Ein Schild weist auf dem Gelände des Virchow-Klinikums der Charite den Weg zur Anmeldung bei einem Verdacht auf Masern, Windpocken, Infektionskrankheiten und Haustkrankheiten.
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Ansteckend und gefährlich Wie erkenne ich Masern?

BRISANT | 06.03.2017 | 17:15 Uhr

Die Masern sind zurück.150 Fälle gab es bundesweit bereits in den ersten zwei Monaten dieses Jahres. "Normal" sind laut Weltgesundheitsorganisation rund 80 Fälle im ganzen Jahr. Das Problem: Masern sind hoch ansteckend! Hier erfahren Sie mehr über die Krankheit.

Ein Schild weist auf dem Gelände des Virchow-Klinikums der Charite den Weg zur Anmeldung bei einem Verdacht auf Masern, Windpocken, Infektionskrankheiten und Haustkrankheiten.
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Infektionsweg

Masern werden durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen (Sprechen, Husten, Niesen) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen übertragen. Das Masernvirus führt bereits bei kurzem Kontakt mit infektiösen Tröpfchen zu einer Infektion und löst bei über 95 Prozent der ungeschützten Infizierten Krankheitssymptome aus.

Inkubationszeit

Gewöhnlich acht bis zehn Tage bis zum Beginn zu den ersten Symptomen, 14 Tage bis zum Ausbruch des Hautausschlags.

Dauer der Ansteckungsfähigkeit

Die Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits drei bis fünf Tage vor Auftreten des typischen Hausauschlags und hält bis vier Tage danach an. Unmittelbar vor dem Ausbruch des Hausauschlags ist sie am größten.

Symptome

Masernerkrankungen verlaufen in zwei Phasen. Sie beginnen mit unspezifischen Symptomen, die einer Grippe ähneln. Fieber, Müdigkeit, Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und einem Hausausschlag der  Mundschleimhaut. Dann aber folgt vor allem bei Erwachsenen schnell eine schwere Erkrankung.

Der charakteristische Hauausschlag mit bräunlich-rosafarbenen Hautflecken entsteht am dritten bis zum siebenten Tag nach dem Auftreten der ersten Symptome. Er beginnt im Gesicht und hinter den Ohren und bleibt etwa eine Woche bestehen. Beim Abklingen ist oft eine kleieartige Schuppung zu beobachten. Ab dem fünften Krankheitstag sinkt das Fieber.

Masern Virus
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Stichwort: Masern Der Virus würd über eine Tröpfcheninfektion übertragen: Durch Husten, Niesen, Sprechen oder über einen Kontakt mit Körpersekreten aus Nase oder Rachen. Bereits fünf Tage vor Auftreten, bis fünf Tage nach Beginn des Hautausschlages ist eine Ansteckung möglich. Die Inkubationszeit liegt zwischen acht und 16 Tagen. Das Risiko schwerwiegender Komplikationen ist bei Kindern unter fünf Jahren und Erwachsenen über 20 Jahren erhöht.

Folgen

Risiken ergeben sich für Säuglinge. Sind die Mütter nicht geimpft oder haben sie die Krankheit nicht selbst durchgemacht, können sie an ihre Kinder keine Antikörper weitergeben. Da Kinder aber erst ab sechs Monate geimpft werden können, haben sie ein halbes Jahr keinen Schutz. Bei Neugeborenen können Masern dramatische Folgen haben, etwa die schwere Gehirnerkrankung SSPE. Diese kann auch erst Jahre nach einer Maserninfektion auftreten und zu einem qualvollen Tod führen.

Die Masernvirusinfektion führt zu einer etwa sechswöchigen Immunschwäche. In dieser Zeit sind die Patienten empfänglich für sogenannte bakterielle Superinfektionen zum Beispiel Bronchitis, Lungenentzündung, Durchfall aber jedoch auch die gefürchtete akute Gehirnentzündung (postinfektiöse Enzephalitis). Sie tritt bei 0,1 Prozent der Fälle etwa vier bis sieben Tage nach dem Ausbruch des Hautausschlags mit Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen bis zum Koma auf. Bei etwa zehn bis 20 Prozent der Betroffenen endet sie tödlich, bei etwa 20 bis 30 Prozent muss mit Schäden am Zentralen Nervensystem (ZNS) gerechnet werden.

Ist die Impfung gegen Masern sinnvoll?

Impfdosis wird aufgezogen
Kleiner Pieks, große Wirkung: Wer sich zweimal gegen Masern impfen lässt, besitzt lebenslange Immunität. Bildrechte: Colourbox.de

Seuchenexperten vom Robert-Koch-Institut warnen: Masern sind keine Kinderkrankheit. Sie empfehlen dringend mehr Impfungen. Besonders Erwachsene treffen die Masern härter als Kinder, warnt Susanne Glasmacher, die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts. Das Virus unterdrücke die Immunabwehr. Dadurch komme es häufig zu weiteren Folgekrankheiten. "Auf die Masern kann schnell eine Hirnhaut- oder Lungenentzündung folgen, weil es andere Erreger durch die Masernviren leichter haben", sagt sie. Rund ein Viertel aller Infizierten, bei denen ein Labortest den Nachweis auf eine Maserninfektion erbringt, müssen schließlich im Krankenhaus behandelt werden. Einer von 1.000 Erkrankten sterbe an den Folgen.

Auch bei Neugeborenen können Masern dramatische Folgen haben, etwa die schwere Gehirnerkrankung SSPE. Diese trete mitunter erste Jahre nach einer frühen Maserninfektion auf, führe aber in jedem Fall zu einem qualvollen Tod, sagt Glasmacher.

Sind die Mütter nicht geimpft oder haben sie die Krankheit nicht selbst durchgemacht, können sie an ihre Kinder keine Antikörper weitergeben. Da Kinder aber erst ab sechs Monate geimpft werden können, haben sie ein halbes Jahr keinen Schutz.

Susanne Glasmacher, Robert-Koch-Institut

Bei der Masernimpfung erhalten Patienten abgeschwächte Viren. Dadurch kann es mitunter zu einer leichten Impferkrankung kommen, die von einer Rötung und Schmerzen an der Einstichstelle der Impfspritze bis zu leichtem Fieber reichen kann. Das sei aber immer noch weniger dramatisch, als eine richtige Erkrankung, sagt Glasmacher. Zwei Impfungen schützen für ein ganzes Leben.

Zuletzt aktualisiert: 06. März 2017, 17:01 Uhr