteten eine Suchaktion und orteten das Schiff 50 Kilometer südlich von Kopenhagen. Madsen wurde gerettet, das U-Boot sank. Als die Familie der Journalistin sie als vermisst meldete, wurde die Frau an Bord des Schiffes vermutet. Das Fahrzeug wurde geborgen. Von der Schwedin jedoch gab es weiter keine Spur.

Dänischer U-Boot-Eigentümer in U-Haft

Der Däne Madsen bestritt zunächst, etwas mit dem Verschwinden der Frau zu tun zu haben. Er habe die 30-Jährige auf einer Insel bei Kopenhagen abgesetzt. Später gab er an, es habe Probleme mit einem Ballasttank gegeben. Die Frau sei bei einem Unglück im U-Boot ums Leben gekommen. Er habe die Leiche der Frau in der Köge-Bucht zu Wasser bestattet. Madsen sitzt in Untersuchungshaft. Die Ermittler werfen ihm Totschlag vor. Ein Gericht reduzierte den Vorwurf jedoch auf fahrlässige Tötung.

Polizisten inspizieren das geborgene U-Boot Nautilus.
Peter Madsen steht im Verdacht, die "Nautilus" südlich von Kopenhagen absichtlich zum Sinken gebracht zu haben. Dänische Streitkräfte orteten das U-Boot. Die Polizei schleppte es schließlich in den Hafen von Kopenhagen und ließ es für Untersuchungen leer pumpen. Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 22. August 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Oktober 2017, 14:30 Uhr