BRISANT

Maya-Kalender : Die Apokalypse blieb aus

Brisant | 21.12.2012 | 17:15 Uhr

Manche erhofften Rettung von Außerirdischen, andere machten aus dem Endzeit-Hype ein Geschäft. Der Weltuntergang aber fiel am 21. Dezember aus. Stattdessen gab das neue Maya-Zeitalter Anlass zum Feiern.

Feiern zum neuen Maya-Zeitalter in Chichén Itzá, Mexiko
In Chichén Itzá kamen viele Einheimische und Touristen barfuß, in weißer Kleidung und mit einer Kerze in der Hand.

Der zeitliche Schnitt im Maya-Kalender gab Esoterikern in aller Welt Anlass zur Annahme, die Welt würde am 21.12.2012 untergehen. Viele suchten Zuflucht an als sicher geltenden "mystischen" Orten. Besinnlich, aber auch fröhlich und humorvoll haben viele Menschen rund um den Globus den Beginn eines neuen Maya-Zeitalters begangen. So teilte die Tourismusbehörde Australiens, einem der ersten Länder, in dem der 21. Dezember anbrach, via Online-Netzwerks Facebook mit: "Ja, wir sind am Leben."

Bildergalerie: 13 Dinge, die man tun sollte, bevor die Welt untergeht

Geldscheine "regnen" auf eine Frau Ein Flugzeug Ein festlich gedeckter Tisch

Am 21. Dezember 2012 sollte die Welt untergehen - zumindest laut einiger Interpretationen des Maya-Kalenders. Was man in den letzten Wochen davor unbedingt noch hätte tun sollten, das sehen Sie hier! [Bilder]


Maya-Feiern in Mexiko

Im Südosten Mexikos strömten Hunderte Menschen zur Maya-Ruinenstätte Chichén Itzá, um bei Sonnenaufgang den Anbruch einer neuen Ära zu feiern. "Ich bin froh, das hier miterleben zu dürfen und neue Energie tanken zu können", sagte eine Urlauberin aus den USA. Die Verantwortlichen der imposanten Stätte auf der Halbinsel Yucatán hatten die Zugänge zu dem Gelände sogar schon zwei Stunden früher als sonst geöffnet. In Ek Balam, wo die Maya-Pyramide der Unterwelt steht, versammelten sich rund 2.000 Maya-Geistliche, um gemeinsam den Sonnenaufgang zu erleben. In Mérida, der Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán, wurde dagegen heftig auf den Straßen und in Bars gefeiert.

Tausende Zuschauer an der Ruine von Tikal

Maya in Guatemala begrüßen neue Ära mit Feuerzeremonie
Maya in Guatemala begrüßen neue Ära mit Feuerzeremonie.

In Guatemala, wo mehr als die Hälfte der rund 14 Millionen Einwohner von den Maya abstammt, begrüßte Präsident Otto Pérez das neue Zeitalter in der Pyramiden-Stadt Tikal. Dort feierten die Maya-Ältesten mit den ersten Sonnenstrahlen eine traditionelle Zeremonie rund um ein "heiliges Feuer". In mehreren Maya-Dialekten hießen sie die neue Ära willkommen. Verkleidete Schauspieler tanzten zu melancholischen Panflöten-Klängen. Mit der Zeremonie sollte der an diesem Tag beginnende Maya-Kalenderzyklus von 5.200 Jahren gefeiert werden. Rund 3.000 Menschen wohnten dem Spektakel bei.  

Rave-Partys bei Bugarach verboten

Der Bürgermeister von Bugarach, Jean-Pierre Delord
Der Bürgermeister des 200-Seelen-Dorfes Burgarach fürchtete einen Besucheransturm.

In Frankreich blieb das Pyrenäen-Dorf Bugarach an einem sagenumwobenen Berg dennoch gesperrt. Für die Nacht hatte der zuständige Präfekt vorsorglich zwei Rave-Partys in der Nähe verboten. Um die knapp 200 Einwohner zählende Gemeinde an den Pyrenäen war eine Sperrzone errichtet. Seit einigen Jahren kursiert die Theorie, vom 1.230 Meter hohen Pic de Bugarach würden Außerirdische am vermeintlichen Tag der Apokalypse mit Raumschiffen ins rettende All starten.

Auch andernorts versammelten sich Untergangsjünger und Schaulustige. Im türkischen Örtchen Sirince rief die vermeintlich drohende Apokalypse statt Gläubigen vor allem Tagestouristen und Polizisten auf den Plan. In das 570-Einwohner-Dorf im Westen der Türkei kamen hunderte Menschen, die in dem abgelegenen Dorf Weltuntergangs-Jünger beobachten wollten. Die Polizei sperrte die Zufahrtsstraßen. Der Ort galt unter den Esoterikern als apokalypsesicher.

Dresden philosophierte

Auch in Belize, Honduras und El Salvador gab es etliche Veranstaltungen zum neuen Maya-Zeitalter. In Bolivien veranstaltete Staatschef Evo Morales eine Zeremonie auf der Sonneninsel des Titicaca-Sees, bei dem ein rituelles Mahl mit Lama-Fleisch und Quinoa serviert wurde. In Deutschland wurde am Abend in Dresden unter anderem mit dem Philosophen Peter Sloterdijk über das Thema Apokalypse gesprochen - in der Universitäts- und Landesbibliothek, die eine wertvolle Maya-Handschrift besitzt.

Zuletzt aktualisiert: 21. Dezember 2012, 23:04 Uhr