Vorschau auf die Leipziger Buchmesse : Walser und Hein, Zeruya Shalev und Péter Nádas ...
Am Anfang war das Wort - die Leipziger Buchmesse tritt erneut den Beweis an - mit 2.780 Autoren und Mitwirkenden bei 2.600 Veranstaltungen. Erwartet werden Walser und Hein, Zeruya Shalev und Péter Nádas ... Eine Vorschau auf die Gäste, die Themen und Schwerpunkte 2012 lesen Sie hier.
Am Anfang war das Wort
Zum Lesefest erwartet wird Grandseigneur Martin Walser, der am 24. März seinen 85. Geburtstag feiert und der sich in von seinen "Lebensreisen" berichten wird. Büchner-Preisträger Friedrich Christian Delius wird erzählen von einer Zeit "Als die Bücher noch geholfen haben". Christoph Hein und Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel treten auf in einem besonderen Duett. Jüngere Autoren wie Franziska Gerstenberg, Marcel Beyer, Thomas Pletzinger oder Felicitas Hoppe kommen mit neuen Büchern.
Als internationale Gäste reisen an: der Ungar Péter Nadas, dessen 1.700-Seiten-Werk ("Parallelgeschichten") schon als "Krieg und Frieden" des 21. Jahrhunderts gehandelt wird, erwartet werden zu Lesung und Diskussion Zeruya Shalev aus Israel oder der Amerikaner David Guterson mit seinem neuen Roman "Ed King". Der im Berliner Exil lebende chinesische Autor Liao Yiwu ("Fräulein Hallo und der Bauernkaiser) wird zu einer Diskussion an die Universität kommen.
Den Kindern erzählt Paul Maar diesmal von einer Reise des Sams nach Rumänien, aber auch Kerstin Hensel oder Thomas Brussig wenden sich diesmal an die jüngsten Leser. Deutsche Geschichtslektionen erteilen die Autobiografie von Hans-Dietrich Genscher, das Zwiegespräch von Egon Bahr und Peter Ensikat oder die Familiengeschichten von Marion Brasch, der Schwester des Schriftstellers und Dramatikers Thomas Brasch. Buchpreisträger Eugen Ruge stellt nach seinem Bestseller "In Zeiten des abnehmenden Lichts" die Autobiografie seines Vaters, des DDR-Historikers Wolfgang Ruge ("Gelobtes Land - Meine Jahre in Stalins Sowjetunion") vor.
2.100 Verlage - Auf der Jagd nach dem Rekord?
"Größe und Vielfalt" des Programms zeigten, dass Leser, Verleger und Autoren auch im Zeitalter der Digitalisierung den direkten Austausch suchten, erklärte Buchmesse-Direktor Oliver Zille im Pressegespräch. Gleichwohl wartet "Leipzig liest" dem Vernehmen nach erstmals mit einer Smartphone- und einer Twitter-Lesung auf. Im vergangenen Jahr strömten rund 163.000 Menschen zur Leipziger Buchmesse, das war absoluter Rekord. Eine Zahl, die die Organisatoren gerne halten oder noch überbieten möchten. Die Zeichen stehen nicht schlecht. Zumindest haben sich bereits bis jetzt 2.100 Verlage und Dienstleister angemeldet, fast genau so viele wie 2011 kamen. Und noch ein Trend hält Zille zufolge an: "Es sind noch mehr kleine und mittelständische Unternehmen präsent als im letzten Jahr."
"Tranzyt" - Aus dem Osten viel Neues
Aus dem Osten viel Neues: Diesem Motto getreu stellt die Leipziger Buchmesse diesmal Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus vor. Zu den Gästen gehören hier bereits prominente Autoren wie Andrzej Stasiuk, Andrej Kurkov oder Juri Andruchowytsch und Swetlana Alexijewitsch, die ihrerseits hier noch unbekannte Schriftsteller im Schlepptau haben.
Kurator Martin Pollack verspricht sich vom Projekt "tranzyt", die Autoren, Übersetzer und Literaturmittler aus diesen Ländern dauerhaft in die Netzwerke des deutschsprachigen Literaturbetriebes einzubinden. Der Österreicher beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit den Literaturen Mittelosteuropas, berichtete als "Spiegel-Korrespondent aus Warschau, übersetzt aus dem Polnischen, schreibt Essays und Romane. Für sein Wirken bekam er 2011 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.
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Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung | 14.03.2012
Der Brite Ian Kershaw und der Amerikaner Timothy Snyder erhalten den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Die aktuellen Werke der beiden Historiker erkunden der Jury zufolge die Schreckensgeschichte Europas im 20. Jahrhundert auf neue Weise und lassen sich komplementär zueinander lesen. Verliehen wird die Auszeichnung zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse am Abend des 14. März im Leipziger Gewandhaus.
Preis der Leipziger Buchmesse | 15.03.2012
Während die Schar der Leser sich erst in ein paar Wochen in die deutschsprachigen Neuerscheinungen des Frühjahres vertiefen wird, tun dies die Juroren für den Preis der Leipziger Buchmesse schon seit Ende November. 460 Bücher aus 147 Verlagen gingen ins Rennen um die mit insgesamt 45.000 Euro dotierte Auszeichnung, die zum achten Mal verliehen wird. Gerade wurden die jeweils fünf Finalisten in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essays und Übersetzung von der Jury um Verena Auffermann nominiert. Die drei Gewinner werden am 15. März auf der Leipziger Buchmesse gekürt.
Wo "Leipzig liest": Von A wie Altes Rathaus bis Z wie Zoo
Flankiert wird die Buchmesse wie im jeden Jahr vom Lesefestival "Leipzig liest". Zum 21. Mal werden wieder mehr als 2.500 Mitwirkende die Besucher in ihre Bücherwelten entführen. Und das wie immer an teils gediegenen, teils skurrilen Orten: Vom Alten Rathaus bis zum Leipziger Zoo, von der ehemaligen Baumwollspinnerei, über das Tapetenwerk oder das Delikatessenhaus im Leipziger Westen bis zum Südfriedhof, im Botanischen Garten und im Fischladen oder im Treppenhaus.
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