Ein verunglückter Personenzug steht in Meerbusch Osterath (Nordrhein-Westfalen) neben dem Güterzug (l).
Die Unfallstelle nahe Meerbusch bei Düsseldorf: Der Personenzug wurde von dem Aufprall auf einen Güterzug zusammengestaucht. Bildrechte: dpa

Zugunglück in NRW Der Zugführer verhinderte offenbar noch Schlimmeres

BRISANT | 06.12.2017 | 17:15 Uhr

Zwischen Düsseldorf und Krefeld sind ein Regionalexpress und ein Güterzug kollidiert. Dutzende Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen schwer. Der Held ist offenbar der Zugführer.

Ein verunglückter Personenzug steht in Meerbusch Osterath (Nordrhein-Westfalen) neben dem Güterzug (l).
Die Unfallstelle nahe Meerbusch bei Düsseldorf: Der Personenzug wurde von dem Aufprall auf einen Güterzug zusammengestaucht. Bildrechte: dpa

Bei einem Zugunglück in Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben der Feuerwehr vom Mittwochmorgen sieben Menschen schwer verletzt worden. Die Bundespolizei geht bislang von drei Schwerverletzten aus.

Regionalexpress kracht auf stehenden Güterzug

Laut Deutscher Bahn ereignete sich das Unglück am Dienstag gegen 19:30 Uhr auf der Strecke nahe Meerbusch zwischen Krefeld und Düsseldorf. Demnach prallte ein Regionalexpress (RE7) des Unternehmens National Express auf einen stehenden Güterzug der DB Cargo.

Notbremsung verhindert Schlimmeres

Fahrgäste berichten, dass der Regionalzug auf der Strecke von Köln nach Krefeld (RE7) schon kurz vor dem Unfall angehalten hatte – laut Durchsage wegen eines anderen Zuges auf den Gleisen. Direkt vor dem Aufprall habe der Zugführer noch scharf gebremst. Möglicherweise ist der Unfall deswegen relativ glimpflich ausgegangen.

Es gab einen riesigen Knall. Menschen fielen um. Aber alle sind relativ ruhig geblieben. Panik ist nicht ausgebrochen.

19-jähriger Insasse zum WDR via Mobiltelefon aus dem Zug

Abgerissenes Stromkabel verzögert Bergung

Zunächst erschwerte eine abgerissene Oberleitung Rettungskräften den Zugang zum Zug. Erst gegen 21:15 Uhr konnten die Einsatzkräfte den verunglückten Personenzug betreten und die Verletzten bergen. Von den mehr als 150 Insassen wurden nach Angaben von Feuerwehr und Bundespolizei bis zu 50 Menschen verletzt. Über die genaue Zahl der Verletzten gibt es jedoch unterschiedliche Angaben. Zahlreiche Rettungskräfte waren bis in die Nacht hinein vor Ort. Aus der Region eilten mehrere Feuerwehren zur Unfallstelle.

Gleise und Oberleitung "erheblich beschädigt"

Nach Angaben der Bahn wurden die Gleise sowie die Oberleitung bei dem Zusammenprall der beiden Züge "erheblich beschädigt". Auf der Strecke zwischen Neuss und Krefeld hat National Express all seine Fahrten gestrichen. Ein Ersatzverkehr ist eingerichtet. Im Stundentakt fahren Busse. Die Deutsche Bahn rechnet trotz der Sperrung nicht mit Auswirkungen auf ihren Regionalverkehr, da es sich um eine Nebenstrecke handle. Betroffen sind auch Züge des RE10. Sie können nach Angaben des Betreibers NordWestBahn nur zwischen Kleve und Krefeld-Oppum fahren und werden nach Duisburg umgeleitet.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. Dezember 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2017, 19:49 Uhr